Anzeige
Beitrag drucken

Funkstille in der Produktion?

Funk-Potenziale effizient nutzen

Seit vielen Jahren halten Funksysteme Einzug in die Industrieautomation. Gerade bei der Vernetzung von beweglichen, weit entfernten oder schwer zugänglichen Anlagenteilen bieten sie viele Vorteile. Hier sind sie deutlich flexibler und vielfach auch kostengünstiger als kabelgebundene Lösungen. Oft werden hierfür Funktechnologien in lizenzfreien Frequenzbändern, wie WLAN, Bluetooth oder darauf basierende Varianten, eingesetzt.



Bild: Fraunhofer IIS/EAS, Oliver Killig

Die korrekte Installation von Funksystemen sowie der zuverlässige Betrieb können im industriellen Umfeld schwierig sein. Veränderliche Ausbreitungsbedingungen, benachbarte Funksysteme, Fehlkonfigurationen oder gestiegene Anforderungen der Anwendung können Übertragungsprobleme verursachen. Die Folge sind dann Verbindungsabbrüche und schlimmstenfalls Anlagenausfälle. Die Weiterentwicklung des Mobilfunks schafft hierbei nur bedingt Abhilfe. Der zukünftige Standard 5G adressiert zwar die deterministische Datenübertragung mit kurzen Latenzzeiten, jedoch sprechen die signifikanten Betriebskosten, die starke Abhängigkeit von den nationalen Mobilfunkanbietern und die im Vergleich zu lizenzfreien Frequenzbändern geringere Bandbreite gegen eine flächendeckende Nutzung in der Industrieautomation. Die lizenzfreien Frequenzbänder werden daher trotz der bestehenden Probleme auch zukünftig von enormer Bedeutung sein und darauf zugeschnittene, neue Funktechnologien speziell für die Industrieautomation entwickelt werden.

Parallelbetrieb von Funksystemen

Für einen störungsfreien Betrieb von parallel arbeitenden Funksystemen in lizenzfreien Frequenzbändern empfehlen renommierte Fachverbände die Einführung eines manuellen Koexistenzmanagements. Mit dem zu erwartenden Anstieg drahtlos vernetzter Anwendungen im Kontext von Industrie 4.0 und der daraus entstehenden Dynamik erreicht dieser Ansatz jedoch schnell seine Grenzen und muss in ein automatisches, übergreifendes Netzwerk- und Ressourcenmanagement-System überführt werden. Hierbei werden alle Funknetze des Betreibers in der Umgebung automatisch gesteuert und überwacht. Der Zustand einzelner Funksysteme wird bei der Inbetriebnahme sowie auch nach signifikanten Änderungen im Umfeld der Anwendung immer wieder überprüft. Nur so können Störungen zwischen benachbarten Funknetzen vermieden und Produktionsausfälle minimiert werden. Gleichzeitig wird die Auslastung der bestehenden Funkbänder optimiert, sodass mehr funkbasierte Applikationen parallel betrieben werden können.



Mittels einer kombinierten Spektral- und Telegrammanalyse erkennt der Wireless-Network-Analyzer den Zustand der Funknetze und bestehende Probleme.Bild: Fraunhofer IIS/EAS



Das könnte Sie auch interessieren:

Klaus Hübschle tritt Anfang 2020 die Nachfolge von Andreas Börngen als CEO von M&M Software an.‣ weiterlesen

Econ Solutions hat mit Philip Würfel einen neuen Geschäftsführer. Er tritt die Nachfolge von Dr. Stephan Theis an.‣ weiterlesen

Wohin entwickeln sich die Fabriken in den nächsten Jahren? Philipp Wallner von MathWorks wagt die Prognose, das fünf Faktoren darunter sein werden, die individuelles Fertigen und Ressourceneffizienz in Einklang bringen.‣ weiterlesen

Der einzige Trost beim Thema künstliche Intelligenz und Cybersicherheit? Dass auch die Angreifer nicht verstehen, wie die technologische Black Box KI genau funktioniert. Steve Rymell, Technikchef bei Airbus CyberSecurity, berichtet über die Notwendigkeit, künstliche Intelligenz auf dem Feld der IT-Sicherheit im Auge zu behalten - ohne ihr freilich einen Sonderstatus zuzuweisen.‣ weiterlesen

Weltweit streben Unternehmen nach digitalisierten Produktionsumgebungen. Schließlich verhelfen vernetzte Maschinen zu mehr Transparenz, Einsparpotentiale werden offenbar und die Produktionsplanung endlich realistischer. Doch vor der Vernetzung muss deren Zweck möglichst klar definiert sein, und auch das Koppeln der Maschinen selbst braucht Sachverstand.‣ weiterlesen

Dietmar Heinrich wird neuer Finanzvorstand der Dürr AG. Zudem ernannte der Aufsichtsrat Dr. Jochen Weyrauch zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden.‣ weiterlesen

Die Maschinenbauer aus Deutschland müssen sich in einem zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld behaupten. Das Jahr 2019 war geprägt von einer schwachen Weltkonjunktur, immer härteren Drohungen und Sanktionen in den globalen Handelsstreitigkeiten, sowie einem tiefgreifenden Strukturwandel in der Autoindustrie.‣ weiterlesen

Nach einer Studie von Gartner soll bis 2022 der Geschäftswert von KI auf 2,85 Billionen Euro steigen. Der Löwenanteil davon wird voraussichtlich auf den Bereich der Kundenerfahrung entfallen, für das schon ausgereifte Tools am Markt existieren. Dieser Überblick zeigt, wie es heute um KI im Field Service Management steht und wohin die Reise geht.‣ weiterlesen

Eine Gießerei von Daimler-Motorblöcken rang mit Qualitätsproblemen und hohem Ausschuss. Nachdem sie eine KI-Lösung 15 Monate lang mit allen möglichen Unternehmensdaten fütterte, gab diese neue Betriebsparameter für die Produktion aus. Bereits im ersten Monat nach Anwendung dieser Parameter schleuste sie 50 Prozent weniger Motorblöcke aus.‣ weiterlesen

Nach einem zweistelligen Wachstum im September verzeichnete der Auftragseingang in der Elektroindustrie im Oktober einen Rückgang.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige