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Integrierte Lösungen

MES-Anwendungspaket für den Shop Floor

Bevor SAP vor zehn Jahren die amerikanische Firma Lighthammer erwarb, hatte diese eine der ersten Datendrehscheiben für Produktionsdaten entwickelt – entstanden ist daraus die Manufacturing-Integration-and-Intelligence-Technologie SAP MII. Gut zehn Jahre später hat der IT-Konzern sein Portfolio an produktionsnahen Lösungen zur Manufacturing Suite zusammengefasst und auf einen gemeinsamen Versionsstand gehoben. Auch funktional hat sich einiges getan.



Beispiele für die neuen Dashboards in der Manufacturing Suite 15.
Bild: Trebing & Himstedt Prozeßautomation GmbH & Co. KG.

SAP Manufacturing Integration and Intelligence (SAP MII) als Weiterenwicklung der Lighthammer-Technologie verbindet als bidirektionale Datendrehscheibe die Produktionsebene und MES-Anwendungen mit dem Unternehmenssystem SAP ERP, um Übersicht in die Produktionsprozesse zu bekommen. Die Shop-Floor-Lösung basiert auch Netweaver, also Java, und soll als zentrale Informationsschnittstelle dafür sorgen, dass fertigungsrelevante Daten in Echtzeit zur Verfügung stehen – einschließlich Informationen zu Aufträgen, Materialien, Maschinenstatus, Stückzahlen, Kosten und Produktqualität. Durch die Anbindung von Fertigungsleitsystemen oder MDE/BDE-Terminals, Touchscreens, Scanner und sonstiger mobiler Eingabegeräte lassen sich Datenquellen und -empfänger ohne Medienbruch vernetzen. Nach der Akquisition von Visiprise im Jahr 2008 wurde das Produkt SAP Manufacturing Execution (SAP ME) in das Portfolio des Walldorfer IT-Konzerns übernommen. Das System ist auf die Anforderungen der diskreten Fertigung ausgelegt, dabei stets konfigurierbar und erweiterbar. Die Software lässt sich im Zusammenspiel mit SAP MII und SAP ERP zu einer integrierten MES-Lösung ausbauen, mit der sich Fertigungs- und Produktionsvorgänge unternehmensweit verwalten und steuern lassen.

Version 15 ist freigegeben

In den letzten Monaten fasste der Softwarehersteller seine produktionsnahen Anwendungen in einer Suite zusammen. Version 15 der SAP Manufacturing Suite ist freigegeben und beinhaltet:

  • SAP Manufacturing Execution (ME)
  • SAP Manufacturing Integration & Intelligence (MII)
  • SAP OEE Management als Teil von MII
  • und SAP Plant Connectivity (SAP PCo) als Bestandteil von MII und ME
  • SAP ME und SAP MII sind indes weiterhin einzeln einzusetzen und zu lizensieren. Künftig sollen die Release-Stände der Anwendungen gemeinsam angehoben werden. Damit will der Anbieter sicherstellen, dass die Produkte stets sicher miteinander arbeiten und kommunizieren. Hinsichtlich der Nummerierung hat sich einiges geändert: die neue Version von SAP ME springt von 6.1 auf Release 15, der Nachfolger von SAP MII regulär von 14 auf 15 und der Nachfolger von SAP PCo von Version 2.3 auf 15. Neben dieser Angleichung wurden die Lösungen kürzlich auch funktional erweitert. Für Nutzer am wichtigstens sein dürften dabei die MII-Erweiterungen ‚OEE Management on HANA‘ und die SAP Self Service Composition Environment (SAP SSCE) sein. Zudem wurde ME mit Blick auf Industrie 4.0- und variantenreiche Fertigungsszenarien erweitert.

    Gesamtanlageneffektivität im Blick behalten

    Version 15 der MES-Lösung bringt neue Funktionen zur Optimierung der Produktionskennzahlen etwa in Hinblick auf die Gesamtanlageneffektivität (OEE). Das System kann nun die Werksleistung sowohl in Echtzeit als auch historisch messen und auswerten. Die Lösung nutzt OPC und bei Bedarf SAP PCo für Fertigungsdaten, um Kennzahlen zu ermitteln. Ergänzen lässt sich die Anwendung mit der Datenbank-Technologie SAP Hana. SAP Self Service Composition Environment (SSCE) ist eine Drag-and-Drop-fähige Umgebung in MII zum Anlegen von Dashboards. Mit der Standard-basierten Plattform können Benutzer eigene Dashboards anlegen, entwerfen, konfigurieren und anzeigen. Zur Darstellung nutzt die Umgebung SAPUI5-Technogie in HTML5. Im Detail stehende folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Anlegen von Dashboards mit beliebigen SAP MII-Inhalten wie Query-Templates, Anzeige-Templates, FDO-/KPI-Objekte und Ressourcendateien, aber auch Oberflächenelementen und Tags aus dem Werksinformationskatalog
  • Konfigurieren der Objekte. Die ausgewählten Tags aus dem Werksinformationskatalog (WIK) können auf Bildern positioniert werden. Für das jeweilige Tag lassen sich Farben, Grafiken und Symbole für übereinstimmende Bedingungen konfigurieren
  • Anzeige in verschiedenen Layouts
  • Sichern des angelegten Dashboards
  • Anpassen des angelegten Dashboards durch Hinzufügen des gesicherten Inhalts zum Navigationsbaum
  • gesicherte Dashboards können mit anderen Anwendern geteilt werden
  • Neu eingeführt wurde ein auf Fiori basierter HTML5-Client, um die Meldungen der Konnektivitätslösung PCo aus der Ferne vom Manufacturing Execution System aus zu verwalten. Die Statistische Prozesskontrolle (SPC) oder auch In-Process Controll (IPC) unterstützt vordefinierte Charttypen für die Visualisierung und basiert nun auf HTML5.

     

    Die Manufacturing Suite Version 15.1



    Bild: Trebing & Himstedt Prozeßautomation GmbH & Co. KG.

    Neben den Service Packs ist ein Feature Pack 1 im ersten Quartal 2015 erschienen und in Q4 werden in Version 15.1 Fehler behoben und Funktionen ausgebaut. Mit den dort eingeführten Sub-steps können beispielsweise Schritte im Arbeitsplan in Teilschritte gegliedert und Komponenten zuordnet werden. Weitere Über-arbeitungen der Bedienung sind in SAP OEE und SAP SSCE vorgesehen. Angekündigt wurden zum Beispiel konfigurierbares Event-Handling. SAP PCo erhält zudem das neue Kommunikationsmuster ‚Simple Webservice Caller‘.

    Industrie 4.0 und variantenreiche Fertigung

    Die Weiterentwicklungen der produktionsnahen Anwendung konzentriert sich im neuen Release stärker als zuvor auf die Unterstützung einer kundenindividuellen, variantenreichen Produktion im Sinne einer Industrie 4.0. So lassen sich mit dem Order-Based Execution einzelne, nicht-serialisierte Chargen in der diskreten Produktion abbilden. Mit den Set Point-Objekten, die zu Gruppen zusammengefasst werden können, verwalten Anwender Produktionsparameter nun zentral. Diese werden je nach Fertigungsauftrag abgerufen und über die Set Points an die Maschine verteilt. Veränderungen der Parameter beim Produktionswechsel müssen nicht mehr an jeder Maschine vorgenommen werden, sondern lassen sich zentral ändern und zum Beispiel auf dem Shop Floor abrufen. Für Unternehmen, die an der Suite interessiert sind, bietet der SAP-Partner Trebing + Himstedt zur Vorbereitung auf den Umstieg einen SAP MES Migration Readiness Check an. Details zum Check und der SAP Manufacturing Suite 15 liefert die Website des Unternehmens.

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