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Kennzahlen-Analyse in Echtzeit

Aus der Werkhalle auf das Handy

Kurze Reaktionszeiten, kleine Losgrößen und hohe Variantenvielfalt beherrschen das Tagesgeschäft der modernen Teilefertigung. Um in diesem Umfeld schnell und folgerichtig entscheiden zu können, benötigen Produktionsleiter und Unternehmer einen ortsunabhängigen Zugriff auf aktuelle Statusmeldungen und Kennzahlen aus der Werkhalle.

Bild: PROXIA Software AG

In den Fertigungsbetrieben ist ein großer Wandlungsprozess im Gange. Nicht mehr lagerfüllende Serienproduktionen, sondern zielgerichtete Wertströme in der Produktion kommen bevorzugt zum Einsatz. Die europäischen Automobilhersteller hatten hierzu schon vor einigen Jahren japanische Erfolgskonzepte eingeführt. Kaizen, Lean Production Management, kontinuierlicher Verbesserungsprozesse (KVP) und andere Ansätze zur Optimierung und Rationalisierung der Produktionsprozesse wurden umgesetzt. Nun zeichnet sich ab, dass die dieser Entwicklung zugrunde liegende Marktanforderung, nämlich qualitativ hochwertige Produkte, zeitgerecht und Ressourcen schonend in einer hohen Variantenvielfalt zu liefern, auch in allen anderen Branchen Fuß fasst.

Die Teilefertigung wird heute weitestgehend vom Kunden oder der internen Montageabteilung getaktet. Die Losgrößen werden kleiner und der Termindruck nimmt stetig zu. Folglich entsteht ein hoher Automatisierungsanspruch bei steigender Vielfalt der Produktionsprozesse. Damit auch Einzelteile und Kleinserien möglichst wirtschaftlich produziert werden können, ist eine absolute Kontrolle über die Produktionsprozesse notwendig. Während eines Auftragsdurchlaufes ist eine Onlinedarstellung des Produktionsfortschrittes und der Ressourcenzustände sehr wichtig. Bei auflaufenden Problemen können so unmittelbar Maßnahmen eingeleitet werden, die größere Verzögerungen im Produktionsprozess verhindern.

Optimierungspotenzial in Automation und IT?

Die aufgrund steigender Produktvarianz immer kleineren Losgrößen verursachen zudem zwangsläufig mehr Rüstvorgänge an den Maschinen als die Abwicklung großer Chargen ohne Maschinenumstellung. Als Folge werden die Maschinenlaufzeiten häufiger durch nicht wertschöpfende Rüstzeiten unterbrochen. Um dem entgegenzuwirken, werden zunehmend Automatisierungs- und IT-Organisationsprojekte zur Rüstzeitoptimierung angestoßen. Während die Automatisierung dabei verschiedene Technologien, wie Palettensysteme, Mehrfachspannsysteme oder Roboter zum Einsatz bringt, ist die IT-Organisation für die Verfügbarkeit der benötigten Fertigungshilfsmittel verantwortlich. Entscheidend ist, dass alle notwendigen Ressourcen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Verfügung stehen.

Echtzeit-Feinplanung per IT-Leitstand

Damit in kurz aufeinander folgenden Bearbeitungsaufträgen oder Arbeitsfolgen, keine unnötigen Verfügbarkeitsverluste an den Bearbeitungsmaschinen durch fehlendes Personal oder fehlende Materialien und Betriebsmittel auftreten, ist eine genaue Planung der Auftragsdurchläufe notwendig. In einem Software-Leitstand werden dazu zwei Wertemengen zueinander in Beziehung gebracht: Die vorhandenen Ressourcen und Kapazitäten werden dem auflaufenden Auftragsdaten gegenüber gestellt und durch mathematische Abfragen automatisch in ein optimales Planungsszenario umgesetzt.

Auf Grund der sehr kurzen Planungshorizonte innerhalb einer Tagesplanung ist die direkte Anbindung des Leitstandes an die Produktionsprozesse eine notwendige Voraussetzung. Dazu lassen sich über ein Rückmeldesystem zur Maschinendatenerfassung (MDE) und Betriebsdatenerfassung (BDE) aktuelle Produktionszustände in den Leitstand zurückmelden. Diese Rückmeldungen von Ist-Daten an den Leitstand sorgt für einen ständigen Abgleich mit der Ist-Situation und erhöht so die Planungssicherheit. Damit kann die Zukunftsplanung der Auftragsdurchläufe auf gesicherten Fakten aufgebaut werden.

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