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Feinplanung

Von Stunden zu Sekunden

Von kleinen Stückzahlen bis zu mehreren 100 Millionen Stück pro Jahr – Starlim//Sterner gehört zu den größten Silikonverarbeitern für technische Formteile weltweit. Das Unternehmen entwickelt Silikon-Spritzgussteile, konstruiert und baut die dazu notwendigen Produktionswerkzeuge, um die Silikon-Produkte damit vollautomatisch und prozessoptimiert zu reproduzieren – wenn erforderlich auch im Reinraum. In der Massenfertigung sind dabei volle Funktionsfähigkeit und Fehlerfreiheit der Produkte bei gleichzeitiger Prozesseffizienz oberste Prämisse. Die Planungsprozesse werden daher mit einem Tool der Dualis GmbH IT Solution unterstützt.

Bild: Dualis GmbH IT Solution

Die Starlim//Sterner Gruppe hat sich auf die Entwicklung und Produktion technischer Formteile aus Silikon in der Ein- und Mehrkomponententechnologie spezialisiert. Der Fokus liegt dabei auf der Massenfertigung. Der Auftragsfertiger und B2B-Lieferant gilt als einer der Marktführer in der Herstellung von Formartikeln aus Silikon und verfügt über rund 1.100 Mitarbeiter an internationalen Standorten in Europa, Kanada und China. Bevor ein Produkt für die Massenproduktion freigegeben werden kann, durchläuft es verschiedene Testreihen und muss als Prototyp in seiner Anwendung voll funktionsfähig und fehlerfrei sein. Um effiziente sowie transparente Produktionsprozesse und Planungsanforderungen realisieren zu können, hat sich das Unternehmen im Jahr 2014 für den Einsatz der Feinplanungssoftware Ganttplan von Dualis entschieden. Diese wird derzeit im Spritzgussprozess eingesetzt und trägt hier unter anderem zur erforderlichen Transparenz sowie einem lückenlosen Informationsfluss zwischen den Planungs- und Produktionsebenen bei.

Gut planen, besser produzieren

Die Software wird als Advanced Planning & Scheduling-Lösung (APS) für die Optimierung von Produktionsprozessen und Fertigungsabläufen angeboten und ist auch als Cloud-Lösung verfügbar. Sowohl die Auftragsfeinterminierung als auch die Ergebnisvisualisierung im grafischen Leitstand sind darüber realisierbar. Der Silikonverarbeiter setzt die Lösung für die Steuerung des Spritzgussbereiches und die damit verbundene Werkzeugplanung ein. Ganttplan fungiert dabei als zentrales Instrument zur Erzeugung realistischer und optimierter Fertigungspläne. Somit ergibt sich eine hohe Flexibilität bei der Abbildung der Planungsanforderungen – insbesondere bei der Werkzeugplanung. Die Lösung soll später auch auf alle weiteren Arbeitsschritte, die vor oder nach dem Spritzgussprozess folgen, ausgeweitet werden.

So soll auch der Werkzeugbau bei dem Silikonverarbeiter planerisch unterstützt werden. Vor der Entscheidung für die Software arbeiteten die Planungsverantwortlichen bei Starlim//Sterner mit einem bereits integrierten System. Die expansive Entwicklung des Unternehmens sowie die damit einhergehenden immensen Steigerungen hinsichtlich Stückzahlen und Produktivität führten jedoch zu immer komplexeren Planungsprozessen. „Wir sind schlichtweg aus der vorherigen Lösung herausgewachsen“, sagt Operations Manager Markus Bründl. „Wir waren daher an dem Punkt angelangt, die vielen zu berücksichtigenden Parameter in der notwendigen Geschwindigkeit nicht mehr mit dem Faktor Mensch allein ausgleichen zu können.“

Tool soll mit Anforderungen wachsen

Das neue Tool sollte daher jederzeit analog zu den Anforderungen wachsen können und im ersten Schritt den Spritzgussprozess abbilden. Dies sollte in enger Zusammenarbeit mit den erfahrenen internen Planungsexperten erfolgen. Somit können sich Mensch und Technologie ergänzen und Hand in Hand agieren. So entwickelte Dualis zur Entscheidungsfindung einen Ganttplan-Prototypen, der einen kleinen Maschinenpark abbildete und die Machbarkeit sowie möglichen Vorteile für den Silikonverarbeiter nachweisen sollte. Zudem überzeugte die bereits vorhandene Möglichkeit zur Anbindung an das vom Fertiger eingesetzte Enterprise Resource Planning-System (ERP) Applus. Denn ein weiterer Vorteil war die Tatsache, dass das Feinplanungstool nicht ins bestehende ERP integriert werden musste und somit als Add-on autark eingeführt werden konnte. Über die Bedienbarkeit und Funktionalität des Systems infomierten sich die Verantwortlichen bereits in der Testphase. Das Rollout wurde schließlich von den Verantwortlichen eigenständig innerhalb von fünf Monaten parallel zum laufenden Betrieb eingeführt. Die ‚Operation am offenen Herzen‘ funktionierte nahezu reibungslos. Zudem bestand das neue Feinplanungstool die Feuerprobe. „Eine neue Kollegin stieß in der Einführungsphase des Tools zu uns und wir warfen sie sozusagen ins kalte Wasser“, erzählt Production Manager Günter Fuchsberger. „Mit nahezu keinerlei Erfahrung in der Planung war unsere neue Kollegin von Anfang an in der Lage, die Planungsaufgaben optimal zu bewältigen“, sagt Fuchsberger.

Über 1.000 Aufträge in 40 Sekunden

Heute kommt das Feinplanungstool im täglichen Spritzgussprozess zur Werkzeugplanung, für die Reihenfolgenplanung der Aufträge sowie für die Planung und Belegung von Personengruppen zum Einsatz. Die Planung ist unterteilt in Vorserienplanung (Testfertigung) und Serienplanung (Massenfertigung). Beides findet auf denselben Ressourcen statt. Jeder Planer arbeitet dabei mit seiner lokalen Lösung, aber in einem kollaborativen Planungsprozess. „Wir stellen heute eine massive Zeitersparnis bei der Auftragsterminierung fest – nahezu von Stunden zu Sekunden. Denn wir können jetzt in 40 Sekunden über 1.000 Aufträge terminieren“, sagt Markus Raab, Assistent Production Manager bei dem Fertiger. „Auch passieren gewisse Fehler einfach nicht mehr.“ So konnte beispielsweise die Doppelbelegung von Werkzeugbestandteilen sowie eine Überbelegung von Personalressourcen vollständig verhindert werden. Die heutige Transparenz im Planungsprozess sei für den Fertiger essenziell, sagt Raab.

„Zudem verfügen wir über eine höhere Stammdatenqualität im ERP, was eine Grundvoraussetzung für die Arbeit mit Ganttplan darstellt.“ Die Lösung sei das ideale Tool für unsere sehr erfahrenen Planer. In Kombination mit dieser Technik sei die Planungskompetenz weiter gestiegen, sagt Raab. „Wir können effizienter planen und dem Unternehmens- beziehungsweise Auftragswachstum gerecht werden.“ Als positiv beurteilt wird zudem, dass das Tool integrativ, flexibel sowie modular aufgebaut ist und entsprechende Features wie beispielsweise Farbschemen zur Visualisierung von unternehmensspezifischen Daten bietet. Alles in allem ergeben sich für den Silikonverarbeiter Qualitätsgewinne durch die erhöhte Transparenz, Zeiteinsparungen, Fehlervermeidung und insgesamt ein breiteres Feld an Planungsmöglichkeiten. Durch die Anpassungsfähigkeit und Erweiterbarkeit lässt sich jederzeit auf veränderte Anforderungen reagieren. Daher befindet sich die nächste Ausbaustufe bereits in Planung. Später soll der komplette Spritzgussprozess und Werkzeugbau mit dem Programm abgebildet werden.


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