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Herstellerportale integrieren

Digital statt Papier

Anlagenbauer und Betreiber stehen mit der großen Anzahl der in der Anlage eingesetzten Komponenten und bei deren Dokumentation vor einer doppelten Herausforderung: Das Erfassen aller notwendigen Dokumente bis zur Inbetriebnahme und deren Pflege im laufenden Betrieb. Bedeutend weniger Aufwand könnte anfallen, wenn sich die Engineering-Werkzeuge die zur Planung und Dokumentation erforderlichen Komponenten-Daten direkt von IT-Portalen ihrer Hersteller runterladen könnten.

Bild: mch67 / Fotolia.com

Oft besteht eine Anlage der Prozessindustrie aus mehreren Hundert bis zu mehreren Tausend Messstellen. Und jede muss dokumentiert werden. Im Papierformat angelieferte Dokumente müssen beim Anlagenbetreiber gesammelt, gesichtet, geprüft, sortiert und dann natürlich sinnvoll zur Verfügung gestellt werden. Viele Komponenten zur Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) werden in identischer Art in manchen Anlagen mehrfach, oft sogar hundertfach eingebaut. Damit wird auch die Dokumentation dazu hundertfach angeliefert. Wo man an der einen Stelle kopiert, um die Dokumentation in verschieden Bereichen der Anlage im schnellen Zugriff zu haben, wird an anderer Stelle entsorgt und das im großen Stil. Digitale Dokumentation kann hier die Lösung sein, und zwar idealerweise so, dass die Informationen der Herstellerportale direkt ins Engineering-Tool integriert werden.

Die noch häufig verwendeten Lösungen zur digitalen Dokumentation könnten der Grund sein, warum sich ‚digital‘ bislang noch nicht überall durchgesetzt hat. Sowohl die Lieferung von Daten per CD als auch der Zugriff via Internet bringen Nachteile und Schwierigkeiten mit sich. Dokumentations-CDs werden in der Regel manuell erstellt. Oft werden aus dem System des Lieferanten all die Dokumente, die zu einer bestimmten Lieferung gehören, von Hand auf eine CD kopiert. Diese Tätigkeit braucht Zeit und oft kommen die CDs mit der wichtigen Dokumentation deshalb zeitversetzt zu den Hardware-Komponenten beim Kunden an. Ein weiterer Nachteil: Die Dokumente auf der CD sind statisch. Stellt der Hersteller seine Informationen per Internet zur Verfügung, entfällt dieser Zeitverzug.

Erheblicher Zeitaufwand

Dennoch ist der Zeitaufwand zur Datenbeschaffung nicht unerheblich. Zum Suchen der Dokumentation müssen unter Umständen die einzelnen Webseiten des Herstellers aufgerufen und vielstellige Seriennummern eingegeben werden, das Risiko von Tippfehlern natürlich inklusive. Gefährlich kann es vor allem dann werden, wenn durch eine falsche Eingabe die Dokumentation eines ähnlichen Gerätes gefunden wird und der Fehler nicht auffällt. Außerdem muss die aufwendige Suchprozedur unter Umständen für jedes eingebaute Gerät wiederholt werden. Egal ob die Daten per CD oder Internet beschafft werden, jedes Dokument muss dann noch mit der jeweiligen Komponente im Engineering-Werkzeug verknüpft und an passender Stelle abgelegt werden.

Zugriff auf das Portal

In der Entwicklungssoftware wurden meist während der Planungsphase MSR-Komponenten bereits mit verschiedenen Daten erfasst. Zeit sparen könnten Anlagenbauer, wenn zur jeweiligen Komponente direkt aus der Konstruktonssoftware Daten beim Lieferanten abrufen werden könnten. Der Automatisierungsanbieter Rösberg hat in seinem System Prodok für Prozessleittechnik und Computer Aided Engineering eine entsprechende Lösung integriert. Wo die Seriennummer bereits erfasst ist, lässt sie sich zur Suche nutzen, anderenfalls kann sie in die Suchmaske eingegeben werden und wird von dort direkt ins Engineering-Tool übernommen.

Mit einem Klick auf den Button ‚Portal‘ verknüpft sie das System automatisch mit beim Lieferanten verfügbaren Dokumenten. In der Regel sind das zum Beispiel Betriebsanleitungen – und zwar passend zur jeweiligen Gerätevariante und Treiberversion – Werkstoffzeugnisse, Kalibrierprotokolle, Zulassungen wie WHG oder SIL, Konformitäts- und ATEX-Bescheinigungen oder Parameterprotokolle. Damit die Verknüpfung funktioniert, muss der Gerätelieferant diese Informationen in einem entsprechenden Portal zur Verfügung stellen. Die Schnittstellen zwischen dem System und den Herstellerportalen müssen dafür sowohl Herstellern als auch dem Lösungsanbieter bekannt sein, damit sich diese Verknüpfung einfach realisieren lässt.


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