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'Intelligente' Bordwerkzeuge für die Business-Software

Mittelständige Fertigungsunternehmen zeichnen sich häufig durch kurze Entscheidungswege und überschaubare Strukturen aus. Doch die Software-Landschaft der Betriebe spiegelt diese Vorteile nicht immer wider. Als Alternative zu einer fragmentierten Infrastruktur kann sich der Einsatz von Standardsoftware lohnen. Dabei können integrierte Analyse-Funktionen den Anwender unterstützen, Entscheidungen auf der Grundlage konsistenter Informationen zu treffen.

Bild: iStockphoto.com / Safak Oguz

Mittelständische Unternehmen haben im Vergleich zu großen Konzernen häufig nicht zu unterschätzende Vorteile: Ihre Prozesse und Strukturen sind weniger komplex, die Entscheidungswege sind kürzer und damit auch ihre Reaktionszeiten. Das kann eine gute Grundlage darstellen, um aus Unternehmens- und Marktdaten gewonnene Erkenntnisse den Mitarbeitern schnell zur Verfügung stellen und somit auf Marktchancen oder Engpässe reagieren zu können. Doch oft fehlen in mittelständischen Unternehmen die nötigen Informationen: Verteilte Excel-Sheets, eine heterogene Software- Landschaft und isolierte Datenbanken können die Identifikation von Zusammenhängen verzögern oder verhindern. Das hat auch Auswirkungen auf die Geschwindigkeit, mit der sich Konsequenzen von Entscheidungen vorab prüfen oder Alternativwege simulieren lassen. Gleichzeitig steigt die Menge an Daten und Datenquellen.

Ein Lösungsansatz um heterogene Systeme zu beherrschen, ist die Integration einer zusätzlichen Business-Intelligence-Lösung (BI). Das kann allerdings neben der Investition in weitere Software-Lizenzen auch Mehraufwände für Schnittstellenprogrammierung und Betrieb mit sich bringen.

Intelligentes Enterprise Resource Planning

Um dieser Situation zu begegnen, stellen Anbieter von Enterprise Resource Planning-Systemen (ERP) zunehmend BI-Funktionen zur Verfügung. Das Softwarehaus Epicor hat beispielsweise seine gleichnamige ERP-Standardsoftware bereits mit BI-Funktionen ausgestattet: „Es geht darum, das Konzept von ERP weiterzudenken und die Möglichkeiten neuester Technologien zu nutzen”, sagt Hermann Stehlik, Vice President Zentraleuropa bei Epicor Software. „Ein ERP-System, das für mittelständische Fertigungsunternehmen ausgelegt ist, sollte als zentrale Anwendung sämtliche horizontalen Prozesse vom Auftragseingang über die Produktion bis zur Lieferlogistik erfassen.

Vertikal können sie Kunden- und Zulieferermanagement, Product Lifecycle Management und Finanzwesen miteinander verbinden. Zusammen mit einer zentralen Datenbank ist mit ERP-Systemen dieser Art eine Basis für übergreifende Datenanalysen geschaffen.” Entsprechend habe das Softwarehaus zur Unterstützung des Unternehmensmanagements in seiner Anwendung Funktionen für Enterprise Performance- Management (EPM) sowie BI-Engines eingebunden. Damit lassen sich rollenbasiert über Dashboards Zusammenhänge darstellen, Abhängigkeiten und Engpässe filtern und Planungen oder Forecasts visualisieren.

Einbindung in die gewohnte Arbeitsumgebung

Das System wurde dabei auf den anwendungs- und geräteübergreifenden Datenaustausch hin ausgerichtet. Technisch schafft die Anwendung über eine service-orientierte Softwarearchitektur (SOA) auf Basis von Microsoft .NET die Grundlage für EPM. Zudem setzt das System auf Microsoft SQL Server 2012 auf und hält Funktionen für In-Memory Computing bereit − für eine beschleunigte Ad-hoc-Auswertung von Daten, die sich auch für die Unterstützung von Business Intelligence-Funktionen einsetzen lässt.

In Kombination mit den SQL Server Reporting Services (SSRS) lässt sich das Berichtswesen zudem für Analysen und Reports auf Anforderungen des Unternehmensmanagements ausrichten. Da SSRS mit Sharepoint und Office zusammenarbeitet, können Anwender die Datenanalysen in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung nutzen. Die Nutzung der EPM-Funktionen über mobile Endgeräte kann außerdem dazu beitragen, dass Mitarbeiter von unterwegs Eingaben buchen können.

Dashboards als individuelle Arbeitsoberflächen

Durch die Analyse von Echtzeitdaten kann die Anwendung Zusammenhänge und Anhängigkeiten errechnen. Anhand dieser Daten lassen sich über EPM-Module Planungen und Handlungsmöglichkeiten ableiten. Durch den Einsatz als integrierte Lösung können die Managementfunktionen über das ERP-System bereitstehen, ohne dass der Anwender seine IT-Landschaft um eine zusätzliche Software erweitern müsste. Um eine möglichst einfache Definition der Analysen und eine hohe Verständlichkeit der EPM-Ergebnisse zu unterstützen, setzt der Anbieter auf rollenbasierte Dashboards: Diese stellen Datenanalysen grafisch dar, zeigen zuvor ausgewählte kritische Werte, setzen Alarme und ermöglichen Ad-hoc-Berichte zu kontextbezogenen Suchen. Um die Dashboards in verschiedenen Managementebenen und Abteilungen nutzen zu können, lassen sich für Anwender relevante Informationen in unterschiedlichen Sichten grafisch darstellen. „In unserer Anwendung verfolgen wir den Ansatz, ausnahmegetriebene Echtzeitdaten anzuzeigen, anhand deren über ‘Drill-down’-Analysen Ursachen und Lösungswege identifiziert werden können”, erklärt Stehlik.

Integration von externen Datenquellen

Durch eine Internet-Integration lassen sich externe Informationen mit Unternehmensdaten verknüpfen. Die Dashboards ermöglichen zudem als zentrale Oberfläche einen Zugriff auf Anwendungen anderer Systemanbieter. Indikatoren wie Finanzkennzahlen, Produktionsdaten oder Lieferfristen können durch den Anwender über Business Activity Query (BAQ) festgelegt werden. Dies ermöglicht die Beobachtung von Detail- oder Übersichtskennzahlen für spezifische Verantwortungsbereiche. Die Verknüpfung solcher Indikatoren lassen sich mit Informationen aus weiteren Quellen verknüpfen. Analysen für Budgetierung, Planung und Forecasts sind in der Anwendung über ‘Canvas Planning’-Module aufrufbar. Diese stellen u.a. Werkzeuge zur Kostenkontrolle bereit und leisten bei der Entwicklung von Leistungskennzahlen oder ‘Key Performance Indicators’ (KPI) Unterstützung.

Auch Funktionen für die Simulation unterschiedlicher Geschäftsszenarien sowie für Monitoring und Scorecards stehen zur Verfügung. Da die Anwender auf die gleichen zentral gespeicherten Informationen und Echtzeitdaten zugreifen, stehen entsprechend konsistente Analyse- Grundlagen zur Verfügung.

Veränderungen schrittweise einführen

Die Umsetzung einer EPM-Strategie in Unternehmen bedeutet einen deutlichen Eingriff in den Arbeitsalltag vieler Mitarbeiter. Um Reibungsverluste zu minimieren, kann der Übergang schrittweise erfolgen. „Aus der Zusammenarbeit mit Kunden der Fertigungsindustrie haben wir die Erfahrung gemacht, dass Unternehmen nach Möglichkeit in selbst definierten Zeitrahmen Veränderungen anstoßen und gemeinsam mit Mitarbeitern umsetzen möchten”, sagt Stehlik. Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn die neuen Funktionen in einer gewohnten Arbeitsumgebung erschlossen werden, da sich so der Schulungsaufwand unter Umständen deutlich reduzieren lässt und sich auf der anderen Seite die Akzeptanz der neuen Anwendung erhöhen kann.

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'Intelligente' Bordwerkzeuge für die Business-Software
Bild: iStockphoto.com / Safak Oguz



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