Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Kein Job für Büro-Rechner

IPC auf Portalkränen und Schlackencarriern

Rund 50 Portalkräne und drei Schlackencarrier sind im Stahlwerk und den vor- und nachgelagerten Bereichen bei Arcelor-Mittal Bremen mit IPCs ausgerüstet. Die robusten Geräte des IPC-Spezialisten Forsis versorgen die hier tätigen Mitarbeiter mit Logistik-Informationen und melden erfasste Daten zurück an das Leitsystem. Die Einsatzbedingungen für Mensch und Maschine sind extrem.

Bild: Forsis

Wohl kaum eine Branche wurde durch die Globalisierung so stark verändert wie die Stahlindustrie. Wer heute am Standort Deutschland als Stahlproduzent ganz vorne dabei sein will, benötigt neben einem hochwertigem Produktportfolio auch exzellente Einkaufs-, Vertriebs- und Logistikstrukturen verfügen. Hinzu kommen strenge Umweltauflagen, die den Einsatz moderner Technik erfordern, sowohl bei der Stahlerzeugung als auch bei vor- und nach gelagerten Prozessen.

Der weltweite Marktführer im Stahlgeschäft ist Arcelor-Mittal, ein in über 20 Ländern auftretender Konzern mit rund 280.000 Mitarbeitern und luxemburgischen, französischen, spanischen und indischen Wurzeln. Arcelor-Mittal Bremen agiert seit 2007 in diesem Konzernverbund. Das Bremer Stahlwerk beeindruckt alleine schon durch die Weitläufigkeit des Geländes und die Größe der Anlagen, hinter denen sich ausgefeilte Prozesstechnik verbirgt. Ein wichtiges Segment im Bremer Stahlwerk ist dabei der produktionsnahe IT-Bereich, der die Brücke zwischen der administrativen ERP-Ebene und der Steuerungs- und Automatisierungsebene schlägt.

Extreme Einsatzbedingungen erfordern robuste IPCs

„Um die Produktion noch präziser steuern und dokumentieren zu können, haben wir zwischen 2007 und 2008 sukzessive alle Portalkräne, die im Stahlwerk, den Walzwerken und in den Verzinkungslinien zum Transport der Brammen und der bis zu 45 Tonnen schweren Coils dienen, mit Industrie PCs ausgerüstet“, erklärt Werner Mahltig von der zentralen Infrastruktur-Abteilung TII3 Systemtechnik Windows bei Arcelor-Mittal Bremen. „Auch die Führerhäuser alle unserer Schlackencarrier wurden mit IPC ausgerüstet.“

Anpassungen für die raue Werksumgebung

Werner Mahltig hatte sich dazu für IPCs der Profi 1500-Reihe des Ravensburger Herstellers Forsis entschieden. Die Tatsache, dass der Hersteller in Deutschland entwickelt und produziert, war für Mahltig nicht unerheblich. „Denn die IPCs mussten in diversen Punkten unseren Anforderungen angepasst werden. Und Forsis war der einzige mir bekannte Hersteller, der dies problemlos umsetzen konnte.“ Dies betraf unter anderem die Spannungsversorgung von 12 bis 30 Volt sowie die Integration eines Audiosystems einschließlich Einbaulautsprecher.

Zudem mussten die Monitoraufhängung und Kabelbefestigungen angepasst werden, auch in Hinblick auf die mit starken Erschütterungen und Vibrationen aufwartenden Schlackencarriern. Hinzu kamen Merkmale wie eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, die über RS232 mit dem IPC kommuniziert oder die datentechnische Verbindung zur SPS/PLC-basierten Simatic-Steuerungselektronik auf Kränen und Schlackencarriern. Auch die Widerstandsfähigkeit der Geräte spielte bei der Auswahl eine wichtige Rolle. Denn bevor gewalzt wird, werden die Brammen wieder auf über 1.200 Grad Celsius erhitzt und anschließend warmgewalzt. Dem entsprechend strahlt auch der Warmband-Coil beim Transport durch den Kran immer noch eine gewaltige Hitze aus. Kein Ort also für einen Büro-PC aus dem Supermarkt. „Deshalb war auch ein lüfterloser Betrieb bei diesem Projekt ein Muss“, sagt Maltik.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Pepperl+Fuchs-Marke Ecom hat auf der Hannover Messe 2019 neue Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen gezeigt. Dazu zählen das ATEX-Zone-1/21- und Div.-1-zertifizierte, eigensichere 4G/LTE-Android-Smartphone Smart-Ex 02, die eigensichere Thermal-Videokamera Cube 800 und die explosionsgeschützte Smart-Ex Watch für das Handgelenk.‣ weiterlesen

Am Freitagmittag, dem 7. Dezember 2018 berichtet Spiegel Online, dass KraussMaffei von einem schweren Cyberangriff durch eine Ransomware getroffen wurde. Welcher Produktionsverantwortliche denkt sich da nicht: 'Kann uns das auch passieren?' Mit dem passenden Mix verschiedener Maßnahmen können Werksleiter das Risiko wenigstens deutlich reduzieren.‣ weiterlesen

Wie können Zerspanungsunternehmen ihre Fertigung mit vertretbaren Kosten digitalisieren, ohne den Maschinenpark komplett modernisieren zu müssen? Mit dem neuen Konnektivitätsmodul c-Connect will die Ausgründung c-Com des Werkzeugspezialisten Mapal die Antwort darauf liefern.‣ weiterlesen

Von Lastsprognosen bis zur Qualitätskontrolle: Das Startup Boot.AI hat als IT-Dienstleister rund um KI-Projekte bereits einige Erfahrung in der produzierenden Industrie gesammelt. Um die neuronalen Netzwerke in den Projekten zu erstellen, lässt das Startup die GPUstarken Bare Metal Server der Open Telekom-Cloud für sich arbeiten.‣ weiterlesen

Meist ist mit dem digitalen Zwilling das 3D-Modell eines Produktes gemeint, das etwa um Mixed Reality-Lösungen für Instandhaltung und Service ergänzt wird. Was aber, wenn dieses Abbild die Sicht auf die verschiedenen Wertschöpfungsstufen und über Systemgrenzen hinweg beinhaltet?‣ weiterlesen

In der Phase der Konzeptentwicklung und -bestätigung werden für Prototypen und Prüfsysteme in der Regel elektronische Komponenten benötigt, die eigens für diesen einmaligen Einsatz entwickelt und hergestellt werden müssen. ARRK Engineering bietet ein System an, mit dem individuelle Lösungen nach dem Baukastenprinzip erstellt werden können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige