Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Fertigungsleitsysteme und Industrie 4.0

Produktionsmonitoring für dezentrale Systeme

Nach der mechanisch, elektrisch und elektronisch gesteuerten Produktion hat die vierte industrielle Revolution begonnen: Die 'Industrie 4.0' soll die Fabrik zur Smart Factory machen, indem Teile und Maschinen via Internet miteinander kommunizieren. Für Produzenten besteht dabei eine Herausforderung darin, durch 'Big-Data'-Verarbeitung in Echtzeit die Datenwelten der Industrie von morgen für die Produktionsoptimierung nutzbar zu machen – von der Sensorebene bis zur manuellen Prozesskontrolle.

Bild: Audi AG

Erst kam das Morsen, dann das Telefonieren, dann folgten Internet und E-Mail. Heute können Menschen via Smartphone drahtlos von jedem Punkt der Erde miteinander kommunizieren und auf zentralen Plattformen wie Facebook, Twitter und Youtube in Echtzeit Texte, Bilder und Filme austauschen. Ähnlich verhält es sich mit der Entwicklung der Fertigung. Vom dampfbetriebenen Webstuhl über elektrische Fließbänder und chipgesteuerte Fabriken kündigt sich heute der Anfang einer vierten industriellen Revolution, der ‚Industrie 4.0‘ an. Noch stellt sich die Entwicklung eher als allmähliche Evolution denn als Revolution dar, doch die Bewegung nimmt Fahrt auf. Der digitalen Weiterentwicklung der Fabrik zur sogenannten Smart Factory sollte sich kein Unternehmen verschließen, wenn es langfristig wettbewerbsfähig bleiben will. Eine Vorreiterrolle könnte dabei die bereits heute hoch automatisierte Automobilindustrie mit ihren engmaschigen Lieferantennetzwerken spielen.

Schrittmacher für Produktion und Wertschöpfung

Der Begriff Industrie 4.0 wird als Oberbegriff für die Digitalisierung sowohl der Werkhalle als auch des industriellen Wirtschaftens genutzt. Im Umfeld dieser Entwicklung entstehen sowohl neue Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse als auch neue Möglichkeiten zur Optimierung von Produkten und ihrer Fertigung. Intelligente, dezentral vernetzte Maschinen können dabei ebenso eine Rolle spielen wie die Prozessunterstützung durch Software. Bei der Wertschöpfung zeichnet sich die Revolution vor allem im Service ab: Bereits verkaufte Produkte kommunizieren weiter mit ihrem Hersteller und melden Störungen, Wartungen oder Nutzerverhalten. Die zukünftigen Möglichkeiten sind vielfältig: Das Auto mit defekter Kupplung, das selbstständig die nächste Werkstatt ansteuert, in welcher der Kunde vom Service-Team bereits erwartet wird; die Waschmaschine, die selbstständig den Wartungsservice ruft; die Großkantinen-Kaffeemaschine, für die der Aufsteller jeden Monat eine tassengenaue Abrechnung schicken kann.

Frank Riemensperger von Accenture Deutschland drückt es so aus: „In der Industrie 4.0 geht es nicht mehr allein darum, Maschinen zu verkaufen.“ Verkauft werden könne vielmehr eine immer bessere Nutzung von Maschinen. Für die Fertigung heißt dies: Menschen, Teile und Maschinen stehen in der Smart Factory miteinander in Kontakt. Zudem kommunizieren intelligente Teile und Maschinen durch eingebettete IT-Systeme untereinander sowie mit dem Internet. So kann beispielsweise ein Fertigungsteil an die Kontrollsysteme melden, dass es falsch montiert wurde. Auf Basis der in diesen Systemen entstehenden Datenwelten können sich für Software-Lösungen wie Manufacturing Execution-Systeme (MES) neue Aufgabenfelder erschließen. Die Systeme gestatten dem Anwender unter anderem, auf einheitlichen Oberflächen erforderliche Größen wie Planvorgaben, Beschaffung, Störungen oder Personalkapazitäten in Echtzeit darzustellen und zu steuern.

Die Fabrik im IT-System: Spiegelbild der Produktion

Technologischer Kern der ’smarten‘ Fabrik sind sogenannte Cyber-Physical Systems (CPS). Der Begriff beschreibt die Verbindung von virtueller Datenwelt und physischen Produktionsanlagen. Anlagentechnik und IT-Welt können so in Echtzeit miteinander agieren. Dabei entsteht sozusagen als ‚Nebenprodukt‘ ein umfassendes Informationsbild der Fertigung. Die passende Infrastruktur und Software vorausgesetzt, können Betreiber damit über ein ‚Cyber-Spiegelbild‘ der Werkhalle Abläufe virtuell analysieren und in der realen Welt optimieren. In Echtzeit können auf diese Weise neben dem Zustand der Produktion auch die erforderlichen Leistungsparameter dargestellt werden. Anlagenbetreiber können damit unmittelbar reagieren, wenn die Fertigung die Erfordernisse der Planung nicht erfüllt. Auf diese Weise steht Unternehmen ein Werkzeug zur Verfügung, um sowohl ihre Produktion als auch den Einsatz der Betriebsmittel signifikant und dauerhaft zu verbessern.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Steigerung von Produktivität und Effektivität in der Industrie und eine ressourcenschonende Nachhaltigkeit stehen sich nicht unversöhnlich gegenüber. Wirtschaftliche Ziele und ökologische Verantwortung unterstützen sich gegenseitig - nur ist das noch nicht überall erkannt.‣ weiterlesen

Die 16. FMB – Zuliefermesse Maschinenbau findet vom 10. bis 12. November 2021 im Messezentrum Bad Salzuflen statt. Zu den Topthemen kürte Veranstalter Easyfairs die Oberflächentechnik und Digitalisierung.‣ weiterlesen

Produktionsunternehmen sollen mit den neuen IoTmaxx-Mobilfunk-Gateways Maschinendaten besonders schnell in die AnyViz-Cloud übertragen können.‣ weiterlesen

Self-Service-Technologie, digitale Assistenten, künstliche Intelligenz - die Digitalwerkzeuge fürs Kundenbeziehungsmanagement werden immer ausgefeilter. Sind CRM- und ERP-System gut integriert, lassen sich im Sinn des xRM-Ansatzes auch leicht die Beziehungen zu Geschäftspartnern IT-gestützt pflegen.‣ weiterlesen

Vor allem KMU befürchten häufig, bei der IT-gestützten Prozessoptimierung im Vergleich zu Großkonzernen nicht mithalten zu können. Die beiden Technologieprojekte IIP Ecosphere und FabOS, die im Rahmen des KI-Innovationswettbewerbs vom BMWi gefördert werden, wollen diesen Firmen den Zugang zu KI-Anwendungen erleichtern.‣ weiterlesen

Emerson hat die Einführung der Software Plantweb Optics Data Lake bekanntgegeben. Die Datenmanagement-Lösung identifiziert, erfasst und kontextualisiert unterschiedliche Daten in großem Maßstab entweder vor Ort in industriellen Anlagen oder mithilfe von Cloud-Technologie.‣ weiterlesen

Im September 2021 erscheint die Richtlinie VDI/VDE 2185 Blatt 2 'Funkgestützte Kommunikation in der Automatisierungstechnik - Koexistenzmanagement von Funksystemen'. Wenn unterschiedliche Funksysteme bei Automatisierungsaufgaben unterstützen, ist mit einer gegenseitigen Beeinflussung der Systeme zu rechnen.‣ weiterlesen

Klare Sicht auf das Werksgeschehen und die Rückverfolgbarkeit von Produkten und Prozessen sind zunehmend wichtige Erfolgsfaktoren. Mit dem MES Valeris will WSW Software gerade mittelständischen Fertigern helfen, diese Ziele zu erreichen. Das System soll schnell und günstig einsatzfähig sein, konfiguriert wird es in Eigenregie.‣ weiterlesen

Unternehmen verwalten heute mehr als zehn Mal so große Datenmengen wie noch vor fünf Jahren. Dabei befürchteten 62 % der Befragten in einer aktuellen Untersuchung von Dell Technologies, ihre Maßnahmen zur Datensicherung könnten nicht ausreichend vor Malware-Attacken schützen. 74 % der Umfrageteilnehmer gaben zudem an, dass mit der steigenden Anzahl an Home-Office-Mitarbeitern das Risiko von Datenverlust ansteige.‣ weiterlesen

Der MES-Anbieter Proxia Software kapselt Funktionen seiner Software, um Anwendern mehr Flexibilität beim Cloud-Betrieb ihres Produktionssteuerungssystems zu ermöglichen. Eine Datenvorverarbeitung im sogenannten Fog Layer soll durch eine geringere Anzahl an Transaktionen für mehr IT-Sicherheit und reduzierte Transaktionskosten sorgen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige