Anzeige
Anzeige
Anzeige

Instandhaltung

Universalsystem für die Fernwartung

Beitrag drucken

Router für den weltweiten Einsatz

Auf die passende Hardware wurde Zeitler bei einem Besuch der Nürnberger Messe SPS IPC Drives aufmerksam: die Wahl fiel auf die Fernwartungsrouter eWON von Wachendorff. Die VPN-Router unterstützen verschiedene Medien und besitzen zahlreiche internationalen Zulassungen – sie können also für den gesamten Weltmarkt verwendet werden. Wichtige Protokolle bringt das Gerät bereits mit – Zusatzkomponenten müssen hier also in aller Regel nicht eingekauft werden. Außerdem sind die Geräte herstellerneutral ausgelegt und können nicht nur mit speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS), sondern auch direkt mit den numerischen Steuerungen der Werkzeugmaschinen kommunizieren. Das ist bei dem Baumaschinen-Konzern besonders wichtig, denn im Bereich der Verzahntechnik möchte man die Fernverbindung zum NC-Teil der Maschine herstellen, der den Fräsvorgang steuert, um beispielsweise konstruktiven Änderungen am Zahnrad und den damit erforderlichen Anpassungen auch aus der Ferne begegnen zu können. Zeitler nahm zu Projektbeginn Kontakt zur Firma Günther Controltechnik, Wachendorff Vertriebs- und Lösungspartner mit Sitz im nahen Kaufbeuren auf; es gab einige Praxistests und die geeignete Hardware war definiert. Um die Zielvorgaben hinsichtlich der Sicherheitsstandards zu erfüllen, musste das Konzept allerdings noch ergänzt werden, um allen Anforderungen der Konzernkunden Rechnung zu tragen.

Ausgefeiltes Konzept für Datensicherheit gefordert

Gerhard Steber, Projektleiter bei Günther Controltechnik, holte für die Definition der Sicherheitsstandards die Firma Endian, einen Open Source-Anbieter für Netzwerksicherheit mit ins Boot. Gemeinsam entstand eine Lösung, die als zentrales Element den Endian 4I Access-Server verwendet. Der Rechner befindet sich in der zentralen EDV von Liebherr und bietet weitreichendere Sicherheitsmechanismen als Talk2M. Da der Server hinter der Firewall des Unternehmens platziert ist, besteht effektiver Schutz gegen das Ausspähen von Daten durch Dritte. Auf dem Server werden Verbindungsdaten der Endgeräte und Nutzer hinterlegt. Die vom Router VPN-verschlüsselten und gesendeten Maschinendaten laufen hier auf und können von berechtigten Nutzern eingesehen werden. Diese Nutzer verwenden für den Zugriff Connect Client-Programme, die auf den jeweiligen Arbeitsrechnern installiert sind. Drittanbieter sind hier ausgeschlossen, eine Benutzerverwaltung mit unterschiedlichen Zugriffsrechten und Hierarchieebenen sorgt für zusätzliche Sicherheit.

Nur der Maschinennutzer öffnet den Datentunnel

„Die Maschinendaten sind aber nicht automatisch rund um die Uhr für unsere Service-Techniker im Zugriff“, erklärt Zeitler. „Zu unserer Philosophie gehört es, dass der Kunde die Fernwartung erst freischalten muss. Erst wenn also vor Ort jemand die Fernwartung startet, öffnet das System einen VPN-Tunnel und stellt Daten zur Verfügung, die dann vom Server den Weg auf den Schreibtisch der zuständigen Service-Mitarbeiter finden.“ Um die Inbetriebnahme vor Ort für die Service-Mitarbeiter zu vereinfachen, entwickelte Zeitler eine Bedienoberfläche in HTML für die eingesetzten Router. Der Mitarbeiter, der die Maschine beim Kunden aufbaut, sollte möglichst wenig Arbeit damit haben und kann mit seinem Laptop über ein Menü alle nötigen Parameter eingeben – einheitlich für alle Maschinen und bei Bedarf in anderen Sprachen.

„Die Lösung, die wir für Liebherr entwickelt haben, ist eine ideale Option für große Unternehmen mit internationalen Kunden. Diese Fernwartungslösung ist nicht nur besonders flexibel, sondern spart auch Verwaltungsaufwand“, sagt Horst Helmut Günther, Gründer und Inhaber von Günther Controltechnik in Kaufbeuren. Die Zugriffsrechte der Nutzer vergibt der Hersteller selbst und kann beispielsweise Servicemitarbeiter zu Gruppen zusammenfassen und in ihrer Zusammenstellung verändern. Somit ist das Unternehmen in der Nutzung der Lösung autark und kann neue Mitarbeiter hinzufügen oder neue Maschinen in das System integrieren. Seit mehr als einem halben Jahr liefert der weltweit agierende Produzent alle Werkzeugmaschinen mit der beschriebenen Fernwartungslösung aus und stellt weitere Geschäftsbereiche auf das neue System um. Auch erste Portalroboter des Herstellers haben die Lösung bereits installiert und bleiben auf diese Weise für das deutsche Serviceteam rund um den Globus erreichbar.


Das könnte Sie auch interessieren:

In einer Studie des IIoT-Spezialisten Relayr wurden je 100 Unternehmen in den USA und in Deutschland zu aktuellen Entwicklungen während der Coronakrise befragt. Dabei zeigen sich sogar positive Effekte.‣ weiterlesen

Als die Arbeit mit Excel und Access beim Verpackungshersteller Romwell an Grenzen stieß, war der Wunsch nach einer flexiblen Business-Software längst gereift. Nach einem harten Auswahlverfahren wurde caniasERP als zentrale Datenplattform integriert. Das flexible System verbindet Vertrieb, Management und Konstruktion – und lässt sich inhouse auf die wachsenden Bedürfnisse anpassen.‣ weiterlesen

Die Cosmo Consult-Gruppe eröffnet eine Niederlassung in Hongkong und plant darüber hinaus weitere Standorte in Asien.‣ weiterlesen

Leere Fabrikhallen können durch virtuelle Modelle mit Leben gefüllt werden, noch bevor eine einzige Maschine installiert wurde. Bei der Inspektion solcher Layouts kann Augmented Reality seinen Nutzen ausspielen.‣ weiterlesen

Falsch geplante Anlagen können unnötige Kosten in großer Höhe verursachen. Sorgfältiges Engineering zeichnet sich dadurch aus, gängige Fallstricke zu vermeiden und verfügbare technische Hilfsmittel wie CAD-Tools und Virtual Reality passend einzusetzen.‣ weiterlesen

Wie bereits im April blieb der Auftragseingang der deutschen Maschinenbauer auch im Mai weit unter dem Niveau des Vorjahres. Die Bestellungen blieben 28 Prozent unter dem Vorjahreswert.‣ weiterlesen

Selbst in hoch automatisierten Fertigungsumgebungen gibt es Maschinenbediener, Instandhalter oder Logistikmitarbeiter, die eine Produktion beobachten und eingreifen. Und solange Menschen Verantwortung tragen, müssen Informationen im Werk vermittelt werden. Mit einer Andon-Anwendung lässt sich das motivierend und effizienzsteigernd strukturieren, gerade wenn weitere Prozessoptimierungsmethoden umgesetzt werden.‣ weiterlesen

Augenstein Maschinenbau plant, entwickelt und fertigt individuelle Automatisierungslösungen für Produktionsprozesse. Eine Visualisierungssoftware liefert dabei früh ein erstes Bild der Anlage. Das schafft Klarheit und hilft dem Vertrieb quasi nebenbei, den Auftrag überhaupt an Land zu ziehen.‣ weiterlesen

Im Projekt ‘Kitos – Künstliche Intelligenz für TSN zur Optimierung und Störungserkennung‘ arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure gemeinsam an Lösungen für ein dynamisches Netzwerkmanagement in der Industrie.‣ weiterlesen

Laut statistischem Bundesamt hat sich die Industrie im Mai von den Einbrüchen verursacht durch die Corona-Pandemie etwas erholt. Die Produktion legte zu, verfehlt das Mai-Ergebnis des Vorjahres jedoch um 19,3 Prozent.‣ weiterlesen

Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmensleiter weltweit sind optimistisch, dass sich der europäische Markt relativ schnell vom wirtschaftlichen Abschwung durch die COVID-19-Pandemie erholen wird. Das geht aus einem Report des Beratungsunternehmens Accenture hervor, der auf einer Umfrage unter fast 500 C-Level-Führungskräften in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum in 15 Branchen basiert.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige