Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

In dreieinhalb Jahren von Null auf Hundert

Entwicklungskonzepte für Elektroautos

Vor dreieinhalb Jahren lief das Elektromobilitätsprojekt 'Streetscooter' an. Dafür wurde eine Entwicklungsumgebung geschaffen, die mit Engineeringdaten von unterschiedlichen Systemen umgehen kann und die die effiziente Entwicklung von Fahrzeugvarianten unterstützt. Im Ergebnis entstand eine IT-Plattform, mit der rund 80 Partner in etwa der Hälfte der konventionell üblichen Zeit und zu einem Zehntel der Kosten ein serienreifes Elektrofahrzeug entwickelt haben.



Ein Auslieferfahrzeug für die DHL mit Elektroantrieb wird derzeit in Vorserie gefertigt. Die Montage ist im ehemaligen Bombardierwerk in Aachen untergebracht; im Rahmen einer Testphase werden die Fahrzeuge bereits in Bonn eingesetzt. Bild: PTC

Um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu sein, wurde der Streetscooter für den Einsatz innerhalb der ‚Effizienzlücke‘ der urbanen Verkehrsumgebung konzipiert. In diesem Umfeld soll sich der ‚Straßenroller‘ günstiger als Autos mit Verbrennungsmotor betreiben lassen. Entsprechend standen kurze Fahrzeiten mit häufigem Stop-and-go, begrenzte Reichweite von circa 120 Kilometern, geringe Höchstgeschwindigkeit und hohe Schadstoffauflagen als Anforderungen an das Fahrzeug im Fokus. Diese Ziele wurden beim ersten serienreifen Modell, einem Nutzfahrzeug für Postauslieferungen der DHL, das sich zurzeit in der Testphase befindet, erreicht. Mit dreieinhalb Jahren konnte dabei die Entwicklungszeit üblicher Automodelle halbiert und der Kostenaufwand mit 30 Millionen Euro auf ein Zehntel des marktüblichen Aufwandes reduziert werden. Professor Dr. Achim Kampker, Geschäftsführer der Streetscooter GmbH und Inhaber des Lehrstuhls für Produktionsmanagement am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) an der RWTH Aachen, erläutert: „Derartig anspruchsvolle Vorgaben erforderten nicht nur eine von Grund auf neue Vorgehensweise bei der Technologie, sondern beim gesamten Geschäftsmodell Auto.“ Der Technologieansatz umfasste damit nicht einfach den Austausch des Antriebsstranges eines konventionellen Modells, sondern die Konzeption eines völlig neuen Autos. Das Fahrzeug wurde „auf das Wesentliche reduziert, um die Batterie herum gebaut“, wie Kampker erläutert.

Variantenentwicklung nach dem Baukastenprinzip

Grundlage der Struktur des Streetscooter ist das Baukastenprinzip: Die modulare Produktarchitektur soll sicherstellen, dass sich das Elektroauto für die Stadt kontinuierlich erneuern und rekonfigurieren lässt. Dazu wurde das Fahrzeug in neun ‚lead-engineering-groups‘ (LEG) eingeteilt, darunter Karosserie, Thermomanagement, Antriebsstrang, Batterieentwicklung, Bordnetz und nicht zuletzt die LEG Gesamtfahrzeug. Für diese Kompetenzfelder wurden Partner geworben, von denen zehn als Gesellschafter zusammen mit dem WZL die Streetscooter GmbH gründeten. Dabei konnten die Partner ihr existierendes Produkt-Know-how in das Projekt einbringen. Produkt und Prozesse sollten möglichst parallel und komplett für den gesamten Produktlebenszyklus entwickelt werden. Dies sollte auch das Netzwerk an Zuliefer-Partnern einschließen, deren Arbeitsmittelpunkt zwar Aachen ist, die aber nicht zentralistisch gesteuert werden sollten. „Um das hierzu notwendige Kommunikationsmanagement der Daten und Prozesse in den Griff zu bekommen, haben wir sehr früh auf PTC gesetzt und als strategischen Partner mit ins Boot geholt“, schildert Kampker. Der Funktionsumfang der Product Lifecycle Management-Lösung (PLM) Windchill und der CAD-Plattform Creo des Anbieters versprach, die Anforderungen zu erfüllen.

google plus
Entwicklungskonzepte für Elektroautos
Ein Auslieferfahrzeug für die DHL mit Elektroantrieb wird derzeit in Vorserie gefertigt. Die Montage ist im ehemaligen Bombardierwerk in Aachen untergebracht; im Rahmen einer Testphase werden die Fahrzeuge bereits in Bonn eingesetzt. Bild: PTC



Das könnte Sie auch interessieren:

Scope - mobile Anwendung für Produktionslinien - ein in Bachelor-Kooperation realisiertes Projekt, das Mobile Devices für die Maschinenbedienung etabliert.‣ weiterlesen

Die Konnektivitätsanwendung KepServer-Ex von Kepware soll den Zusammenschluss von Maschinen und Anlagen zu einem Datenverbund vereinfachen.‣ weiterlesen

Ab 25. Mai 2018 gilt die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO). Unternehmen bleibt also nur noch wenig Zeit, um ihre Prozesse entsprechend anzupassen.‣ weiterlesen

Starkes Wachstum, hohe Auslastung: Bei Reisch lief eigentlich alles. Nur die IT machte dem Maschinenbauer Sorgen: Mit der über Jahre gewachsenen, hauptsächlich aus Insellösungen bestehenden Systemlandschaft konnte das Familienunternehmen seine Abläufe nicht mehr effizient abbilden. Daher entschied sich Reisch, auf ein unternehmensweites ERP-System umzusatteln: Seit Anfang 2017 arbeitet der Traditionsbetrieb mit ams.erp.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige