Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Förderung vom Wirtschaftsministerium

Agenturen helfen auf dem Weg in die Digitalisierung

Mittelständische Unternehmen bilden die tragende Säule der deutschen Wirtschaft. 99 Prozent der Unternehmen in Deutschland gehören zum Mittelstand, 60 Prozent der Arbeitnehmer sind hier tätig und tragen gut die Hälfte zur deutschen Wertschöpfung bei. Zudem zählen kleine und mittelständische Unternehmen zu den innovativsten Unternehmen in Europa; fast die Hälfte betreibt eigene Forschung und Entwicklung. Großer Entwicklungsbedarf besteht jedoch vor allem an einer Stelle: Der digitalen Transformation der Geschäftsprozesse.



Bild: Prokop / LHLK

Neben Herausforderungen wie der Nachfolgeregelung, der Suche nach geeigneten Fachkräften und der praxisorientierten Weiterbildung, ist es vor allem die Digitalisierung, die viele Mittelständler umtreibt: Laut einer Studie des Mittelstandsverbunds ZGV bewerten fast 25 Prozent der befragten Unternehmen die digitale Transformation als größte Herausforderung für das aktuelle Jahr. Den meisten Betrieben fällt es schwer, adäquate Kompetenzen und digitale Infrastrukturen aufzubauen oder vorzuhalten.

Eine eigene Website haben die meisten

Mehr als 80 Prozent der KMU verfügen heute über eine eigene Website und 78 Prozent nutzen E-Mail-Programme für die Geschäftskommunikation, rund 70 Prozent Software für die Buchhaltung. Gleichwohl darf diese Bestandsaufnahme nicht den Blick dafür verstellen, dass es sich hierbei um einfache IT-Anwendungen handelt. Geht es um den Einsatz komplexerer Anwendungen und der durchgehenden Digitalisierung der Prozessketten, besteht erheblicher Nachholbedarf: Nur 29 Prozent der Unternehmen sind elektronisch mit ihren Zulieferern vernetzt, weniger als 28 Prozent setzen für ihr Projektmanagement Software ein und lediglich 23 Prozent steuern ihre logistischen Prozesse mit IT-Anwendungen. Gerade einmal 12 Prozent haben ihr Flottenmanagement digitalisiert, stellte die Bertelsmann Stiftung im letzten Jahr fest. Mangelndes Know-how und geringe Kapitalausstattung sind hierfür wichtige Ursachen. Insbesondere aber fehlen leicht nachahmbare, praxisnahe Vorbilder für mittelstandstaugliche Anwendungen. Mehr als die Hälfte der KMU setzt daher bisher noch keine digitalen Lösungen zur Optimierung ihrer Wertschöpfung ein.

Potenzial will noch erschlossen werden

Marktuntersuchungen schätzen, dass die digitale Transformation alleine für Deutschland bis 2025 die Wertschöpfung zwischen 200 und 425 Mrd. Euro steigern kann. Doch solche Prognosen sind kein Selbstläufer. Sie sind nur realistisch, wenn alle produzierenden Betriebe, KMU und das Handwerk, an diesem Entwicklungsprozess teilhaben. Die Politik hat sich daher entschlossen, den Prozess der digitalen Transformation aktiv zu gestalten und zu begleiten. Im Sinne der High-Tech-Strategie der Bundesregierung sowie der Digitalen Agenda geht es darum, den Standort Deutschland durch eine konsequente Digitalisierung der Produktions- und Distributionsprozesse über alle Branchen hinweg wettbewerbsfähiger zu machen. Die Sensibilisierung und Unterstützung mittelständischer Unternehmen für alle Themen rund um Industrie 4.0 ist dabei ein zentrales Anliegen der künftigen Mittelstandspolitik.

Gezielte Unterstützung

Die Bundesregierung hat im Sommer des vergangenen Jahres die neue Förderinitiative ‚Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse‘ unter dem Dach des seit 2012 bestehenden Förderprogramms ‚Mittelstand-Digital‘ gestartet. Die neue Initiative soll Mittelstands- und Handwerksunternehmen helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und neue Geschäftsfelder im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0 zu erschließen. Unter dem Dach der Initiative wurden bislang sechs Kompetenzzentren und vier Agenturen für verschiedene Spezialbereiche der Digitalisierung ins Leben gerufen.

Kompetenzzentren und Agenturen

Die Aufgabe der Kompetenzzentren besteht darin, aktuelles, praxisrelevantes Wissen zu Digitalisierungsprozessen, Anwendungen von Industrie 4.0 sowie zur Vernetzung betrieblicher Prozesse zusammenzuführen, weiterzuentwickeln und „in die Sprache des Mittelstandes zu übersetzen“. Spezifisch ausgerichtete Qualifizierungsangebote zeigen die Potenziale von Industrie 4.0-Lösungen auf und sollen die Betriebe fit für die Umsetzung machen. Zudem soll die Möglichkeit eröffnet werden, unter professioneller Anleitung beispielsweise eigene technische Entwicklungen oder Schnittstellen zu Kunden, mit Hilfe von so genannten ‚Test Beds‘ auszuprobieren. So können Unternehmen ohne Risiko mit ihrem Weg in die Digitalisierung experimentieren und die passenden Lösungen umsetzen. Im Laufe des Jahrs sollen insgesamt elf Kompetenzzentren im ganzen Bundesgebiet ihre Türen öffnen. Handwerksunternehmen können sich seit Anfang des Jahres an das ‚Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Digitales Handwerk‘ in Hannover wenden. Organisationen wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks begrüßten ausdrücklich die Einrichtung der übergreifenden Anlaufstelle, denn so kann auf die spezifischen Anforderungen der Handwerksbetriebe passgenau reagiert werden. Ähnlich wie bei den anderen Kompetenzzentren, sollen anhand von gut nachahmbaren Lösungen gangbare Wege aufgezeigt werden, wie es auch kleinen und Kleinstbetrieben gelingen kann, den Prozess der Digitalisierung und Vernetzung im eigenen Geschäftsfeld anzugehen.

Agenturen bieten spezifisches Digitalisierungs-Know-how

Ein sehr spezifisches Digitalisierungs-Know-how offerieren die vier Mittelstand 4.0-Agenturen. Die Mittelstand 4.0-Agentur ‚Prozesse‘ bietet konkrete Hilfe beim Einsatz von digitalem Prozess- und Ressourcenmanagement. Ein zentraler Ansatz ist die Aufarbeitung der Erfahrungen von großen Vorreiterunternehmen für KMU. Fragen zum Einsatz und der Verbreitung von Cloud-Computing-Technologien und der Auslagerung von Prozessen stehen im Fokus der Agentur ‚Cloud‘. Neben der Erarbeitung von Konzepten und Einsatzoptionen von Cloud-Technologien werden hier auch einsatzkritische Fragen zum IT-Recht und zur IT-Sicherheit bearbeitet. Ferner unterstützt die Agentur ‚Kommunikation‘ bei der Steigerung der Perzeption von Informationen und der Veränderungsbereitschaft in KMU.

Schließlich bietet die Agentur ‚Handel‘ Orientierungswissen zu Themen wie etwa die optimale Nutzung von Online-Marktplätzen oder die Einführung eines E-Rechnungswesens. Insgesamt soll durch die Förderinitiative Mittelstand-Digital eine kompetente und neutrale Unterstützung bereitgestellt werden, um Mittelständlern und Handwerksunternehmen auf dem Weg in die digitale Transformation ihrer Produktions- und Geschäftsprozesse unter die Arme zu greifen. Dies bedeutet einen wichtigen Beitrag, um die Erfolgsgeschichte Mittelstand in Deutschland weiterzuführen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Telefónica Tech erwirbt BE-terna und will damit seine Position als Technologie-Dienstleister stärken.‣ weiterlesen

Tim van Wasen tritt die Nachfolge von Stéphane Paté an und wird Geschäftsführer von Dell Technologies Deutschland.‣ weiterlesen

Überwachungssysteme, die vor Einbrüchen schützen sollen und sich per Smartphone-App steuern lassen, sollen die Nutzer in Sicherheit wiegen. Dass dieses Gefühl trügen kann, haben Studierende aus dem Studiengang Informatik an der Hochschule Emden/Leer im Rahmen eines Forschungsprojektes aufgedeckt.‣ weiterlesen

Das IT-Unternehmen Checkmarx hat das Tool Supply Chain Security vorgestellt. Das Programm zielt aber nicht auf die physische Lieferkette eines Produktionsunternehmens ab, sondern überwacht im Zusammenspiel mit Checkmarx Software Composition Analysis (SCA) den Health- und Security-Status von Open-Source-Projekten mit Blick auf mögliche Anomalien.‣ weiterlesen

Unternehmen haben bezüglich der Digitalisierung ihrer Qualitätsprozesse heute mehr Möglichkeiten denn je. Beim Blick auf klassische Produktionsunternehmen und deren Systemlandschaften kommen ERP- und CRM-Systeme, MES-Software und CAQ-Lösungen zum Vorschein, die durch offene Schnittstellenkonzepte wie OpenAPI in Summe wesentlich mehr Integrationsmöglichkeiten als früher mitbringen.‣ weiterlesen

Mit der weltgrößten Spaltrohrmotorpumpe mit Explosionsschutz konnte Hermetic-Pumpen für Aufsehen sorgen. Um bei der Entwicklung und Fertigung der Spezialpumpen erforderliche Normen und Vorgaben möglichst effizient umzusetzen, setzt der Hersteller aus Gundelfingen auf ein Integriertes Managementsystem.‣ weiterlesen

Mit einem Manufacturing Execution System (MES) können mittelständische Fertigungsbetriebe ihre Produktion digitalisieren und sie so auf komplexere Marktanforderungen ausrichten. Auf welche Funktionalitäten Fertiger achten sollten, zeigt der folgende Beitrag.‣ weiterlesen

Das Maschinenbauunternehmen Schenck Process hat die serverlose, modulare IoT-Plattform Coniq Cloud auf den Markt gebracht. Das System ist als IoT-Backbone für die eigenen Maschinen gedacht und bietet Anwendungsprogramme etwa zu Optimierung von Produktionszeiten und für Datenauswertungen.‣ weiterlesen

Komplexe Fertigung in Kombination mit hohem Termindruck führten beim Maschinenbauer Knoll dazu, dass lediglich 53 Prozent der Liefertermine zu halten waren. Nach der Einführung der PPS-Lösung von LF Consult liegt die Termintreue bei über 90 Prozent - bei kürzeren Durchlaufzeiten.‣ weiterlesen

Wenn sich am 30. Mai die Hallentore zum Flagschiff der Deutschen Messe öffnen, kann das als Startschuss für das postpandemische Messegeschehen gelten. Denn die Hannover Messe nimmt traditionell eine Sonderrolle unter den Industrieausstellungen ein. Grund dafür ist auch das hochkarätige Begleitprogramm, das diesmal mit 600 Vorträgen auf sechs Bühnen die Angebote der 2.500 Aussteller einrahmt.‣ weiterlesen

In diesem Jahr findet die Intralogistikmesse Logimat wieder in Präsenz statt. Und laut Veranstalter bewegen sich die Buchungen wieder auf Vor-Pandemie-Niveau. 1.500 Aussteller werden vom 31. Mai bis zum 2. Juni in Stuttgart erwartet.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige