Anzeige
Beitrag drucken

Kontinuierliche Verbesserung im Fokus

Strategien für umfassendes Fabrikmanagement

Was Konzernen wie Audi, BMW oder Daimler recht ist, sollte dem industriellen Mittelstand billig sein: Ein umfassendes 'Shop-Floor-Management', das Fertigung und Unternehmenssystem in Echtzeit verbindet. Mit diesem Ansatz konnte der Automobilzulieferer MSR Technologies seine Betriebsnutzungszeit um 25 Prozent steigern.

Bild: Forcam

Der industrielle Mittelstand in Deutschland steht vor einer großen Herausforderung: Er muss dauerhaft besser werden, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Dafür müssen die Kosten sinken und die Produktivität steigen. Gleichzeitig läutet die Regierung die Energiewende ein, Strom, Gas und Erdöl werden teurer, Rohstoff- und Lohnkosten ziehen ebenso an.

Die Lösung heißt ‚Ressourceneffizienz‘ – sowohl im Hinblick auf die Organisation als auch die eingesetzen IT-Werkzeuge. Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Shop Floor Management-Systemen gibt es einige: So konnte der Bergbau-Ausrüster Weir Minerals innerhalb eines halben Jahres eine Effizienzsteigerung von zwölf Prozent erreichen.

Innerhalb eines Jahres erzielten der Automobilkonzern Audi und der Zulieferer MS Technologies Effizeinzsteigerungen von 20 beziehungsweise 25 Prozent durch den Einsatz von Manufacturing Execution-Systemen (MES). Doch auch wenn der Einsatz produktionsnaher IT wertvolle Dienste leisten kann, muss auch das organisatorische Umfeld stimmen, um eine dauerhaft tragfähige Lösung für höhere Produktivität zu finden.

Voraussetzungen für effizientes Shop Floor Management

Solange im Unternehmen die Produktion ein Eigenleben führt, müssen Bemühungen, besser zu werden, beinahe zwangsweise verpuffen – ungeachtet leistungsfähiger Software und ausgefeilter Kennzahlensystematiken. Was mittelständische Unternehmen benötigen, um im Shop Floor – also der Fabrik – besser zu werden, ist ein umfassender Ansatz: Es gilt, die IT-Technologie mit einer zielorientierten Verbesserungsorganisation zu kombinieren.

Dazu gehört die ‚Top-Down‘-Einbindung aller am Verbesserungsprozess beteiligten Stellglieder. Denn Shop Floor Management (SFM) zielt auf einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess auf allen Ebenen. Es geht nicht allein darum, ein bestimmtes IT-System in Werkhalle und Meisterbüro zu installieren oder auf der Planungsebene ein spezielles Enterprise Resource Planning-System einzusetzen. Sondern es geht um ein schlüssiges Gesamtkonzept, „um eine Fabrik erfolgreich zu steuern und zu betreiben“, wie ein Vertreter des Unternehmens Borg Warner jüngst auf der International Manufacturing Technology Show (IMTS) in den USA äußerte.

Erst dann kann gezielter IT-Einsatz dazu führen, dass ein umfassender Überblick zum Geschehen in der Produktion für geregelten Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten auf allen Ebenen genutzt wird – vom Maschinisten bis zum Manager. Deshalb müssen alle Führungskräfte zunächst die gemeinsame kontinuierliche Verbesserung akzeptieren – und lernen, Mitarbeiter und Bereiche nach verbindlichen Kennzahlen kooperativ zu führen. Im nächsten Schritt werden die Werker einbezogen und ihnen die Vorteile der Reorganisation der Fabrik aufgezeigt. Schließlich sind ihre Arbeitsplätze umso sicherer, je produktiver der Standort arbeitet. Aus einer so motivierten Belegschaft kommen oft die wertvollsten Hinweise, an welcher Stelle der Produktion sich Verbesserungspotenzial verbirgt.


Das könnte Sie auch interessieren:

Wenn Unternehmen mehr als einen Prozess mit künstlicher Intelligenz optimieren wollen, können Data-Science-Plattformen Geschwindigkeitsvorteile bieten. Diese Lösungen bieten in der Regel verschiedene Komponenten, um Daten aufzubereiten und darzustellen.‣ weiterlesen

Immer komplexere, spezialisiertere Hardware übernimmt Aufgaben im Fertigungsprozess. Doch dieser Hardware-First-Ansatz bringt auch Tücken mit sich. Dabei ist die Lösung ganz einfach: bessere Software und simplere Maschinen‣ weiterlesen

Die Begriffe Generative Design und Topologieoptimierung werden oft verwechselt. Worin aber liegen die genauen Unterschiede zwischen den beiden CAD-Tools? Dieser Frage und dem daraus entstehenden Potenzial widmet sich der folgende Beitrag.‣ weiterlesen

PTC hat den Schüler-Wettbewerb ‘Robots to the Rescue‘ ausgeschrieben. Die Aufgabe ist es einen Roboter zu entwerfen, der bei der Lösung eines realen Problems helfen kann. Die Teilnahme erfolgt virtuell.‣ weiterlesen

Der Einfluss von künstlicher Intelligenz (KI) auf IT-Lösungen in der Fertigung lässt sich kaum leugnen. Von Predictive Quality bis hin zu Automated Data Science ist das Potenzial von KI-Anwendungen bereits jetzt groß - gerade auch in Verbindung mit historischen Daten aus dem Manufacturing Execution System.‣ weiterlesen

Zehntausende Stellen für IT-Fachkräfte waren in Deutschland im letzten Jahr unbesetzt. Ein neues Test-Verfahren hilft Unternehmen dabei, unter Quereinsteigern diejenigen zu finden, die offene IT-Stellen ohne Abschluss - aber mit Erfahrungswissen - ausfüllen können.‣ weiterlesen

Der Ifo-Index der Produktionserwartungen erlebte im März den stärksten Rückgang seit Beginn der Erhebung im Jahr 1991. Dabei zeigt sich die Automobilindustrie besonders pessimistisch.‣ weiterlesen

Im Februar verfehlten die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau ihr Vorjahresniveau real um 4 Prozent. Während die Bestellungen der inländischen Kunden um 6 Prozent sanken, lagen die Auslandsorders um 3 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau. „Das ist die Ruhe vor dem Sturm“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.‣ weiterlesen

Um autonome Systeme mit KI einschätzen zu können, müssen sie unabhängig von der Domäne verglichen werden. Teil 5 unserer Serie 'Autonome Systeme' greift den Nutzen einer Gegenüberstellung auf und was es dazu braucht. Katharina Giese und Piet Lipke vom Fraunhofer IOSB-INA erläutern das am Beispiel autonomer Anlagenkomponenten in der Forschungsfabrik SmartFactoryOWL in Lemgo.‣ weiterlesen

Sergio Resendiz (Bild) ist neuer Leuze-Vice President Americas und berichtet direkt an den CEO Ulrich Balbach.‣ weiterlesen

Eine zentrale Anwendung beim Roboter-Einsatz ist die Kollaboration zwischen Mensch und Maschine – beispielsweise die Unterstützung bei für den Menschen belastenden Aufgaben. Welche Vorteile eine produktive Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) haben kann, zeigt das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI bei der Überprüfung von Schweißnähten in der Automobilindustrie‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige