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Instandhaltung von Soft- und Hardware

IT-Support in der Produktionshalle

Produktionsprozesse werden digital und Manufacturing Execution Systems unterstützen immer mehr Produktionsbetriebe. Die eingesetzte Soft- und Hardware muss laufen – und Wartungsarbeiten dürfen den Produktionsbetrieb nicht stören. Darauf muss die Organisation des eigenen IT-Supports ebenso ausgerichtet sein wie das Leistungsspektrum von beauftragten IT-Dienstleistern.



Die abteilungsübergreifende Planung der Wartungsintervalle, die klaren Kommunikationswege sowie ausreichendes Wissen über Produktion und IT stellen wichtige Erfolgsfaktoren für den IT-Support und reibungslosen Einsatz eines MES dar.
Bild: H&D International Group

Mit dem Einzug digitalisierter Verfahren und vernetzter Maschinen in die Produktion verändern sich die Anforderungen an die IT-Landschaft. Manufacturing Execution Systems bilden die Schnittstelle zwischen Fertigung und den weiteren IT-Systemen des Unternehmens. Die Anwendungen helfen dabei, die Produktion im Blick zu behalten, Vorgänge zu dokumentieren und zu optimieren. Die Basis dafür bilden die gesammelten Daten, die ein detailliertes Planen und Steuern der Fertigungsprozesse in Echtzeit erlauben sollen. Auf diese Weise können Unternehmen ein Bild des Ist-Zustands ihrer Fertigungsprozesse erhalten.

Produktion und IT

Die zunehmende Abhängigkeit der Produzenten von IT birgt neue Risiken. Fällt gekoppelte Hard- und Software aus, kommt es unter Umständen zu Verzögerungen der Produktion oder sogar zum Stillstand. Hier setzt der Aufgabenbereich des Betriebsteams der Shop Floor-IT an. Es ist für den reibungslosen Systembetrieb zuständig und richtet seine Servicezeiten am Schichtzyklen aus. Das bedeutet: Vor-Ort-Präsenz für Früh-, Spät- und Nachtschicht mit entsprechender Dokumentation und Übergabe relevanter Informationen an das Support-Team der nächsten Schicht. Diese Taktung ist beispielsweise bei Wartungsintervallen herausfordernd. Während sich Office-IT über Nacht meist problemlos warten lässt, läuft die Produktion oft 24 Stunden an mindestens fünf Tagen die Woche durch. Abhängig von der betrieblichen Situation kommen am Wochenende Sonderschichten hinzu. Für Wartungen bleiben nur kleine Räume zwischen den Schichten oder an den Wochenenden.

Stehen IT-seitige Änderungen auf dem Programm, braucht es häufig trotzdem eine laufende Fertigungsinfrastruktur, um die Wirksamkeit der Maßnahme zu überprüfen. An dieser Stelle ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Shop Floor-IT und den Instandhaltungs- und Planungsabteilungen erforderlich, damit sich der Einsatz von MES etwa in Hinblick auf die Overall Equipment Effectiveness (OEE) tatsächlich auszahlt. Für einen kontinuierlichen Austausch zwischen den Produktionsabteilungen und Meisterbereichen gilt es entsprechende Kommunikationswege zu schaffen und Ansprechpartner zu definieren. Dafür eignen sich beispielsweise wöchentliche Change Advisory Boards, in denen die Teilnehmer sämtliche IT-Veränderungen der Produktionsumgebung für die Wochenenden planen, prüfen und freigeben. Ziel dabei: keine ungeplanten Änderungen durchführen zu müssen.

Übergreifendes Wissen schaffen

Die produktionsnahen Lösungen verbinden Fertigung und IT. Die Pflege erfordert einen spezifischen Know-how-Mix der Mitarbeiter. In der Praxis bringen Mitarbeiter aus der Produktion und der IT aufgrund ihrer jeweiligen Ausbildung einen abweichenden Wissenshintergrund mit. Um Fehleranalysen zügig durchzuführen, brauchen alle Beteiligten Kenntnisse zu Produktionsabläufen und -zyklen sowie den anvisierten Stückzahlen einerseits und andererseits Verständnis für Systemschnittstellen, Datenflüsse, Maschinendaten und Steuerungsmethoden für das MES.



Martin Glaser ist Business Unit Manager für den Bereich Industrial IT und Infrastructure der H&D International Group. Bild: H&D International Group

Externe Dienstleister

Nicht alle Industriebetriebe sind in der Lage, genügend Mitarbeiter mit dem benötigten Know-how für die Pflege der Produktions-IT bereitzustellen. Daher greifen Unternehmen oft auf IT-Dienstleister zurück. Hier gilt es auf dessen Wissen um Industrieprozesse zu achten. Das bedeutet, zum Beispiel den Hintergrund eines Anbieters auf passende Referenzen zu prüfen. IT Service-Provider ohne Erfahrung im Bereich der Produktions-IT laufen oft Gefahr, die Produktion als normale IT-Umgebung zu betrachten. Bei Service-Anbietern mit entsprechendem Erfahrungsbackground lässt sich die Instandhaltung und Konsolidierung der produktionsnahen IT mit vergleichsweise wenigen Gesprächspartnern umsetzen. Das kann die Kommunkation erleichtern und Zeit sparen. In diesem Zusammenhang verzeichnen IT-Dienstleister auch für MES-Anwendungen eine steigende Nachfrage nach Managed Service-Modellen.

Innerhalb eines Rahmens klar definierter Tätigkeiten, Key Performance Indicators (KPI) sowie Service Level Agreements (SLA) steht dann der Dienstleister in der Verantwortung, die angeforderten Leistungen zu erbringen und zu steuern. Als Kennzahlen dienen beispielsweise Messgrößen wie Systemverfügbarkeit, Reaktionszeiten und Wiederherstellungszeit bei Störungen. In jedem Fall ist es ratsam, einen schichtbegleitenden Support zu vereinbaren, der auch anfallende Sonderschichten mit abdeckt. Für ein zuverlässiges und schnelles Troubleshooting des MES-Supports während des laufenden Betriebes sind vor Ort anwesende Fachleute oft unersetzlich. Daher ist ein gewisser Grad an Regionalität häufig ein zentrales Auswahlkriterium für Dienstleister. Im besten Fall steht ein Team direkt vor Ort bereit. Eine Alternative ist es, Teilumfänge durch den Aufbau eines Kompetenz-Teams auch remote aus den Räumen des Dienstleisters zu erbringen.

Eigenes Kompetenzteam aufbauen

Setzen Unternehmen für ihre MES auf externe Wartungsteams, sollten dennoch eigene Mitarbeiter in das Thema eingebunden sein. So behält der Produzent einen Überblick und die Kontolle über die laufenden Projekte und kann mit dem IT-Partner produktiver zusammenarbeiten.


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