Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

„IT-Kompetenzen mit klassischen Ingenieurstugenden verbinden“

Im Vorfeld zur 5. Fachtagung Industrie 4.0 hat Dr.-Ing. Thomas Sowa vom VDI einige Fragen an Dr.-Ing. Dirk Barenbrock von der Daimler AG gestellt. Barenbrock hat Tipps für Ingenieure und die Arbeit der Zukunft gegeben.

Wie verändert die Digitalisierung mit der fortschreitenden Automatisierung die Arbeitswelt? Welche Auswirkungen hat dieses für Ingenieure?
Die Automatisierung wird weiter voranschreiten und auch in höher qualifizierte Tätigkeiten vordringen. Dies bedroht jedoch nicht die Arbeit der Ingenieure an sich, sondern wird sie verändern und weiterentwickeln. Wie schon beim massiven Einzug von Robotern in die Produktionsbereiche wird auch die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine nun auch bei ‘geistigen Tätigkeiten’ immer wichtiger.
 
Wie können sich Ingenieure bestmöglich auf die Digitale Transformation vorbereiten?
Meines Erachtens wird sich in einer digitalen Welt nicht notwendigerweise derjenige behaupten, der nur gut programmieren kann. Mittelfristig werden sich diejenigen durchsetzen, die IT-Kompetenzen mit klassischen Ingenieurstugenden wie dem Verständnis für Mechanik verbinden und zudem Soft Factors wie gute Teamfähigkeit erfüllen.
 
Wie ist Deutschland Ihrer Einschätzung nach im internationalen Vergleich bei der Digitalen Transformation aufgestellt?
Auch wenn die größten Technologieunternehmen der Welt heute mehrheitlich in den USA angesiedelt sind, besteht in Deutschland ein großes Potential um in der Weltspitze vertreten zu sein. Einhergehend mit der voranschreitenden Digitalisierung werden neue Geschäftsmodelle entstehen und alte ersetzen. Entscheidend wird sein, dass Deutschland zum richtigen Zeitpunkt auf die richtigen Pferde setzt. Mittelfristig wird meiner Ansicht nach der Erfolg in der geschickten Verbindung von Hardware und Software liegen – also zum Beispiel von Fahrzeug und Nutzungskonzept. Ich will hier mal das Beispiel Uber nennen: Das Unternehmen hat in kurzer Zeit ohne große Assets – also ohne eine eigene Fahrzeugflotte – beachtliche Marktanteile am Taxi-Geschäft erreicht. In eine Taxizentrale würde ich persönlich zum heutigen Zeitpunkt also nicht mehr investieren. Auf der anderen Seite will das Bedürfnis nach Mobilität von Menschen und Gütern, also der eigentliche Transport, weiterhin befriedigt werden. Damit besteht auch weiterhin Bedarf an technologisch hoch entwickelten Fahrzeugen.
 
Muss in Deutschland die Bereitschaft erhöht werden, sich für neue Arbeitsformen zu öffnen. Brauchen wir agiles Arbeiten?
‘Agiles Arbeiten’ ist ein Schlagwort, das heute gerne als Allheilmittel in einer sich digital wandelnden Welt gesehen wird. Anwendungsbeispiele kommen häufig von Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, findet eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze für moderne Zusammenarbeitsformen. Wichtig für den Unternehmenserfolg ist, unter den gegebenen Randbedingungen mit spezifischen Produkten und Problemstellungen passende Arbeitsmodelle auszuwählen. Fakt ist, dass moderne Zusammenarbeitsformen – richtig ausgewählt und angewandt – enormes Potential für alle Unternehmen bieten.

(Quelle:VDI)


Das könnte Sie auch interessieren:

Dokumentation ist ein wesentlicher Bestandteil jeder nachhaltigen Datenarchitektur. Entwickler-Teams vernachlässigen das oft aus praktischen Gründen, denn sie stehen unter enormen Termindruck und werden eher nach dem Code beurteilt, als danach, wie gut sie ihn dokumentieren.‣ weiterlesen

Künstliche Intelligenz auf Werksebene dient meist der Optimierung oder der Analyse komplexer Zusammenhänge. In der Produktionsplanung zum Beispiel können bessere Algorithmen, getragen von mehr Rechenleistung, heuristische Ansätze im Ergebnis deutlich übertreffen.‣ weiterlesen

Die Deutschen Industrieunternehmen wollen ihre Produktion ausweiten. Die gesteigerten Erwartungen verhelfen dem entsprechenden Indikator des Ifo Instituts zum höchsten Stand seit 1991.‣ weiterlesen

57 Prozent der Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie gehen davon aus, gestärkt aus der Coronakrise hervorzugehen. Das geht aus einer Studie von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut hervor. Um diese Position auch künftig behaupten zu können, wollen die Betriebe laut Studie die eigene Widerstandsfähigkeit als strategisches Thema verankern.‣ weiterlesen

Das sogenannte Wasserfall-Prinzip in der Software-Entwicklung kommt immer seltener zum Einsatz. Häufiger sind agile Methoden wie die ’Continuous Integration’, bei denen Software in kleinen Einheiten kontinuierlich erweitert und verbessert wird. Welche Vorteile dies für die Nutzer bringt, zeigt das Softwareunternehmen Sage.‣ weiterlesen

Neues Mitglied im MES D.A.CH: Der MES-Anbieter PSI Automotive & Industry ist dem Verband beigetreten.‣ weiterlesen

Edge Computing leistet in der Industrie so gute Dienste, dass es Fachleuten zufolge den Einsatz von Cloud Computing innerhalb eines Jahrzehnts übertreffen könnte. Ein Grund ist die Vielseitigkeit der Geräte. Passend konzipiert können sie in beinahe jeder Situation Rechenressourcen bereitstellen - in fast jedem erdenklichen Formfaktor.‣ weiterlesen

Siemens beendet das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit positiven Neuigkeiten. Umsatzerlöse und Gewinn legen kräftig zu.‣ weiterlesen

Insgesamt 8,2Mrd.€ hat der Maschinen- und Anlagenbau im Jahr 2019 für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Auch in der Pandemie behalten F&E-Ausgaben einen hohen Stellenwert.‣ weiterlesen

Seit rund 100 Jahren steht die Automobilindustrie wie keine andere für die Fabrikarbeit am Fließband. Doch jetzt deutet sich eine Technologiewende an. Künftig könnten Fahrerlose Transportfahrzeuge Karosserien, Material und ganze Fahrzeuge durch die Fabrik bewegen. In mehreren Modellfabriken fahren die Automaten bereits durchs Werk.‣ weiterlesen

Immer mehr Anlagen sollen Betriebsdaten im IoT zur Bearbeitung bereitstellen. Mit dem Susietec-Portfolio will Kontron insbesondere den Aufbau von IoT-Lösungen für bestehende Anlagen unterstützen. Der Anbieter von IoT- und Embedded-Computing-Technologie rechnet für 2021 mit mehr als 50 Prozent Wachstum in diesem Geschäftsfeld.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige