Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Heterogene Systemlandschaft

Ein Protokoll ist erwachsen geworden

Der Lebensmittelhersteller Valio Ltd. betreibt Produktionsstandorte in Finnland, Estland und Moskau. Die Interoperabilität zwischen den vielen eingesetzten Automatisierungs- und Manufacturing Execution-Systemen herzustellen, ist eine ständige Herausforderung. Um die Daten verschiedener Hersteller auf einen Nenner zu bringen, setzt die Unternehmensgruppe schon lange auf OPC und seit kurzem auf OPC UA.

BIld: Fotolia / Pablo_74

Der Lebensmittelproduzent Valio Ltd. betreibt 15 Produktionsstandorte in Finnland, zwei in Estland und ein Kundenzentrum mit Produktionsstätte in Moskau. Dort werden verschiedene Manufacturing Execution- und Automatisierungssysteme von unterschiedlichen Herstellern eingesetzt. Innerhalb nur einer Fabrik sind Prozessleitsysteme von Honeywell, Siemens, Metso und ABB mit diskreten Fertigungseinheiten von Siemens, Omron, Mitsubishi und vielen anderen verbunden. Jede der 15 Produktionsstätten verwendet zudem unterschiedliche Systemkomponenten. Interoperabilität und Inkompatibilitäten von verschiedenen proprietären Protokollen stellen im Tagesgeschäft des Produzenten eine große Herausforderung dar. Auf der Produktionsebene ist die Harmonisierung der Kommunikation zwischen Feld- und Produktionsebene unter Verwendung von ‚klassischem‘ OPC schon lange Stand der Technik und wird bei dem Nahrungsmittelhersteller auch längst in Leitebene, Produktion und Verpackung umgesetzt.

ANZEIGE

Kunststoff in Form bringen

Bild: KEB Automation KG

Bild: KEB Automation KG

Sie begegnen uns in vielen Bereichen: Kunststoffprodukte. Hinter ihnen stehen Maschinen, die zuverlässig sein müssen. Ob es sich um Extrusions- oder Spritzgießtechnik handelt – KEB Automation bietet die passende Automatisierungs- und Antriebstechnik.

Klassischem OPC sind Grenzen gesetzt

Jedoch stößt ‚klassisches‘ OPC für die netzwerk- und standortübergreifende Kommunikation an Grenzen. Auf der Unternehmensleitebene ist das produzierende Unternehmen aufgrund verschiedener Protokolle und proprietärer Lösungen mit denselben Interoperabilitätsproblemen konfrontiert, die früher häufig in der Automatisierung anzutreffen waren. Jeder Hersteller bringt sein eigenes Webserviceprotokoll mit und es sind permanent Anpassungen und Customizings erforderlich. Die zentralisierten Unternehmensanwendungen sammeln Daten von Produktion, Verpackung und Lagerhaltung. Manufacturing Execution System (MES), Produkt- und Warenverfolgung, Gesamtanlageneffektivität-Metriken, Laborinformations- und Managementsysteme und deren Datenbankverbindungen ins IT-Netzwerk erfordern ein Firewall-freundliches, sicheres und zuverlässiges Standardprotokoll.

ANZEIGE


Bild: Fotolia / Endostock

Ein Datenkonzentrator

Die Verbindung von Produktion und Unternehmen soll ohne Anlagenstillstand vollzogen werden, eine sanfte Migration ohne Beeinträchtigung der laufenden Produktion. Jedes Subnetz in jedem Bereich der Produktion hat eigene Anforderungen und Sicherheitsvorschriften und ist über Gateways und Firewalls geschützt. Die direkte Verbindung von MES und Produktion wird kritisch betrachtet, da der Konfigurations- und Administrationsaufwand, vor allem bei gesichertem Zugriff, enorm ist. Hohe Kosten für die Implementierung und Pflege einer eigenen Integrationslösung haben zur Entscheidung geführt, einen bewährten Industriestandard einzusetzen. Um das Engineering zu vereinfachen, soll ein Datenkonzentrator verwendet werden, ein einziger Zugangspunkt pro Subnetz. Dieser Maschinenknoten soll kaskadierend oder aggregierend alle unterlagerten ‚klassischen‘ OPC-Server zusammenfassen, ohne dabei Informationen zu verlieren oder das bestehende Sicherheitskonzept zu unterlaufen. OPC UA konnte diese Anforderungen erfüllen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mit mobilem Arbeiten verbindet die Mehrheit der Beschäftigten eine bessere Work-Life-Balance. So zumindest lautet das Ergebnis einer SD-Works-Umfrage zum Thema. Mehr als 50 Prozent der Befragten halten demnach zwei bis drei Tage pro Woche für optimal.‣ weiterlesen

Nachhaltige Produkte und nachhaltiger produzieren ist gesellschaftlicher, politischer und unternehmerischer Konsens. Strukturierte Workshops und ein Process-Mining-Bild können helfen, den Weg dorthin zu strukturieren.‣ weiterlesen

Die Nachfrage nach IoT-Lösungen wächst. Und eine Reihe von offenen Technologien wandert in den Standard-Werkzeugkasten produzierender Betriebe. Ein Überblick, der bei dem MQTT-Protokoll beginnt.‣ weiterlesen

Anhand eines Traktors beschrieb Michael E. Porter, wie Digitalisierung funktioniert - vom konventionellen Produkt hin zum Ökosystem. In einem aktuellen Whitepaper zeigt der VDMA, warum solche Ökosysteme auch für den Maschinen- und Anlagenbau relevant sind.‣ weiterlesen

Mit dem Ziel Startups zu unterstützen hat Dassault Systèmes ein 3DExperience Lab in München eröffnet. Es ist das vierte Startup-Hub des Unternehmens weltweit.‣ weiterlesen

Energiedatenmanagementsysteme sollen dabei helfen, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Sektkellereien von Rotkäppchen-Mumm setzen seit 2014 auf ein solches System. Bis dato wurden Energiedaten noch manuell erfasst. Per Software gelang es, Energiedaten aus verschiedenen Quellen zu konsolidieren.‣ weiterlesen

Brauchen Firmen noch ein Manufacturing Execution System, wenn sie ihre Maschinen und Anlagen im Sinne eines Industrial Internet of Things vernetzt haben? Auf den zweiten Blick wird klar: Ja, denn um aus Daten Information zu machen, braucht es Spezial-Software. Veteranen könnte dieser Diskurs an die 90er Jahre erinnern, als Business Intelligence-Systeme ihren Siegeszug feierten.‣ weiterlesen

Beim Mittelstand-Digital Zentrum Klima.Neutral.Digital sollen Unternehmen Hilfestellung auf dem Weg zur Klimaneutralität erhalten. Unternehmen erhalten dort neben Informationen auch Unterstützung bei konkreten Projekten.‣ weiterlesen

Trotz der aktuellen Krisen rechnet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in seiner Prognose nicht mit einem Einbruch am Arbeitsmarkt. Für die Industrie prognostizieren die Forscher jedoch stagnierende Zahlen.‣ weiterlesen

Eine gemeinsame Lösung für sicherheitsorientierte Unternehmen und Behörden ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Mendix und Stackit. Mendix Low-Code-Anwendungen können so auf der souveränen Stackit-Cloud betrieben werden.‣ weiterlesen

Effizienz und Cybersicherheit sind zwei wichtige Aspekte in der Softwareentwicklung. GitOps ist ein Ansatz, um beides zu verbessern. Zugleich wird die Handlungsfähigkeit von Entwicklungsteams gesteigert.‣ weiterlesen