Anzeige

Industrie-PC mit Smartphone-Steuerung

Beitrag drucken
Der Micro Client 3 der Kontron AG ist mit kapazativem oder resistivem Touchdisplay erhältlich. Die Varianten mit günstigeren restistiven Displays lassen sich mit allen Handschuhen bedienen, unterstützen allerdings keine Multitouch-Gesten. Bild: Kontron.

Resistive und kapazitive Displaytechnologien

Bei den verfügbaren Touchscreen-Technologien stechen derzeit zwei heraus: Der resistive und der kapazitive Touchscreen. Ihre Anwendungsfelder sind unterschiedlich. Panels mit resistivem, also druckempfindlichem Touchdisplay, sind zum einen relativ günstig. Zum anderen eignen sie sich auch für die Bedienung mit jedweden Handschuhen – ein oftmals wichtiges Kriterium in der Fertigung. Bei der Wahl der Technologie gilt es zu beachten, dass Touchscreens mit Five-Wire-Technologie gegenüber Four-Wire-Geräten eine deutlich höhere Präzision bieten. Resistive Touchscreens werden beispielsweise in der Lebensmittelindustrie bevorzugt eingesetzt, da sie konstruktionsbedingt über eine stabile Polyesterschicht verfügen. So können Produktionschargen – auch bei massiver Beschädigung des Monitors – nicht durch Glassplitter kontaminiert werden. Auch kapazitive, also drucklos berührungsempfindliche Touchscreens, werden in der Industrie immer häufiger eingesetzt. Sie bieten durch Multitouch-Funktion die Voraussetzung, auch komplexe Aufgaben durch Gestensteuerung zu unterstützen. Das Spektrum reicht dabei von der Verwaltung von Produktionslinien über Fertigungsstraßen bis zum Monitoring ganzer Fabriken. Unter den kapazitiven Displays bieten die projiziert-kapazitiven (PCAP) Touchscreens deutliche Vorteile: Sie projizieren die zahlreichen kleinen elektrischen Felder, die zur Berührungserkennung genutzt werden, nicht nur auf die Display-Oberfläche, sondern auch leicht darüber. So können Berührungskoordinaten exakter und mit höherer Empfindlichkeit detektiert werden. Schon leichteste Berührungen werden erfasst – auch wenn der Nutzer Handschuhe trägt. Da jedoch nicht alle Handschuhe bei allen Geräten eingesetzt werden können, lohnt sich vor der Anschaffung ein Gespräch mit dem Industre-PC-Hersteller, welche Materialien unterstützt werden.

Einsatz in rauen Umgebungen

Viele Touchpanels im Industrieumfeld sind zudem darauf ausgelegt, auch bei höheren Temperaturen zu funktionieren, schock- und vibrationsresistent zu sein und gegebenenfalls Schutzklassen im Hinblick auf Staub, Schmutz oder elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zu erfüllen. Zudem werden im industriellen Einsatz auch deutlich längere Lebenszyklen erwartet. Und das, obwohl viele Systeme rundum die Uhr über Jahre hinweg laufen. Auch die Langzeitverfügbarkeit der Produkte ist im Allgemeinen höher als bei der Consumer-Electronic – so sollten die Geräte mindestens fünf Jahre verfügbar sein. Wenn Industriebetriebe planen, HMI-Systemlösungen anwendungsspezifisch auszulegen, kann der Rückgriff auf verfügbare Standardprodukte mit Touchscreen-Technologie zudem die Entwicklungskosten im Projektverlauf häufig reduzieren.

 

Konfigurierbare Panel-PC auf Basis von Serienmodellen

Der IPC-Hersteller Kontron AG bietet auch Customization-Services bis hin zu Original Design Manufacturing an. Die Leistungen können etwa die Entwicklung und Serienfertigung individuell ausgelegter Panel-PC auf Basis von Standard-Produkten umfassen. Im Jahr 2013 kamen zudem zwei HMI-Produktfamilien für Industrieanwender und Maschinenhersteller auf den Markt: Mit dem Multi Client 3 steht ein konfigurierbares Gerät zur Verfügung, das auf kapazitive Touchscreens mit Multitouch-Funktionen, das 16:9-Format und eine robuste Glasfront setzt. In Größen von zehn bis 17 Zoll sind die Panel-PC auch mit resistivem Touchscreen erhältlich. Der Omni- Client ist hingegen für komplexere Aufgaben ausgelegt, darunter die gleichzeitige Anwendung von Echtzeitsteuerungs- und Visualisierungsapplikationen. Die Nachfrage nach großen Bildschirmen bedienen Displays im 16:9-Format von 15 bis 22 Zoll. Das 21,5 Zoll-Modell ist zudem erstmals mit PCAP-Technologie ausgestattet. Neben der Maschinensteuerung können so etwa Grafiken und Daten angezeigt werden. Der Monitor lässt sich auch hochkant ausrichten. Die entspiegelte Glasoberfläche mindert die Reflexion durch Umgebungslicht. Ein seitlicher Rand mit umlaufendem Kantenschutz aus Metall dient als Designelement sowie als Schutz vor Beschädigung. Das Unternehmen plant, sein HMI-Portfolio auszubauen. So sollen in Zukunft weitere Panel-PCs für den Maschinen- und Anlagenbau, die Medizintechnik und den Schienenverkehr auf den Markt kommen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Im zurückliegenden Geschäftsjahr hat die Management- und IT-Beratung MHP einen umsatz von 508Mio.€ erzielt.‣ weiterlesen

Mittelständische Unternehmen haben in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Digitalisierung von Prozessen, dem Abbau von Schnittstellen und der Integration ihrer Informationstechnologie erreicht. Eine Digitalisierungsstrategie kann helfen, alle Investitionen in die gleiche Richtung zu lenken, wie eine Studie nahelegt, die CAE Innovative Engineering und Siemens Digital Industries Software in Auftrag gegeben haben.‣ weiterlesen

VDMA und VDW wollen künftig die Nutzung und Verbreitung von OPC-UA-Standards für den gesamten Maschinenbau unter der Marke Umati gemeinsam voranbringen.‣ weiterlesen

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC Deutschland beteiligt an der Adamos GmbH. Adamos verfolgt mit mehr als 30 Partnern das Ziel, ein Ökosystem zu etablieren, in dem gemeinsam durchgängige Lösungen für den Maschinen- und Anlagenbau sowie deren Kunden entworfen, weiterentwickelt, vertrieben und genutzt werden können.‣ weiterlesen

Bis Ende Juni sind ERP-Anwenderunternehmen dazu aufgerufen, sich an der Studie ‘ERP in der Praxis‘ zu beteiligen, die seit 2004 von der Trovarit AG aufgelegt wird.‣ weiterlesen

Virtual- und Augmented Realitylösungen können Werker dabei unterstützen Wartungen durchzuführen oder kommen beim Mitarbeitertraining zum Einsatz. Darüber hinaus können entsprechende Technologien auch dafür genutzt werden, um potenzielle Kunden anzusprechen - beispielsweise auf Messen.‣ weiterlesen

Im Wago-Workshop 'Applikationen schneller entwickeln mit Docker' geht es um die Programmierung von SPS-Systemen. Vermittelt werden Unterschiede und Vorteile aktueller Technologien aus dem IoT-Umfeld wie Docker, TimeSeries Databases sowie die grafische Applikationsentwicklung mit Node-Red.‣ weiterlesen

Deutsche Unternehmen stellen sich in einer aktuellen Bitkom-Studie in Sachen Digitalisierung nur ein ‘befriedigend‘ aus. Die Coronakrise sei dabei ein Weckruf, die Digitalisierung massiv voranzutreiben, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.‣ weiterlesen

FP InovoLabs hat ein IoT-Starterkit basierend auf seiner Gateway-Serie OTGuard im Programm. Die Einsteigerlösung ist somit besonders für die Automatisierungsebene geeignet.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige