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IT-Anforderungen im Reich der Mitte

"China sieht Deutschland als Blaupause"

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Lars Pischke glaubt, dass sich die Fertigung in dem asiatischen Land stark verändern muss. „Für deutsche Unternehmen ist das eine große Chance, mit entsprechenden Technologien auch in China Fuß zu fassen.“ Bild: PSIPENTA Software Systems GmbH

IT&Production: Wie groß ist der Wettbewerb im MES-Segment in China und wie gut kennen Sie ihre Rivalen?

Pischke: Im MES-Segment sehen wir uns vor allem internationalen Big Playern wie Rockwell Automation, GE, Siemens und SAP gegenüber. Auf der anderen Seite beschränkt sich die Anzahl aber eben auf eine Handvoll Anbieter, die wir mittlerweile sehr gut einschätzen können. Im Vergleich zum deutschen Markt haben wir im MES-Funktionsbereich also wenige Mitbewerber, diese kommen eher aus dem Bereich Scada.

IT&Production: Es ist bekannt, dass sich die deutsche und chinesische Kultur und Arbeitsethik unterscheiden. Welche Auswirkungen haben die Unterschiede auf den Arbeitsalltag und auf ein Software-Projekt?

Pischke: Viele Abläufe sind tatsächlich kaum vergleichbar mit denen, die wir von deutschen Projekten kennen. Es gibt zwar durchaus Unterschiede zwischen staatlich geführten und privaten Firmen. Man kann aber generell von eher stringenten Abläufen nach festgelegten Prozessen und Plänen sprechen. Lösungen werden nicht gemeinsam erarbeitet, sondern müssen vorgegeben werden. Das macht die Projektarbeit hin und wieder mühsam. Hinzu kommt, dass es in China kaum ein Bewusstsein für Standardlösungen, Updates und so weiter gibt. Stattdessen sind vor allem Projektlösungen gewünscht. Auch das ist natürlich eine besondere Herausforderung. Hier müssen wir oft Überzeugungsarbeit leisten und fungieren wahrscheinlich als eine Art Kulturbotschafter.

IT&Production: Geben Sie diesen Erfahrungsschatz an hiesige Unternehmen weiter, wenn diese einen Standort in China errichten wollen? Welche Ratschläge haben Sie für Fertigungsunternehmen, die im Reich der Mitte produzieren wollen?

Pischke: Ja, dazu führen wir Seminare und Workshops durch. Wir sind offen und geben das an unsere Kunden weiter. Wir haben ja ein Interesse daran, dass unsere Kunden erfolgreich expandieren. Wir machen zum Beispiel immer wieder deutlich, dass Projekteinführungen in China komplexer sind und dadurch auch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Faktor zwei bis drei ist normal. Auf jeden Fall sollte man nicht erwarten, dass eine Eins-zu-Eins-Umsetzung der Vorgehensweise in Deutschland möglich ist.

IT&Production: Spielt der Trend zur Industrie 4.0 eine Rolle bei ihren China-Aktivitäten? Wie beurteilen Sie den Stand der dortigen Fertigungslandschaft im Vergleich zu Europa bei Themen wie der digitalen Vernetzung, Auto-ID oder auch bei Geschäftsmodellen?

Pischke: Ja, das Thema Industrie 4.0 ist auch in China sehr aktuell im Moment. Die chinesische Regierung hat das Thema für sich angenommen und forciert es unter dem Begriff ‚Made in China 2025‘. Aktuell finden verschiedene Konferenzen und Workshops statt, wo das deutsche Know-how gern gesehen ist. Für deutsche Unternehmen ist das eine große Chance, mit entsprechenden Technologien auch in China Fuß zu fassen. Die Fertigung in China wird sich in den nächsten Jahren sehr verändern müssen. Wahrscheinlich auch ein wenig mehr als die europäische. Aber das Thema wird sehr ernst genommen und hat somit gute Chancen, erfolgreich zu sein.


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