Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Industrie-Firewall schafft größere Sicherheit im Produktionsnetz

ZF Sachs, ein Automobilzulieferer für Antriebs- und Fahrwerkkomponenten mit Sitz in Schweinfurt, hat die Sicherheit seiner industriellen Netzwerke nachhaltig verbessert. Der Ansatzpunkt: eine dezentrale Sicherheitsarchitektur mit Industrie-Firewalls.

Ausgangspunkt für die stärkere Absicherung der Produktionsanlagen waren Virenprobleme im Office-Netz. Im Vergleich zum überschaubaren Schadensrisiko beim Befall von Office-Rechnern wurde das Gefährdungspotenzial für die Produktionsanlagen als wesentlich größer eingeschätzt. Um die Risiken möglicher Störungen oder gar von Produktionsausfällen durch fehlerhafte Zugriffe oder Schadsoftware zu reduzieren, wurden bei ZF Sachs zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen beschlossen.

Dezentrale Sicherheitsphilosophie

Die Aufgabenstellung für die neue Sicherheitsarchitektur bestand darin, die Produktionsanlagen sowohl gegen unerwünschte externe und interne Zugriffe zu schützen als auch die Ausbreitung von eingedrungenen Schädigungen einzudämmen. Als geeignete Strategie wurde eine Trennung des Office-Netzes vom Produktionsnetz durch eine große Firewall und eine tiefengestaffelte Sicherheitsarchitektur (Defense in Depth) ausgewählt, mit der sich auch kritische Einzelsysteme absichern lassen. Eine Schlüsselrolle kam dabei der Kontrolle und Filterung des Netzwerkverkehrs durch Firewalls zu. Für eine dezentrale Architektur mit Firewalls sprachen der besser zu organisierende verteilte Schutz, die größere Flexibilität bei einem industrietypischen Netzwerk-Design und geringere Investitions- und Betriebskosten. Eine Segmentierung durch VLAN-fähige Switche in logisch getrennten Segmente wurde geprüft und verworfen, da Virtual-LANs aus Sicherheitssicht als zu schlecht kontrollierbar bewertet wurden.

Für die Umsetzung waren die Bereiche Automatisierungstechnik und Instandhaltung in Abstimmung mit der IT zuständig. Neben dem Einsatz von Virenscannern auch im Produktionsbereich wurde als wichtigste Maßnahme die Segmentierung des Produktionsnetzes in kleine, handhabbare Maschinennetze umgesetzt. Die Zuordnung erfolgte räumlich nach Gebäudebereichen und zusätzlich für einzelne Anlagen mit Profinet-Komponenten.

Insgesamt wurden 40 dezentrale Maschinennetze eingerichtet und jedes dieser Teilnetze durch eine mGuard Firewall von Phoenix Contact und Innominate abgesichert. „Wir haben verschiedene Firewall-Security-Produkte vor allem nach zwei Kriterien geprüft. Die Industrietauglichkeit mit z.B. einem erweiterten Temperaturbereich war uns besonders wichtig. Außerdem brauchten wir eine Lösung, die sich möglichst flexibel und mit geringem Aufwand in unser Umfeld von Automatisierungskomponenten einbinden ließ“, begründet Asmund Hey, bei ZF Sachs verantwortlich für die Automatisierungstechnik im Bereich technische Dienste, die Entscheidung für die mGuard Security-Lösung.

Die Einrichtung dezentraler Firewalls

Planungsgrundlage für die Umsetzung der dezentralen Sicherheitsarchitektur war der Netzstrukturplan. Er beschreibt die einzelnen Netzsegmente und enthält Angaben darüber, welches Gerät an welchen Port angeschlossen ist, welche IP-Adressen, MAC-Adressen, Firmwarestände und Produktkennzeichnungen vorliegen. „Damit die dezentrale Architektur mit 40 einzelnen Maschinennetzen nicht zu einer Vervielfachung des Einrichtungs- und Betriebsaufwands führt, haben wir zunächst für alle Teilnetze als Masterregelung einen Basissatz an gemeinsamen Firewall-Regeln entwickelt. Die Umsetzung war relativ einfach“, berichtet Asmund Hey.

Für den Roll-out wurden die Masterregeln bei der Inbetriebnahme aus einem Speicherchip ausgelesen und auf das Teilnetz angewendet. Damit waren bereits die meisten Anforderungen abgedeckt. Es mussten nur noch individuelle Regeln für spezielle Ausnahmefälle ergänzt werden, wie etwa für den Zugriff einer Steuerung auf Office-Servershares. Nach der Inbetriebnahme folgte eine dreimonatige Einführungs- und Lernphase, um nicht berücksichtigte Zugriffe oder Ports nachzubessern. „Dabei haben wir festgestellt, wie wichtig ein sorgfältiger Netzwerkstrukturplan ist. Je mehr Zeit hier investiert wird, umso geringer ist der spätere Korrekturaufwand. Außerdem haben wir die Vorteile eines zentralen Geräte-Managements erkannt“, benennt Asmund Hey die wichtigsten Erfahrungen aus der Inbetriebnahme.


Das könnte Sie auch interessieren:

Aus dem Industrie-4.0-Barometer der Management- und IT-Beratung MHP geht hervor, dass sich die Position eines CIO in der Geschäftsführung positiv auf Umsetzung von Industrie-4.0-Ansätzen auswirkt.‣ weiterlesen

Durch die Pandemie und durch die Digitalisierung steigt der Innovationsdruck auf die deutsche Industrie. Wie die aktuelle CGI-Studie zeigt, können agile Unternehmen besser mit den damit verbundenen Herausforderungen umgehen.‣ weiterlesen

Das Internet der Dinge bringt physische und digitale Welten zunehmend zusammen. Schon längst geht es nicht mehr nur um die pure Vernetzung von Geräten, sondern um Systeme, die Menschen, digitale Lösungen und Objekte aus der realen Welt verknüpfen.‣ weiterlesen

Kooperationen mit Technologie-Startups bieten für etablierte Unternehmen Chancen, um die digitale Transformation zu bewältigen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch selbst wenn große Organisationen schon mit jungen Firmen kooperieren, nutzen sie das Potenzial dieser Zusammenarbeit oft kaum aus.‣ weiterlesen

231.000 offene Stellen weniger als im vierten Quartal 2019 verzeichnet das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in der aktuellen Stellenerhebung. Demnach ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem dritten Quartal 2020 jedoch gestiegen.‣ weiterlesen

Die vermehrte Arbeit im Homeoffice reduziert die CO2-Emissionen, die beispielsweise durch Pendeln entstehen. Auf der anderen Seite steigt der Stromverbrauch zuhause. Wie dieser reduziert werden kann, zeigen Tipps der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung.‣ weiterlesen

Nach 90,3 Punkten im Januar ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar gestiegen. Die Unternehmen schätzen dabei nicht nur die aktuelle Lage besser ein sondern sind auch mit Blick auf die kommenden Monate weniger pessimistisch.‣ weiterlesen

Festo ist ein weltweit agierender Hersteller von pneumatischer und elektrischer Steuerungs- und Antriebstechnik. In der Produktentwicklung werden die Weichen gestellt, um dem hohen Innovationsdruck standzuhalten. Den Bau der Funktionsprototypen unterstützt der Zulieferer Facturee mit passgenauem Zuspiel von gespanten Einzelteilen.‣ weiterlesen

Die weltweite Corona-Krise hat auch zu hohen Exporteinbußen der Maschinen- und Anlagenbauer geführt. Im Jahr 2020 wurden aus Deutschland Maschinen und Anlagen im Wert von 160 Milliarden Euro exportiert und für 67 Milliarden Euro importiert.‣ weiterlesen

Alles fließt - fand vor 2.500 Jahren bereits Heraklit von Ephesos heraus. Auch die Materialflüsse in Produktion und Logistik unterliegen einem stetigen Wandel, damit keine Flaschenhälse oder Pufferzonen entstehen. Mit Software von Tarakos können Firmen anstehende Veränderungen räumlich exakt planen und den Durchsatz simulieren - seit kurzem mit deutlich schnelleren Import von AutoCAD-Daten.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige