Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Instandhaltung

Universalsystem für die Fernwartung

Bei vielen Herstellern komplexer technischer Maschinen und Anlagen wächst die Bedeutung von Technologien für Fernwartung seit Jahren. Gefragt sind Systeme, die universell einsetzbar und stabil sind – auch wenn sich die Konfiguration beim Kunden ändert. Eine solche Konzernlösung hat sich Liebherr von einem bayrischen Dienstleister maßschneidern lassen.

Bild: Wachendorff / Günther ControlTechnik

Das Familienunternehmen Liebherr wurde im Jahr 1949 von Hans Liebherr gegründet. Der erste mobile Turmdrehkran bildete damals das Fundament des Unternehmens. Heute zählt Liebherr nicht nur zu den größten Baumaschinenherstellern der Welt, sondern ist auch auf vielen anderen Gebieten eine feste Größe. Von Klimatechnik für Bahn und Flugzeug über Werkzeugmaschinen bis hin zu Kühlschränken für den Hausgebrauch reicht die Produktpalette. 120 Gesellschaften weltweit beschäftigen insgesamt rund 33.000 Arbeitnehmer. Ein großer, deutscher Standort befindet sich in Kempten im Allgäu. 900 Mitarbeiter fertigen hier Verzahn- und Materialflusstechnik. In den riesigen Hallen stehen unterschiedliche Maschinen, die hier weitgehend von Hand gebaut und in die ganze Welt geliefert werden. Mit ihnen können beispielsweise Zahnräder gefertigt werden.

Die Zähne werden dabei durch Wälzfräsen herausgearbeitet – ein hochkomplexer Vorgang, denn der Fräskopf muss im richtigen Winkel angesetzt werden und das Werkstück muss präzise positioniert und gedreht werden, wobei Toleranzen nur im Mikrometer-Bereich geduldet werden. Bis zu 16 Metern Durchmesser können die Zahnräder groß sein – entsprechend gigantisch sind die Abmessungen der Maschinen. „Abnehmer dieser Anlagen sind vor allem die Automobilindustrie und die Hersteller von Getrieben und Zahnrädern“, erzählt Hans Zeitler, der bei Liebherr in Kempten für die Entwicklung der Steuerungen verantwortlich ist. Während früher das Fräsen von Zahnrädern ein rein mechanischer Prozess war, dominieren seit den 80er-Jahren NC-Maschinen die Produktion. Damit stiegen zwar die Flexibilität und Produktivität – gleichermaßen wurde aber auch die Fehlersuche komplexer. Bei weltweit verteilten Kunden musste man neue Wege finden, um den Service schnell und wirtschaftlich zu gestalten.

Die erste Fernwartung noch mit Akustikkopplern

Das Problem mit Fernwartungstechnologie zu lösen, war dabei früh der naheliegende Ansatz. „Zunächst arbeiteten wir mit Akustikkopplern, später dann mit analogen Modems, wodurch wir dann schon die Bedienoberfläche in der Ferne abbilden konnten“, erzählt Hans Zeitler von den Anfängen. Bei steigenden Datenmengen kamen die Modems schließlich an ihre Grenzen. Außerdem veränderten sich die ITK-Strukturen in den Unternehmen“. „Wenn auf IP-Telefonie umgestellt wird, dann kann man mit einem Modem nicht mehr viel anfangen“, erklärt er. Daher suchte Zeitler nach einer Lösung, die allen Anwendungsfällen gerecht werden kann. „Da die Maschinen beim Kunden sowieso in ein Netzwerk eingebunden sind, lag es nahe, dies auch für die Fernwartung zu nutzen“, erklärt er. „Allerdings sind die Sicherheitsbestimmungen vor allem in großen Unternehmen sehr restriktiv. Jede Firma hat eine eigene Philosophie, eigene Standards und wir finden nahezu bei jedem Kunden andere Bedingungen vor“, erläutert Zeitler. Hinzu kommen immer schnellere Umstellungen bei der EDV: „Eine veränderte Soft- oder Hardwarekonfiguration kann dazu führen, dass problemlos arbeitende Systeme plötzlich nicht mehr funktionieren“. Theoretisch müsste jeder Kunden individuell behandelt und eine maßgeschneiderte Fernwartungslösung erhalten und unterhalten, was jeglichen Kostenrahmen sprengen würde. Der Konzern mit seiner riesigen Produktvielfalt und Kunden auf der ganzen Welt ist vielmehr daran interessiert, eine Standardlösung zu entwickeln, die überall funktionieren und die strengen Sicherheitsvorgaben der Auftraggeber erfüllen kann.


Das könnte Sie auch interessieren:

Produzenten setzen immer mehr Anwendungen unterschiedlicher Anbieter ein. Die Wahl eines jeden Softwarelieferanten ist jedoch mit einem gewissen Risiko für die eigene IT-Sicherheit verbunden. Ein Risikomanagement für die Software-Lieferkette ist die strategische Antwort auf die steigende Zahl an Spezialanwendungen in fast allen Unternehmen.‣ weiterlesen

Gerade für viele kleine und mittelständische Unternehmen sind B2B-Webshop attraktiv, die direkt mit dem ERP-System integriert sind: So stehen für den Online-Handel alle Daten und Business-Logiken aus dem ERP zur Verfügung. Schnittstellenprobleme oder inkonsistente Daten zwischen Unternehmenssoftware und Webshop treten nicht auf, da es die 'eine Wahrheit' über alle Kanäle im Vertrieb und in der Kundeninteraktion hinweg gibt. Dieser Lessons Learned-Ratgeber vermittelt Wissen, das den Weg zum eigenen Webshob deutlich vereinfachen kann.‣ weiterlesen

Wer beruflich viel unterwegs ist, steht ab und zu vor dieser Entscheidung: Wie alle anderen die gut ausgebaute Straße nutzen oder doch neue Pfade erkunden? Ähnliches gilt für die Frage, die sich viele Unternehmen bei der Einführung einer CRM-Lösung stellen: Lieber auf eine Standardsoftware oder eine individuelle Lösung setzen? Beide Möglichkeiten sind von Vor- und Nachteilen geprägt, die Unternehmen für sich gewichten müssen. Mit dem richtigen Dreh lassen sich jedoch die Vorteile beider Ansätze miteinander vereinen und die Nachteile umschiffen.‣ weiterlesen

Das neue Jahr steht vor der Tür und die Zeit für Rückschauen und Ausblicke rückt näher. Um herauszufinden, was sich in Sachen Kundenbeziehungsmanagement tun könnte, hat Marcus Bär (Bild) vom CRM-Softwareanbieter CAS in die nahe Zukunft geblickt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige