Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Kennzahlenanalyse für Nachhaltigkeitsprojekte

Vom Messen zum Verbessern

Energiemanagement kann helfen, Strom- und Betriebsmittelverbrauch im Betrieb zu senken. Doch isolierte Maßnahmen sind häufig nicht geeignet, stabile Prozesse zu etablieren. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, unterstützt durch gezieltes Kennzahlen-Monitoring kann Abhilfe schaffen.

Bild: GE Intelligent Platforms

Die zunehmende Verschärfung von Umweltauflagen veranlasst zahlreiche Hersteller zu umfangreichen Investitionen in Lösungen auf Basis ‚grüner‘ Energien, mit denen Wasser- und Energieverbrauch reduziert werden. Die erwartete Schaffung eines US-amerikanischen CO2-Marktes sowie dessen Ausdehnung in der Europäischen Union haben zusätzlich zahlreiche Investitionen in Carbon-Accounting-Systeme angeregt. Derartige Systeme bilden zwar möglicherweise einen im Hinblick auf die geltenden Auflagen notwendigen Bilanzierungsrahmen, durch die Investitionen selbst wird eine nachhaltige Fertigung jedoch noch nicht gefördert. Bei einer isolierten Nutzung dieser Lösungen verpassen Hersteller möglicherweise die größere und wirkungsvollere Möglichkeit eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, durch den eine Ressourcenverschwendung und damit verbundene Kosten aufgedeckt werden können, die sich auf Umweltbilanz und Betriebsergebnis auswirken.

Einseitige Sichtweise verhindert effiziente Planung

Isolierte Kapitalinvestitionen in ‚grüne‘ Lösungen können sogar stabile Prozesse behindern, in denen eine relativ effiziente Güterproduktion bereits möglich ist. Gleichzeitig weisen andere Prozesse möglicherweise Ressourcenverschwendung auf. Der Blick auf Wirkungsgrad und Ertragssteigerungen wäre in diesem Fall mit mehr Vorteilen verbunden als umfangreiche Investitionen in grüne Energien oder Technologien zur Reduzierung des Wasserverbrauchs. Als relevantes Werkzeug kann daher der Ausgleich umweltschutzrelevanter und betrieblicher Kennzahlen dienen. Umweltverantwortung, Kundeninteressen und Gewinnmaxime werden marktführende Unternehmen voraussichtlich dazu veranlassen, sich stärker mit den grundlegenden Aspekten des Energie- und Ressourcenverbrauchs – der Grundlage ihrer CO2-Emissionen – zu beschäftigen. Ein integrierter Ansatz zur Messung der Umweltbilanz und der betrieblichen Leistung liefert Informationen, mit denen Kosten und Umweltbelastungen auf struktureller Ebene gesenkt werden können.

Aussagekräftige Verhaltens- und Investitionsanalysen

Viele Unternehmen sehen sich mit der Frage konfrontiert, wie sie den Umstieg von der reinen Messung der Umweltbilanz hin zu ihrer Verbesserung bewältigen. Zahlreiche Systeme zur Umweltberichterstattung und zum Carbon Accounting arbeiten in großem Umfang mit summierten Daten aus sehr einfachen Quellen wie beispielsweise der Gas-, Wasser- oder Stromrechnung. Die Umrechnung des monatlichen Energieverbrauchs in ein Kohlenstoffäquivalent im Rahmen der Teilnahme an einer Emissionsbörse ist dementsprechend relativ unkompliziert. Allerdings werden bei diesem Ansatz die Emissionen zwar explizit quantifiziert, jedoch werden damit keine spezifischen Möglichkeiten zur Reduzierung der Umweltbelastungen eines Unternehmens aufgedeckt. Erst indem die Umsetzung dieser Systeme im Kontext der verschiedenen Managementwerkzeuge eines Unternehmens geändert wird, werden Möglichkeiten zur Identifizierung von Ressourcenverschwendung sowie von entsprechenden Kosteneinsparpotenzialen geschaffen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Wer Produktion und Logistik in einer Echtzeit-Visualisierung abbildet, kann niedrigschwellig in die digitale Transformation einsteigen und viel Papier aus dem Shopfloor bannen. Ergänzt um zentrale MES-Funktionen lassen sich solche Visualisierungssysteme zur Operational Excellence-Plattform ausprägen, die bei fortlaufenden Prozessoptimierungen unterstützt.‣ weiterlesen

Industrielle Trends wie IIoT und Digitalisierung setzen immense Datenströme voraus. Doch im Gegensatz zur IT-Security für Büros müssen Fabrikbetreiber auf wesentlich mehr Stolpersteine achten, damit ihre Anlagen nicht schon einfachen Angriffen zum Opfer fallen.‣ weiterlesen

Ab und zu fehlte ein Schlüssel im Kloster der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung von Schwäbisch Gmünd. Beim letzten Mal gab das den Impuls, anstatt neue mechanische Zylinder in die rund 220 Türen des Komplexes einzubauen, die alte Technik durch das Bluesmart-System von Winkhaus zu ersetzen.‣ weiterlesen

Mit 100,5 Punkten hält sich das IAB-Arbeitsmarktbarometer im November stabil und liegt weiter im leicht über der neutralen Marke. Auf europäischer Ebene sank der Frühindikator allerdings erneut.‣ weiterlesen

In einer neuen Expertise des Forschungsbeirats Industrie 4.0 untersuchen das FIR an der RWTH Aachen und das Industrie 4.0 Maturity Center den Status-quo und die aktuellen Herausforderungen der deutschen Industrie bei der Nutzung und wirtschaftlichen Verwertung von industriellen Daten und geben Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Verbände, Politik und Wissenschaft.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt FabOS soll eine KI-Bin-Picking-Anwendung entstehen, die ein verbessertes Erkennen, Greifen und definiertes Ablegen von Blechteilen in der Produktion ermöglicht.‣ weiterlesen

Die Digitalisierung des Qualitätsmanagements stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Daher haben das Fraunhofer IPT und die FH Südwestfalen im Forschungsvorhaben 'Qbility - Quality 4.0 Capability Determination Model' ein datengetriebenes Reifegradmodell entwickelt, das die Anforderungen eines digitalisierten Qualitätsmanagements bei KMU adressiert.‣ weiterlesen