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Effektivitätssteigerung im Mittelpunkt

Informationstechnologie statt manueller Abläufe

Effektivitätssteigerung im Mittelpunkt

Unternehmen stehen bei der Einführung von Produktionsmanagement-Systemen vor der Frage, wie sich der Einsatz der Softwarewerkzeuge für die Fertigung rechnen kann. Entsprechende Investitionen versprechen die Verbesserung operativer Abläufe sowie die enge Integration von Produktions- und Geschäftsprozessen, etwa durch schnelle elektronische Informations- und Datenverarbeitung. So können Entscheider, Bediener und Maschinen mit akuraten Informationen und Vorgaben versorgt werden, zudem lässt sich der Automatisierungsgrad der Datenerfassung und Übertragung steigern.

Das Schema zeigt die ISA-konforme Umsetzung von Koordinationsaufgaben durch ein Manufacturing-System am Beispiel einer Batch-orientierten Anlage. Bild: Invensys Systems GmbH

Innerhalb der Einsatzfelder von Manufacturing Execution-Systemen (MES) lassen sich vier Kernthemen identifizieren, die in Ihrer jeweiligen funktionalen Ausprägung einen Beitrag zu höherer Effizienz von Produktion und Unternehmen leisten können:



Autor Uwe Küppers ist Europa-Chairman der Mesa International.

Diese Aufgabenbereiche lassen sich zwar getrennt beschreiben und können jeder für sich signifikantes Verbesserungspotential liefern, die unterschiedlichen Funktionen sind aber in der Praxis durch die Lösungsarchitektur verbunden. Eine typische Anfangsinvestition in Module oder Softwarewerkzeuge zur Produktionssteuerung oder Integration mit der ERP-Systemwelt zieht damit in der Regel auch höhreren Überblick mit sich und etabliert eine Datenbasis für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Dieses Potenzial ergibt sich natürlich nicht ‚von selbst‘, es kann aber mit Zusatzinvestition in Analyse und Informationsaufbereitung sowie -verteilung erschlossen werden, sobald erste Grundfunktionen des Systems und insbesondere die zentrale Datenhaltung zur Verfügung stehen. In der Praxis zeigt sich daher immer wieder, dass die Einführung von MES zu unerwartet schnellen Verbesserungen und Kosteneinsparungen führen kann. Denn vielfach eröffnet allein die strukturierte Erfassung und Auswertung von Produktionsdaten den Blick auf zuvor nicht konkret identifizierbare Verluste oder Ineffektivität.

Werkhallengeschehen und Produktionsmanagement in Zusammenspiel

Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass sich eine ‚typische‘ Effizienzsteigerung durch den Einsatz eines MES nur schwer beziffern lässt. Hier ist tiefe Kenntnis der individuellen Ausgangssituation und des damit verbundenem Verbesserungspotenzials gefragt. Zusätzlich umfassen produktionsnahe Systeme per Defintiion viele funktionelle Aspekte, die im Einzelfall oder dem angestrebten Zielszenario nicht alle relevant sein müssen. Einzig Erfahrungswerte aus gleichwertigen Situationen erlauben eine seriöse Abschätzung des erreichbaren Ergebnisses. Tritt das Integrationsteam nach einem Einführungsprojekt einen Schritt zurück und betrachtet die Unternehmenslandschaften, finden sich vielfach einheitliche, manchmal sogar global einheitliche Geschäftsprozesse und erste, kostenoptimierte Produktionsprozesse.

Das effektive Zusammenspiel dieser Faktoren nietet hohes Potenzial zur Effizienzsteigerung in produzierenden Unternehmen. Die Verzahnung der Geschäftsprozesse mit operativen und physikalischen Produktions- sowie Logistikprozessen zu einer möglichst agilen Gesamtheit gibt dabei die Roadmap vor.