Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Fertigung an mehreren Standorten

Planungstransparenz gesucht und gefunden

Die Planung ist das Herz der Fertigung. Und dies schlägt bei Galfa im Takt mit mehr als 5.000 Beschichtungsaufträgen pro Monat und knapp 40 zu planenden Anlagen. Möglich ist dies durch den Einsatz eines Feinplanungstools von Dualis. Diese Lösung sorgt für eine zentralisierte Planung über drei Standorte hinweg und unterstützt damit die smarte Fabrik auf ihrem Weg in die Industrie 4.0. Verbesserte Durchlaufzeiten, ein gesteigerter Terminerfüllungsgrad und Planungsgenauigkeit sind nur drei der Nutzeneffekte, die sich seit der Einführung der Software ergeben haben.



Bild: Dualis GmbH IT Solution

Galfa ist Spezialist für hochwertige Oberflächen- und Gewinde­beschichtungen von metallischen Klein-, Massen- und Gestellteilen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Finsterwalde in Brandenburg legt dabei den Schwerpunkt auf Verbindungselemente, Stanz- und Konstruktionsteile. Galfa bedient namhafte Kunden in der Automobilbranche, der Bau-, Beschlags- und Elektroindustrie sowie im Metall- und Maschinenbau. Neben einer Fertigung am Hauptsitz expandierte Galfa in den letzten acht Jahren in zwei weitere Standorte in Massen sowie in einen nahe Kattowitz (Polen). In den insgesamt drei deutschen Galfa-Fabriken wurden in der Vergangenheit alle Fertigungsaufträge autark pro Niederlassung mithilfe von Excel geplant. Mit zunehmendem Wachstum, höherer Auftrags- und Kundenkomplexität sowie einer stark ansteigenden Anzahl von werksübergreifenden Kundenaufträgen wurde eine vernetzte Planung erforderlich. Standortübergreifende Transparenz, Flexibilität und Effizienz sind für das Unternehmen unabdingbar, um in Zukunft die Kundenwünsche im Sinne der heutigen Industrie 4.0-Anforderungen erfüllen zu können.

Zentralisierte Planung

Parallel zur Umstellung des bisherigen ERP-Systems auf SAP wurde daher Mitte 2014 die Advanced Planning and Scheduling-Lösung (APS) Ganttplan von Dualis eingeführt. Es ermöglicht die zentralisierte Fertigungsplanung der Beschichtungsanlagen inklusive der Vor- und Nachbearbeitungsprozesse. Die Anforderungen an die Planungslösung und die damit verbundenen Ziele waren hoch gesteckt. Das System sollte kompatibel zu SAP sein und die zentrale Planung über alle Standorte hinweg mit integrierten Planungsdaten sicherstellen. Es sollte die hohe Verlässlichkeit von Planungsangaben gegenüber Kunden sowie transparente Informationen für die interne und externe Kommunikation ermöglichen. Darüber hinaus waren die Simulation und Bewertung von Planungsoptionen vor der Einplanung sowie eine manuelle Umplanungsoption erforderlich. Als übergeordnete Ziele beziehungsweise gewünschte Effekte galten die maximierte Anlageneffizienz und minimierte Durchlaufzeiten zu Gunsten der Termintreue. Ganttplan erfüllte in der Theorie- und Testphase alle Bedingungen und überzeugte insbesondere mit dem integrierten Leitstand sowie den manuellen und vernetzten Planungsfunktionen. Danach wurde das Tool auf den praktischen Prüfstand gestellt.

Die Konzeptphase



Durch die gesteigerte Transparenz kann Galfa den eigenen Kunden genaue Angaben zu Terminen machen. Bild: Dualis GmbH IT Solution

In enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen im Hause Galfa setzten die Dualis-Projektmitarbeiter die Grundkonzeption für das Feinplanungstool auf. „Die Konzeptphase ist wertvoll investierte Zeit. Daher waren wir gut beraten, an dieser Stelle lieber mehr als weniger Aufwand zu investieren – denn dies zahlt sich im späteren Produktivsystem aus“, sagt Piotr Majchrzak, Teamleiter Produktionsplanung bei Galfa. „Zudem gibt es keine effiziente Planung ohne sauber definierte Schnittstellen, daher ist gegebenenfalls ein Prozess-Redesign erforderlich“, ergänzt er. Gleichzeitig wurde Ganttplan für das bei Galfa eingesetzte ERP von SAP fit gemacht, indem man es mit einer entsprechenden Schnittstelle ausstattete. In der Systemkonfigurationsphase gab es zudem zentrale Elemente, die für den Planungsaufbau wichtig waren. Dies umfasste: Vorwärtsterminierung (jeder Vorgang startet zum frühestmöglichen Zeitpunkt), harte (zum Beispiel Schichtplanung) und weiche Planungsrestriktionen (zum Beispiel Fertigstellungstermine), Zielkriterien (Optimierung von Termintreue und Rüstkosten), Maschinenbelegung (parallel versus einfach), Rüst- und Reihenfolgeoptimierung (statisch/dynamisch, Reihenfolgeplanung und Fertigungshilfsmittel) sowie Sequenzplanung (zur Chargen-/Auftragsgruppierung).

Die Implementierung des Feinplanungstools erfolgte nach 18-monatiger Vorbereitung parallel zur Einführung des ERP-Systems und wurde die ersten sechs Monate auf Basis erster praktischer Erfahrung durch mehrmalige Anpassung der Planungswerkzeuge optimiert. Ein wesentlicher Vorteil der Umstellung auf die APS-Lösung war eine sofortige Termintransparenz über sämtliche Arbeitsschritte. Auch bei werksübergreifenden Fertigungsaufträgen konnten dem Kunden sofort konkrete zeitliche Aussagen zu Fertigungsterminen kommuniziert werden, während diese zuvor oft mit der Aussage ‘Termin folgt’ vertröstet wurden. Für die Planer erwies sich die Arbeit mit dem System anfangs als Herausforderung, da ein Verständnis der Funktionsweise und Einflussfaktoren nicht unerhebliches Hinter­grundwissen erfordert. Nach entsprechenden Schulungen und der Einarbeitungsphase wurde die Lösung jedoch sehr gut angenommen und als Erleichterung empfunden. Heute decken zwei Planer, anstatt zuvor fünf, den gesamten Planungsbedarf ab – die freien Ressourcen werden sinnvoll für andere Tätigkeiten eingesetzt. „Die Attraktivität der Arbeitsplätze und die Mitarbeiterzufriedenheit im Planungsbereich hat sich durch Ganttplan deutlich erhöht“, erklärt Majchrzak. Darüber hinaus ist die Leistung über nachvollziehbare Kennzahlen (intern und extern) messbar geworden. Alle Zielsetzungen – von Planungsgenauigkeit über verbesserte Durchlaufzeiten bis hin zu einem hohen Terminerfüllungsgrad – konnten erreicht werden. Ergo: Planungstransparenz gesucht – Prozesseffizienz in der vernetzten Fabrik 4.0 gefunden.


Das könnte Sie auch interessieren:

Bei allen Vorteilen, die Industrie-4.0-Technologien mit sich bringen, muss zunächst auch eine leistungsstarke digitale Infrastruktur vorhanden sein. Sie muss große Volumen an Sensordaten schnell, sicher und ortsunabhängig übertragen und auswerten können. Mit dem Rückgriff auf externe Partner erhalten Firmen eine solche Infrastruktur - und gleichzeitig Zugang zu einem erweiterten Ökosystem.‣ weiterlesen

Im nordrhein-westfälischen Düren findet sich die vermutlich einzige professionelle Wurmzucht Deutschlands - und die wahrscheinlich am weitesten automatisierte weltweit. Die nötigen Anlagen dafür wurden vom Unternehmer selbst in bester Daniel-Düsentrieb-Manier entwickelt und gebaut - mit einem Fokus auf kostengünstige, aber zuverlässige Automatisierungstechnik.‣ weiterlesen

Die Hoffmann Group hat auf der Emo 2019 erstmals ihr Hoffmann Group Tool Management gezeigt. Mit der Software können kleine und mittelgroße Betriebe ihre Werkzeuge verwalten und deren Einsatz planen.‣ weiterlesen

Der Autobauer Porsche hatte am Dienstag mit einem zeitweisen Stillstand in seiner Produktion zu kämpfen. Grund dafür war ein Serverausfall.‣ weiterlesen

Software für das Product Lifecycle Management (PLM) ist eine substanzielle Investition in die Zukunft. Die Frage nach ihrer Wirtschaftlichkeit beschäftigt deshalb alle Unternehmen - und ist nach heutigem Kenntnisstand gut zu beantworten.‣ weiterlesen

Der Einsatz des digitalen Zwillings verspricht vielfältige Potenziale für den gesamten Lebenszyklus eines Produktes. Im Rahmen einer Befragung der Managementberatung Detecon halten die Studienteilnehmer vor allem den Unternehmensübergreifenden Einsatz für erfolgversprechend.‣ weiterlesen

Auf insgesamt 8.400m² errichtet Wibu System zwei neue Gebäude. Das eine soll zukünftig als Unternehmenssitz dienen, das andere soll als House of IT Security u.a. die Zusammenarbeit mit Startups fördern.‣ weiterlesen

Mehr Fachbesucher und eine größere Ausstellerzahl: Die IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg hat mit ihrer diesjährigen Ausgabe neue Bestmarken erzielt.‣ weiterlesen

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie sind im August 2019 um 6,7% gegenüber Vorjahr zurückgegangen. Die Inlandsbestellungen gaben um 9,6 und die Auslandsbestellungen um 4,5% nach. Im Gesamtzeitraum von Januar bis August dieses Jahres lagen die Auftragseingänge damit 1,6% unter Vorjahr. Hier bestellten inländische Kunden 1,1 und ausländische 2,1% weniger.‣ weiterlesen

Der Anteil der deutschen Unternehmen, die 3D-Druck einsetzen, ist zwar im Vergleich zum Jahr 2016 gestiegen – von 37 auf 63 Prozent. Eine Führungsposition hat Deutschland in der Studie des Beratungsunternehmens EY eingebüßt.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt 'Instant Factory Maps' des Instituts für Integrierte Produktion Hannover IPH werden Fabriklayouts per Kameradrohne erfasst. Bei einem kurzen Rundflug durch die Fabrik nimmt die Drohne Tausende Fotos auf, die eine Software automatisch zu einem dreidimensionalen Layout zusammensetzt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige