Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Intralogistik & Lager

Digitales Regaletikett im C-Teile-Management

Die Würth Industrie Service GmbH & Co. KG arbeitet im Rahmen des 'Enterprise Labs' gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML an Lösungen zum C-Teile-Management in Industrie 4.0. Dabei herausgekommen ist eine Studie: das iDisplay und die App CPS Mobile, ein multifunktionales und digitales Regaletikett mit mobilem Managementsystem.

Bild: Würth Industrie Service

Rund 2,9 Milliarden Menschen weltweit nutzen das Internet – und die Zahl steigt stetig. Digitale lösen analoge Systeme ab, mobile Lösungen wie Smartphones und Tablets ersetzen zunehmend stationäre Endgeräte. Digitalisierung hält auch Einzug in die Industrie und verändert zunehmend die Produkte, die Prozesse und die Kommunikation. Produkte werden immer schneller verfügbar, Prozesse effizienter, die Kommunikation intensiver und Daten transparenter, und dies unabhängig von Zeit und Ort. Auch im C-Teile-Management gewinnen heute digitale Lösungen an Bedeutung. Deshalb arbeitet Würth Industrie Service bereits seit einigen Jahren mit dem Fraunhofer Institut im Rahmen des ‚Enterprise Lab‘ zusammen und entwickelt intelligente Zukunftslösungen, um komplexe Prozesse beherrschbar zu machen und C-Teile-Management einfacher und sicherer zu gestalten. Aus dieser Kooperation ist seit 2013 die Studie zum neuen iDisplay und der App CPS Mobile entstanden.

C-Teile-Management heute

Bis heute werden C-Teile zumeist in mindestens zwei Behältern pro Artikel in einem Kanban-Regal in der Produktion, Logistik oder Materialwirtschaft bevorratet. Die Nachschubsteuerung erfolgt häufig automatisch via RFID-Technologie und das Regal wird in einem definierten Zyklus von einem C-Teile-Lieferant durch einen Systembetreuer bestückt. Die Anordnung der Behälter im Regal erfolgt nach individuellen Vorgaben. Aus diesen wird die Ausgangsregalplanung angestoßen und manuell durchgeführt. Zur Implementierung werden zu jedem Regalplatz die entsprechenden Etiketten zur Kennzeichnung gedruckt und gemäß Planung an den Regaltraversen angebracht. Werden später neue Artikel aufgenommen oder vorhandene umgeräumt, ist eine manuelle Anpassung der Regalplanung erforderlich.

Virtualität und Realität

Das neu entwickelte Display könnte das bisherige Regaletikett ersetzen. Das Display erkennt beim Anstecken an eine vom Anbieter zum Patent angemeldete Regalschiene seine Position und übermittelt diese an das Warenwirtschaftssystem. Nachträgliche Positionsänderungen sowie das Entfernen eines Displays werden erkannt und an die App zurückgemeldet. Durch diesen ständigen Abgleich der Positionsdaten wird die Regalplanung automatisch aktualisiert und grafisch dargestellt, ein manueller Eingriff entfällt. Am Lagerort wird so eine umgekehrte Regalplanung möglich. Hierzu werden zunächst die Behälter vor Ort nach Kundenwunsch ins Regal eingeräumt und anschließend das Display willkürlich den Behältern zugeordnet, das heißt an das Regal angebracht und anschließend mit den Behälterdaten verknüpft. Aus diesen Daten kann nun automatisiert ein virtuelles Regal über die App ‚CPS Mobile‘ erstellt werden. Die Software bietet ein zusätzliches Managementsystem, sorgt für einen transparenten Daten- sowie Informationsaustausch und gibt Informationen über Standort und Status der Behälter wieder.

Prozesse vereinfachen

Über das Display kann das Fertigungsunternehmen am Lagerort in seiner Produktion interagieren und verschiedene Prozesse innerhalb der Wertschöpfungskette anstoßen. Die App gibt Auskunft über den Status des Kanban-Systems und ermöglicht eine transparente Regalplatzverwaltung inklusive Stammdaten. Über die Behälter- und Artikelinformationen am Display weiß der Monteur, ob er sich am richtigen Lagerplatz befindet und bekommt zusätzlich eine Information an welchen weiteren Lagerplätzen, sogenannter Alternativlagerort, sich der Artikel noch befindet. Über die App kann der gewünschte Artikel direkt ausgewählt oder eine Kommissionierliste erstellt werden. Durch die integrierte Pick-by-Light-Funktion leuchten die LEDs am Display auf. Dadurch können Laufwege optimiert und Fehlkommissionierungen reduziert werden.

Ebenso besteht die Option, direkt einen Fehler – etwa eine Falschlieferung – über das Display zu melden. Über die Chargenverfolgung werden auch alle davon betroffenen Behälter am gleichen oder an anderen Lagerorten direkt am Display als gesperrt gekennzeichnet. Bei Bedarfsspitzen und außerordentlichen Sonderbedarfen kann eine Bestellung direkt am Display oder über die App und somit eine zusätzliche Lieferung ausgelöst werden. Der Liefertermin wird sofort in der App und am Display angezeigt, wodurch Transparenz entsteht und Doppelarbeit sowie -bestellungen vermieden werden können. Alle Prozesse sind in Zukunft erweiterbar, ohne zusätzlichen, manuellen Aufwand und ohne das Display zu tauschen.

Was leistet die Lösung?

Mit dem Einsatz der Lösungen ist die interaktive Abbildung einer Vielzahl von Geschäftsprozessen verbunden, und das ohne Änderung der bestehenden Infrastruktur. Das flache, handliche Display kann einfach am Lagerort platziert, befestigt und initialisiert werden. So ist kein manueller Pflegeaufwand mehr notwendig. Die Bedienerführung soll das C-Teile-Management vereinfachen und sicherer gestalten. Systemdaten werden automatisch gespeichert und an das Enterprise Resource Planning-System bei Regaländerungen übermittelt.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Parametrierung von Anlagen ist zeitintensiv und erfordert Fachwissen - und findet demnach nur statt, wenn es nicht anders geht. Doch Datenanalyse und Algorithmen können künftig helfen, Produktionsanlagen und eingesetzten Ressourcen stets das Bestmögliche zu entlocken.‣ weiterlesen

Verbraucher können Massenprodukte wie Schuhe und Autos längst nach individuellen Wünschen gestalten. Auch im Industriebereich erwarten Kunden immer individuellere Lösungen zum Preis von Serienprodukten - obwohl Komplexität und Kosten beim Hersteller steigen. Softwaregestützte Variantenkonfiguration adressiert diese Effekte.‣ weiterlesen

PSI Automotive & Industry hat Details zum neuen Release 9.4 des ERP-Systems Psipenta bekanntgegeben. Überarbeitet wurden demnach zum Beispiel die Unterstützung bei der Exportabwicklung, die Textverwaltung, die Standardberichte im Client sowie Mehrsprachenbelege.‣ weiterlesen

Viele Unternehmen rollen Funktionalität im IIoT als Microservice aus. Dazu erstellen IT-Teams kleine Software-Container, die oft mit Kubernetes verwaltet werden. Das könnte künftig häufiger mit Bare Metal Kubernetes erfolgen.‣ weiterlesen

Angesichts komplexer werdender Prozesse und dem Wunsch nach niedrigen Durchlaufzeiten parallelisieren Unternehmen Entwicklungsabäufe per virtuellen Inbetriebnahme.‣ weiterlesen

Wollen Hersteller mehrere Werke mit einer vergleichbaren MOM/MES-Infrastruktur versorgen, steigen die Projektrisiken deutlich. Klare Zielvorgaben, offene Kommunikation und ein Exzellenzzentrum helfen, die Risiken zu bewältigen - und instanziierbare MOM-Templates zu entwickeln, die trotzdem individuelle Anforderungen berücksichtigen.‣ weiterlesen

Die Stimmung in den Unternehmen hat sich im Mai etwas aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 93 Punkte. Trotz Inflationssorgen, Materialengpässen und Ukraine-Krieg erweise sich die deutsche Wirtschaft als robust, so Ifo-Präsident Clemens Fuest.‣ weiterlesen

Aptean DACH hat zwei neue Partner im Boot: den KI-Spezialisten Prodaso sowie das IT-Systemhaus Acomm.‣ weiterlesen

Im Gegensatz zur klassischen Produktions-IT bieten Cloud-Systeme höhere Rechen- und Speicherkapazitäten. Für Anwendungen mit deterministischen Anforderungen gelten diese Infrastrukturen aber als ungeeignet. Dabei können viele Hürden mit der richtigen Konfiguration und der Nutzung von TSN überwunden werden.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige