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Interview

"Klassische Client/Server-Lösungen werden abgelöst"

Die Includis GmbH setzt bei ihrem Manufacturing Execution-System auf Web-Technologie. Geschäftsführer Jochen Brinkmann schildert im Interview, weshalb dieser Ansatz die Client/Server-Struktur in vielen Fertigungsszenarien verdrängt.



Im Bild: Dipl.-Ing. Jochen Brinkmann, Geschäftsführer der Includis GmbH, Berlin.

IT&Production: Die Includis GmbH hat mit ihrem Manufacturing Execution-System (MES) schon früh ausschließlich auf Web-Technologie gesetzt. Geht das Konzept auf?

Jochen Brinkmann: Ja, wir sehen sehr deutlich, dass Web-Technologien in der Produktion angenommen werden und klassische Client/Server-Lösungen ablösen. Die Technologie ist heute so fortgeschritten, dass auch MES-Anwender ihre Produktion als Weblösung abbilden möchten. Unser Technologieansatz bietet hierfür eine durchgängige Plattform und sieht keinen Mix von Applikationen und Browsern mehr vor. Der Anwender greift direkt über Web-Browser auf die gesamten MES-Daten auf dem Server zu und kann diese auch bearbeiten.

IT&Production: Welche Unterschiede ergeben sich aus dem Systembetrieb ohne klassische Client/Server-Struktur?

Jochen Brinkmann: Die klassische Client/Server-Struktur setzt meist voraus, dass die Installation der Software an lokalen Clients vorgenommen wird, damit der Datenzugriff der MES-Lösung möglich ist. Angesichts der steigenden Verbreitung von Cloudsystemen ist diese klassische Struktur oft nicht mehr zukunftsfähig. Unabhängig davon, ob Fertigungsbetriebe ihre MES-Anwendungen in der eigenen IT-Infrastuktur oder als Cloud-Computing-System betreiben, sind zur Datenkommunikation mit Maschinen und Anlagen nur noch die dezentralen Automatisierungskomponenten in den Erfassungsbereichen erforderlich. Die Eingaben und Abfragen der Anwender werden von Endgeräten über Webbrowser zentral im System durchgeführt. Die Web-Technologie wird heute insbesondere von Firmen gefordert, die weltweit Fertigungsstätten und eine zentrale IT-Abteilung betreiben.

IT&Production: Systemdaten können über beliebige Browser erfasst werden. Welche Anforderungen stellt das an die IT-Infrastruktur über die Abteilungen hinweg?

Jochen Brinkmann: Die Anforderungen an die IT-Infrastruktur sind vergleichbar mit dem Einsatz von anderen Web-Lösungen, die bereits in vielen Unternehmen betrieben werden. Die Abstimmung erfolgt über die IT-Abteilung, die auch die unternehmensinternen Sicherheitsrichtlinien für den MES-Betrieb vorgibt.

IT&Production: Wie unterstützen Ihre Lösungen den Datenaustausch mit anderen Unternehmenssystemen?

Jochen Brinkmann: Wir sehen als die Kernaufgabe einer MES-Anwendung die Erfassung und Visualisierung der Produktionsdaten in Echtzeit. Über definierte bi-direktionale Schnittstellen zu Business Intelligence-, Enterprise Resource Planning- oder Qualitätssicherungssystemen erfolgt der ereignisgesteuerte Datenaustausch, sodass alle integrierten Systeme jederzeit auf die erfassten MES-Echtzeitdaten zugreifen können.

IT&Production: Viele Fertigungsunternehmen scheuen den Initialaufwand bei der Einführung von Shopfloor-IT. Lassen sich die Einstiegshürden senken?

Jochen Brinkmann: Mithilfe der Web-Technologie können Fertigungsbetriebe ihre Prozesse über ausgewählte Fertigungsbereiche zuerst als Software-as-a-Service abbilden, bevor das Roll-Out für den ganzen Betrieb und die Miet- oder Kaufentscheidung erfolgt.

IT&Production: In welche Richtung entwickeln Sie Ihre Lösungen weiter?

Jochen Brinkmann: Der Fokus der Weiterentwicklung liegt zur Zeit eindeutig auf der Integration von mobilen Geräten wie Tablet PC, Smart Phones für Shop Floor-Dialoge mit der Bereitstellung von Echtzeitinformationen aus der Produktion. Anwendungen und Apps auf diesen Geräten erfordern die Entwicklung von vereinfachten Bedienerdialogen für die unterschiedlichen Zugriffslevels, über die jederzeit Produktionsinformationen abgerufen werden können.

IT&Production: In der Industrie 4.0-Debatte geht es um die vernetzte Produktion. Wie sehen Sie den Einsatz von MES-Lösungen in diesem Zukunftsfeld?

Jochen Brinkmann: Um die Industrie 4.0-Vision mit ihrer Integration von Mensch und Maschine, Internet sowie intelligenten, dezentralen Endgeräten umzusetzen, sind verstärkt technische Standards zur Kommunikation der einzelnen digitalen Komponenten zu schaffen. Die Aufgabe der MES-Anbieter ist es, diese Komponenten in ihre Systeme zu integrieren, Daten zu filtern und Informationen in Echtzeit und durchgängig abzubilden.

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"Klassische Client/Server-Lösungen werden abgelöst"
Im Bild: Dipl.-Ing. Jochen Brinkmann, Geschäftsführer der Includis GmbH, Berlin.



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