Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

IT-Unterstützung für Planung und Revision

3D-Modellierung von Dampfturbinen

Der Zeitaufwand für die Rohrleitungsplanung einer Dampfturbine lässt sich mit Hilfe eines 3D-Modells im Vergleich zur konventionellen 2D-Schema-Planung auf ein Zehntel der ursprünglichen Planungsdauer reduzieren. Diese Erfahrung machte die österreichische TMS Turbomaschinenservice GmbH beim Wechsel auf ein neues Engineering-Werkzeug – in Verbindung mit der Erarbeitung eines hohen Standardisierungsgrades für Rohrklassen.

Bild: TMS

Die Qualität – sprich: Wirkungsgrad und Energieeffizienz – einer technisch komplexen Dampfturbine hängt in hohem Maße vom Know-how der Konstrukteure, von möglichst kleinen Bauteil-Toleranzen bei der Fertigung und der Güte der hoch belasteten Werkstoffe ab. Hochwertige Anlagen anzubieten ist keinesfalls allein die Domäne großer Konzerne: Ergänzen sich Expertise, Arbeitsweise und Firmen-Philosophie der Partnerunternehmen, kann auch eine kleinere Anbietergemeinschaft Hightech-Qualität zu vergleichsweise moderaten Kosten liefern.

Ein Beispiel dafür stellt die TMS Turbomaschinenservice GmbH in Wien dar. Die Mitarbeiter planen und übernehmen zum einen Turbomaschinen-Revisionen. Das Leistungsspektrum reicht von der Ermittlung des Maschinenzustandes bis zu Reparaturen und der Lieferung und Fertigung von Ersatzteilen; auch der Umbau hydraulisch geregelter Maschinen auf moderne Elektronik, Online-Diagnose und die Steigerung des Maschinenwirkungsgrades stehen auf dem Portfolio.

Sowohl für den Partner und Miteigentümer General Turbo S.A. in Bukarest, als auch für TMS Deutschland planen die Entwickler in Wien als Engineering-Büro darüber hinaus auch neue Dampfturbinenanlagen. Auf Basis dieses Engineerings erfolgt die Fertigung anschließend bei General Turbo. „Gegenüber den großen Herstellern, die ein Gesamtsortiment bis in die höchsten Leistungsklassen anbieten und im Vergleich zu den Billig-Anbietern punkten wir mit zwei wesentlichen Vorteilen: Unsere Turbomaschinen erreichen die hohen Wirkungsgrade der großen Konzerne, sind aber deutlich kostengünstiger“, sagt TMS-Wien-Geschäftsführer Franz Sattler.

Das Portfolio des Unternehmens reicht von Cogeneration-Anlagen zur kombinierten Gewinnung von Wärme und Strom über Fernheizwerke und Biomasseheizwerke bis zu Müllverbrennungsanlagen. Zu den Abnehmern zählen Industriebetriebe ebenso wie Kommunen; Aufträge für neue Maschinen im Leistungsbereich zwischen zehn und 40 Megawatt ordern aktuell etwa Kunden aus Zuckerindustrie, Petrochemie und Papierverarbeitung.

Komplettes Basic- und Detail-Engineering

Die Planer in Wien verantworten für diese Aufträge das komplette Basic- und Detail-Engineering. Die Entwicklungsleistungen umfassen sowohl den maschinentechnischen Teil als auch die Anlagenplanung, also die Einbindung der Dampfturbine in die periphere Anlagentechnik zur Ver- und Entsorgung der diversen Medien. Dazu arbeiten die Planer mit unterschiedlichen Werkzeugen:

  • Für die mechanische Maschinenkonstruktion der Turbine nutzt TMS das Planungswerkzeug Solidworks.
  • Die Verfahrens-, Aufstellungs- und die Verrohrungsplanung der einzelnen Maschinen, Aggregate und Anlagenteile erfolgt mit dem Engineering-Werkzeug Cadison.

Der Detaillierungsgrad der Maschinenkonstruktion ist sehr hoch, pro Maschine stehen hier 3.000 bis 5.000 Ingenieurstunden an. Die Einbindung des hohen Detaillierungsgrads der Maschinenkonstruktion wird für die Verrohrung im Software-System nicht benötigt; deshalb arbeitet der Engineering-Dienstleister bei der Rohrleitungsplanung nur mit der Außenkontur und damit einem reduzierten Level of Detail der Maschine und den Anschlusspunkten der Verrohrung.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Konsolidierung großer Datenmengen, um damit KI-Anwendungen für Produktionsprozesse zu entwickeln, fällt vielen Unternehmen noch schwer. Im Projekt ExDRa sollen Lösungen entstehen, die diesen Prozess spürbar vereinfachen. Dieser Text ist der Auftakt zu einer Artikelreihe zu den produktionsbezogenen Initiativen des vom BMWi geförderten Technologieprogramms Smarte Datenwirtschaft.‣ weiterlesen

Rockwell Automation hat einen neuen CTO. Zum 1 Juli hat Cyril Perducat das Amt des Chief Technology Officers übernommen.‣ weiterlesen

Um schon vor der Lieferung einer Werkzeugmaschine Einblicke in ihre Leistungsfähigkeit zu ermöglichen, arbeitet die Schweizer Starrag-Gruppe mit der NC-Simulationslösung Vericut. Anhand der ermittelten Daten lassen sich die für später angedachten NC-Programme feinjustieren, noch bevor die Maschine ihr Werk verlässt.‣ weiterlesen

Viele Firmen befassen sich gerade mit der Neuausrichtung Ihrer Lieferketten. Dabei bietet das europäische Estland auf einer Fläche so groß wie Niedersachsen beispielhafte Digitalisierungs- und Fertigungsexpertise. Zusammen mit dem vergleichsweise einfachen Marktzugang, der räumlichen Nähe und dem Rahmen der EU-Gesetzgebung dürfte das kleine Land ein zunehmend wichtiger Partner der hiesigen Industrie bei ihrer digitalen Transformation werden.‣ weiterlesen

Änderungen in Personalzeitwirtschaft und Entgeltabrechnung gehören im HR-Management zu den oft ungeliebten, aber dennoch regelmäßig anstehenden Aufgaben. Jede Änderung in den Betriebsvereinbarungen, Gesetzesnovellen oder tarifliche Neuregelungen verlangen die Überarbeitung von Schemen und Regeln in den Personalabteilungen. Und auch Adhoc-Änderungen müssen unmittelbar umgesetzt werden.‣ weiterlesen

ERP-Branchenlösungen sollen Standardgeschäftsprozesse und Spezialfunktionen unter einen Hut bringen. Innovachem für mittelständische Chemieunternehmen verbindet den Systemkern aus Basis von SAP S4/Hana etwa mit Modulen zur Rezepturentwicklung und Compliance-Prüfung. Das erspart so manche Programmierarbeit und Schnittstellenpflege.‣ weiterlesen

Aras Software hat einen neuen Geschäftsführer. Peter Schoppe hat mit Wirkung zum 1. Juli die Leitung des Plattformanbieters übernommen.‣ weiterlesen

Er ist schnell, leicht und verbraucht wenig Treibstoff: Der Hochgeschwindigkeits-Helikopter Racer kann Fluggeschwindigkeiten von bis zu 400km/h erreichen. Die Schalenbauteile seiner Außenhaut werden mit einem neuartigen Fertigungsverfahren hochautomatisiert hergestellt. Ein Forscherteam des Fraunhofer IGCV hat die Methode gemeinsam mit Airbus Helicopters entwickelt.‣ weiterlesen

Dualis hat den neuen Hauptsitz des Unternehmens in Dresden bezogen. Der reguläre Arbeitsbetrieb begann am 19. Juli.‣ weiterlesen

Kawasaki Gas Turbine Europe plant, produziert, installiert und wartet Gasturbinen. In Bad Homburg befindet sich das europäische Zentrallager des Tochterunternehmens von Kawasaki Heavy Industries. Um dort fehleranfällige Prozesse abzulösen, hat das Unternehmen eine Lagerwirtschaftslösung eingeführt, die alle Transportbewegungen dokumentiert.‣ weiterlesen

Störungen in der Lieferkette können schnell zu Problemen führen. Jaggaer hat vier Tipps zusammengestellt, wie Unternehmen Schwachstellen in der eigenen Lieferkette identifizieren können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige