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IT-Einsatz bei hybriden Produktionsprozessen

Prozessabläufe und diskrete Fertigung im Einklang

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Blick in die Prozessanlage bei Wieland Edelmetalle: Vakuumstranggussanlage für die Herstellung von hochreinen Metallen. Bild: Wieland Edelmetalle

Streckengeschäfte im Unternehmensverbund abbilden

Bei Wieland Dental + Technik wiederum bestehen die Herausforderungen eher in der Abbildung der Supply Chain und der Unterstützung von Lean Management-Strategien. Denn die Fräs- und Modellierautomaten werden zwar vollständig als Fertigungsauftrag geplant und die Bedarfe disponiert, anschließend werden die Maschinen aber von einem Lohnfertiger auftragsbezogen zusammengebaut. Der Service läuft dann wieder über die Wieland-Gruppe. Für die Abwicklung der Kundenbetreuung bietet das ERP-System einen integrierten Helpdesk. Zudem unterstützt eine Lizenzverwaltung für die in den Automaten enthaltene Frässoftware den Kundendienst dabei, bei entsprechenden Anfragen passgenaue Betreuung zu leisten. Der Verkauf von Verbrauchsmaterialien wie Verblendkeramik läuft ebenfalls über Wieland Dental + Technik. Das Unternehmen bestellt die Keramiken aber bei der Schwestergesellschaft Wieland Dental Ceramics, die auch die Auslieferung übernimmt. Die Rechnung wiederum wird von Wieland Dental + Technik ausgestellt. Außerdem werden die Edelmetallchargen von Wieland Edelmetalle bei Wieland Dental + Technik über eine Gebindelogistik in unterschiedliche Verkaufsverpackungen gesplittet.

Durchgängige Chargenrückverfolgung

„Mit den Einzelprogrammen waren solche Streckengeschäfte und die übergreifende Chargenrückverfolgung nur manuell zu bewältigen. Verzögerungen oder sogar Fehler waren daher an der Tagesordnung“, sagt Klas Storch. Die durchgängige Chargenrückverfolgung macht es möglich, dass Materialfehler zum Beispiel einer beim Zahnarzt beanstandeten Prothese bis auf die Ursprungslegierung zurückgeführt werden können. Dazu müssen natürlich auch alle Prüfprotokolle und Zertifikate im System mit hinterlegt werden. Die Branchenlösung von Yaveon arbeitet dazu mit einer integrierten Qualitätskontrolle, in der die Prüfaufträge erstellt und die Prüfergebnisse den Chargen zugeordnet und mit ihnen vererbt werden. Für die schnelle Auftragsbearbeitung plant Wieland in Zukunft einen Webshop, über den die Zahntechniklabore ihre Materialien bestellen können. Hierfür steht im Enterprise Resource Planning-System eine integrierte Lösung zur Verfügung, die selbständig die Verfügbarkeit prüft, Kundenpreise kalkuliert und Reservierungen auslöst.

Projektmanagement für 150 Systemanwender

Für Klas Storch, Projektleiter bei der Wieland Edelmetalle während der ERP-Einführung, war die Umsetzung eine große Herausforderung. Obwohl Wieland kein Großkonzern ist, sind die unterschiedlichen Stränge der Wertschöpfungskette, die auch dazu führen, dass über 150 User mit dem System arbeiten, Ursache für eine hohe Komplexität. Storch beschreibt die auf neun Monate angelegte Planung der Systemumstellung als mutige Zielsetzung. „Aufgrund der Reorganisationsstrategie mussten wir die Systemumstellung sehr schnell durchführen. Der Auswahlprozess war sehr aufwändig und wir konnten erst im Januar 2010 mit dem Projekt beginnen“, sagt der Projektleiter. Dennoch wurde bereits im September des gleichen Jahres das Kernsystem in Betrieb genommen.

Im Nachgang wurden noch die Systeme für den Webshop und das Dokumentenmanagement angefügt. „Wie so oft muss das Projekt neben der täglichen Arbeit erledigt werden, da bleibt oft kaum Zeit, alle Tests und Schulungen durchzuführen“, beschreibt Storch die Nöte des Projektleiters. „Durch das straffe Projektmanagement und die Begleitung nach dem Echtstart seitens Yaveon konnten aber die Wissens- und Prozesslücken schnell geschlossen werden, sodass die Benutzung des Systems jetzt reibungslos erfolgt.“ Inzwischen wurde die Wieland Edelmetalle an die Saxonia Holding GmbH verkauft, so dass die bisherige Geschäftsbeziehung von Schwestergesellschaft zu Partnerunternehmen sich verändert hat. Aufgrund der modularen Struktur des eingesetzten Enterprise Resource Planning-Systemes und der darin entwickelten Branchen- und Speziallösungen war es nach Angaben der Wieland-Gruppe ein Leichtes, den Unternehmensbereich herauszulösen und die veränderten Abläufe in das Tagesgeschäft einzubinden.


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