Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Just-in-Time-Disposition für verteilte Standorte

Ressourcenplanung in der Automotive-Zulieferung

Die Lebenshilfe-Werkstätten in Ingolstadt sollen als Zulieferbetrieb der Automobilindustrie neben sozialer auch ökonomische Verantwortung übernehmen. Dazu muss die IT-Infrastruktur allerdings den steigenden Ansprüchen der Abnehmer entsprechen. Der Einsatz eines eng integrierten Enterprise Resource Planning-Systems dient den Werkstätten als Grundlage, um Just-in-time-Lieferungen an Kunden wie Audi zu planen.

Bild: Psipenta

Die Lebenshilfe-Werkstätten der Region 10 GmbH in Ingolstadt definieren sich als soziales Unternehmen mit pädagogischer und marktwirtschaftlicher Ausrichtung, in dem Menschen mit Behinderungen, ihre Interessen, Kompetenzen und Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Die marktwirtschaftliche Ausrichtung zeigt sich in dem Angebot an Dienstleistungen und Produkten: Mit 850 behinderten Mitarbeitern und 300 nicht behinderten Kollegen weist die Gesellschaft einen Umsatz von 31 Millionen Euro aus, von dem zwei Drittel von sozialen Kostenträgern und der Agentur für Arbeit stammen. Neben der Zentrale in Ingolstadt gibt es Werk- und Produktionsstätten in Gaimersheim und Neuburg. Die Einrichtungen werden ergänzt durch ein Ausbildungszentrum, einen Werkstattladen, ein Café sowie ein reittherapeutisches Zentrum mit einer Begegnungsstätte. Weitere Dienstleistungen werden in einer angeschlossenen KFZ-Werkstatt, Schreinerei, Gärtnerei, Wäscherei, Flicknäherei sowie Maler- und Lackiererei angeboten.

Montageprozesse IT-gestützt abbilden

Die größte und wichtigste Abteilung stellt die Produktion von Teilen für die Automobilindustrie dar. In den drei Hauptwerkstätten fertigen rund 600 Mitarbeiter verschiedene Teile für den Hauptkunden Audi AG und Zulieferer wie Rehau oder Faurecia. Sieben Millionen Euro Umsatz aus Dienstleistungen und Produktion werden in dieser Fertigung erzielt. „Für unsere Kunden führen wir Montagearbeiten durch. Die Teile werden uns kostenlos bereitgestellt, wir montieren sie und liefern termingerecht zurück”, fasst Disponent Herbert Kellerer die Tätigkeit zusammen. Zu den etwa 900 Fertigteilen zählen Stoßdämpfer, Ölfilter, Aktivkohlebehälter für den Motor oder Heckabschlussklappen. Vor allem in der wachstumsstarken Automobilindustrie steigen die Ansprüche an die Informationstechnologie stetig an − auch bei den Zulieferern.

Vor allem die Kommunikation zwischen OEM und Zulieferbetrieb soll zum großen Teil schnell, automatisiert und fehlerfrei laufen. Den daraus resultierenden Anforderungen an die Datenfernübertragung (DFÜ) der Lieferscheine und das Einlesen der Fein- und Lieferabrufe konnte das Enterprise Resource Planning- System (ERP) des Unternehmens nicht mehr gerecht werden. „Wir hätten selbst noch mehr zusätzlich programmieren müssen. Das macht ein System aber immer komplizierter und unübersichtlicher”, sagt Hermann Harrer, Fachbereichsleiter Controlling und zuständig für die IT. Daher folgte der Entschluss, das Altsystem abzulösen.

Firmenstruktur an Funktionsspektrum anpassen

„Unser vierköpfiges Auswahlteam hat sich zahlreiche namhafte Produkte angeschaut. Etliche sind aber gleich aus der Wertung gefallen, da sie für die Automobilbranche ungeeignet waren”, erklärt Harrer. Für das Team war vor allem wichtig, ein ERP-System zu finden, das in der Automotive-Branche eingesetzt wird; auch die laufende Aktualiserung der Software durch den Anbieter war ein wesentliches Auswahl-Kriterium. Branchenspezifität, Investitions- und Zukunftssicherheit spielten damit eine große Rolle. Details wie der elektronische Datentransfer mit Kunden, Abbildung der Produktionsprozesse mit Endterminen, Unterbaugruppen in Stücklisten und bebilderte Arbeitspläne standen ebenfalls im Anforderungskatalog.

Nach diesen Kriterien blieben schließlich drei Systeme übrig, von denen die Standardsoftware Psipenta der Berliner Psipenta Software Systems GmbH überzeugte. 2004 begann die Einführungsphase. Softwareanpassungen wurden nur wenige vorgenommen, vielmehr wurden die firmeninternen Strukturen in sinnvollen Punkten an das neue System angepasst. Während der Implementierung erfolgten Personalschulungen, sodass der Echtstart Januar 2005 stattfinden konnte.


Das könnte Sie auch interessieren:

Der MES-Anbieter Industrie Informatik setzt auf Low-Code-Entwicklung und geht eine strategische Partnerschaft SIB Visions ein.‣ weiterlesen

Zwei oder drei Bildschirme sind heute auch an normalen Büro-Arbeitsplätzen Standard, in den Konstruktions- und Technik-Abteilungen erst recht. In der Praxis sind die Bildschirme aber oft nicht exakt bündig zueinander aufgestellt und ausgerichtet.‣ weiterlesen

Mit der Digitalisierungsplattform Moneo will IFM einen kompletten Werkzeugkasten für IIoT-Projekte ausliefern. Das Moneo-Starterkit basiert auf Software-Modulen, die nach dem Plug-and-Work-Prinzip funktionieren und sich dennoch an individuelle Bedürfnisse anpassen lassen sollen.‣ weiterlesen

ConSense hat Version 21 der Qualitätsmanagement-Anwendung IMS Enterprise auf den Markt gebracht. Neue Funktionen sollen dabei das länderübergreifende Management von Normen und Richtlinien vereinfachen.‣ weiterlesen

Bei seiner neusten Automatisierungsplattform ctrlX Automation will Bosch Rexroth besonders die Bedürfnisse der jungen Generation berücksichtigen. Offen, flexibel und vernetzt soll die Arbeit mit der Plattform laufen. Darin steckt ein System, das mit jüngeren Programmiersprachen zurechtkommt und die Automatisierung kartesischer Systeme deutlich beschleunigen soll.‣ weiterlesen

Während im Gastgewerbe und im Handel im Februar wieder mehr Menschen in Kurzarbeit waren, ist der Anteil in der Industrie erneut zurückgegangen. Insgesamt wird die Zahl der in Kurzarbeit Beschäftigten im Februar auf 2,8 Millionen Menschen geschätzt.‣ weiterlesen

Der Aufsichtsrat von D.velop hat den bisherigen Vorstand Mario Dönnebrink als neuen Vorstandsvorsitzenden bestätigt.‣ weiterlesen

Zum Jahresende 2020 hat MES-Hersteller Cosmino aus Nürnberg das Funktionsmodul PreventiveAction weiterentwickelt. Das Modul soll durch das Einplanen und Erfassen der Wartungs- oder Reinigungsaktivität im MES sicherstellen, dass diese tatsächlich und regelmäßig stattfinden.‣ weiterlesen

Auf der Suche nach einer Fernzugriffslösung stieß Hansa Klimasysteme auf das Ixon-Portfolio. Überzeugt durch dessen Bedienung, wurde das ursprünglich angedachte Remote-System als weitreichendes Monitoring- und Visualisierungs-Paket umgesetzt - zum Vorteil der Kunden.‣ weiterlesen

Im Januar haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer 10 Prozent weniger Aufträge verbucht als im Januar 2020. Allerdings herrschte im Vergleichszeitraum eine ungewöhnlich hohe Auftragslage.‣ weiterlesen

In einem neuen Reifenradmodell nehmen die SEF Smart Electronic Factory und die Technische Hochschule Mittelhessen unter anderem das Thema IT-Sicherheit in den Blick.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige