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Intelligenter Datentausch

Andere Länder, dieselben Fehler

Auch kleine und mittelständische Unternehmen fertigen heute in Europa, Asien und Amerika. Globalisierung bedeutet jedoch weit mehr als die Internationalisierung der Produktionsprozesse. Die Verflechtungen durchziehen alle Bereiche und Ebenen inklusive der Kommunikation.

Bild: Cosmino AG

Einerseits wird heute von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge gesprochen. Andererseits wird das an mehreren Standorten entstehende Wissen in Unternehmen häufig nicht ausgetauscht und genutzt, um übergreifend davon zu profitieren. Damit Werke effektiv kommunizieren und voneinander lernen können, kann für ein Unternehmen Business Intelligence (BI) im Shopfloor sowie eine Schnittstelle zwischen den Werkshallen hilfreich sein.

Schon Kolumbus setzte auf Informationen

Schon Christoph Kolumbus kam während seiner Entdeckungsreisen Ende des 15. Jahrhunderts zu der Erkenntnis, dass zuverlässige Informationen notwendig für den Erfolg eines Unternehmens sind. Die Qualität des vorhandenen Wissens entschied bei einer Seefahrt über Leben und Tod der gesamten Mannschaft. Auch wenn Kolumbus nie wie geplant in Indien ankam, wäre ihm die Entdeckung Amerikas ohne Kenntnis des Meeres, der Strömungen und der Sternenkonstellationen nicht gelungen. Der Seefahrer hatte seine Reise nach ausführlicher Berechnung der Route angetreten. Die Entdeckung Amerikas hat dazu beigetragen, dass viele Unternehmen dort heute einen Produktionsstandort haben und dass dort – genau wie hier – täglich operative Entscheidungen im Shopfloor und strategische Entscheidungen im Management getroffen werden. Diese Entscheidungen beruhen im Idealfall auf fundierten Auswertungen geprüfter Daten durch analytische Informationssysteme. Ungeachtet dessen, ob sich Prozesse und Produkte in einzelnen Werken unterscheiden, ist jedes Werk bestrebt, das bestmögliche Ergebnis aus seiner Produktion zu erzielen. Ähnliche Situationen bedingen häufig gleichartige Schwierigkeiten, die gelöst werden müssen.

Fehler nur noch einmal machen

Wer Business Intelligence nutzt und gewonnenes Wissen austauscht, kann Fehler, die in einem anderen Werk gemacht wurden, in dem anderen Werk unter Umständen vermeiden. Ein intelligentes, vernetztes Informationssystem zwischen den Werken liefert hierfür alle notwendigen Informationen. Analysen werden an dem Ort erstellt, wo ein Problem entstanden ist und stehen anschließend allen Schwesterwerken zur Verfügung. Die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen sind schließlich standortübergreifend bekannt. Indem bewährte Entscheidungen und Methoden umgesetzt werden, wird die Effektivität im Unternehmen gesteigert und verlustbringende Aktionen gehören im Idealfall der Vergangenheit an.

Sprachbarrieren überwinden für mehr Transparenz

In über die Welt verteilten Werken werden unterschiedliche Sprachen gesprochen. Voraussetzung für die erfolgreiche Vernetzung ist es, eventuell vorhandene Sprachbarrieren zu beseitigen: Sprachliche Grenzen können mithilfe eines multilingualen BI-Systems überwunden werden. Hinzu kommt, dass in verschiedenen Werken gleiche Begriffe unter Umständen etwas völlig anderes bedeuten können und Kennzahlen unterschiedlich definiert sind. Damit Zahlen, Daten und Fakten aus dem Shopfloor mehrerer Produktionsstandorte vergleichbar sind, müssen Definitionen und Algorithmen eindeutig festgelegt sein. Trotzdem kann jedes Werk seine eigene Form der Darstellung behalten. Für den Konzernvergleich werden erfasste Daten durch die BI-Software so zusammengestellt, wie die Konzernvorgaben es verlangen.

Jeder Standort kann selbständig bleiben

Damit bleibt jeder Produktionsstandort dezentral und selbstständig. Die Zusammensetzung der Zahlen für den Konzern folgt aber festen Regeln, die für alle gleichermaßen gelten. So kann Vergleichbarkeit und Transparenz im Unternehmen gewonnen werden. Kennzahlen dienen in erster Linie der strategischen Steuerung. In Fertigungsumgebungen fallen zusätzliche Daten an, von deren Auswertung Unternehmen mit Werken weltweit profitieren können. Maschinen, Linien, Werkzeuge und Produktqualität werden überwacht und protokolliert. Nicht selten sind die eingesetzten Werkzeuge und Maschinen werksübergreifend identisch.

Gleiche Werkzeuge, gleiche Bedingungen, gleiche Zyklen

Wenn beispielsweise ein Werkzeug in Amerika durchschnittlich 150 Betriebsstunden genutzt werden kann, bis es instandgesetzt werden muss, wird das gleiche Werkzeug in Europa in etwa ebenso lange genutzt werden können, ohne an Qualität zu verlieren. Das ist eine wesentliche Information für die Instandhaltung. Und wenn eine Spritzgussanlage in Amerika regelmäßig circa zwei- bis dreimal pro Tag kurz ausfällt, eine baugleiche Maschine in Europa jedoch nicht, werden Instandhaltung oder Manager sicher erfahren wollen, was dort denn anders gemacht wird. Aus jeder Auswertung, aus jeder Idee und erfolgreichen Verbesserungsmaßnahme, aus jeder Eskalation und jedem Misserfolg können Unternehmen werkübergreifend lernen. Business Intelligence und Wissensmanagement bilden hierfür eine Basis.

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Andere Länder, dieselben Fehler
Bild: Cosmino AG



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