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Feinplanung im Produktionsumfeld

Kostenreduktion, Termintreue oder Minimierung des Lagerbestandes sind nur einige Stichworte, die modernes Produktionsmanagement charakterisieren. Um in diesem Umfeld in Lieferketten flexibel agieren zu können, ist eine effiziente Planung der Produktionsvorgänge erforderlich. Moderne Enterprise Resource Planning-Systeme bieten dazu Planungsinstrumente an, die eine möglichst optimale Verteilung der Fertigungsprozesse auf die verfügbaren Ressourcen unterstützen, um verlässliche Informationswege und schnelle Reaktionszeiten zu erreichen.

Bild: Fotolia / vichie81

Um die Zielsetzung einer flexiblen und gleichzeitig zuverlässigen Produktionsplanung zu unterstützen, stellen einige Anbieter von Enterprise Resource Planning-Lösungen (ERP) in ihr System integrierte Feinplanungsmodule zur Verfügung. Bei diesem Ansatz werden zur Planung benötigte Informationen wie Kalender, Ressourcen und Werkstattaufträge ‚aus einer Hand‘ bereitgestellt: Schnittstellenprozesse laufen, vom Nutzer unbemerkt, im Hintergrund ab. Eine solche Lösung stellt das Modul ‚Feinplanung‘ der Unternehmenssoftware AP plus dar.

Dem Anwender steht dabei eine Palette einfacher Werkzeuge und Filterfunktionen für die automatisierte Produktionsplanung zur Verfügung. Etwaige Folgeschritte wie Disposition oder die Erzeugung von Bestellvorschlägen werden bei Bedarf ebenfalls vom System übernommen; Informationen zu Werkstattaufträgen und Arbeitsgängen werden per Plantafel als Balkengrafik oder Gantt-Diagramm dargestellt. Die Lösung dient nicht zuletzt dazu, überfällige Arbeitsschritte oder Terminüberschreitungen über eine Vorwärtsterminierung frühzeitig erkennen zu können.

Durch Modifikationen beispielsweise an Terminen, Rüstzeiten oder die Verwendung alternativer Maschinengruppen kann die Prozessvorbereitung manuell weiter verfeinert werden. Dieses Instrumentarium soll Unternehmen dabei unterstützen, flexibel auf Nachfrageschwankungen und Engpässe reagieren zu können sowie die Nutzung aller Ressourcen nach Kriterien wie Liefertermintreue, Durchlaufzeiten oder Bestandsreduzierung zu kontrollieren und ihre Produktivität durch eine umfassende Abstimmung der Fertigungsprozesse zu verbessern.

Beispiel für IT-gestützte Feinplanung: Auf der Software-Plantafel werden Produktionsaufträge und deren Status grafisch aufbereitet. Der Anwender kann die Reihenfolge der Werkstattaufträge vom System planen lassen oder durch manuelle Verschiebungen auf dem Schaubild verfeinern. Bild: asseco

Produktionsfeinplanung in drei Phasen

Um kurze Durchlaufzeiten und eine optimale Abstimmung zwischen Termintreue und der Kapazitätsauslastung zu ermöglichen gilt es dabei, die wechselnden Unternehmensziele in den Planungskriterien zu berücksichtigen. Die Software zielt dabei darauf ab, alle Werkstattaufträge rückstandsfrei und aufeinander abgestimmt auf die vorhandenen Ressourcen zu verteilen. Dies hat zur Folge, dass Arbeitsgänge, die zwar eingeplant waren, aber nicht abgearbeitet worden sind, in die Zukunft geschoben werden. Somit verschwinden sie nicht aus der Planung und lasten realitätsgetreu weiterhin die Kapazitäten aus. Hierfür läßt sich der Planungsablauf in drei Phasen gliedern:

  1. Zuerst werden Auftragsstücklisten aus Lagerdisposition, Kundenaufträgen oder ohne Auftragsbezug erstellt und daraus im Unternehmenssystem Betriebsaufträge generiert. Die fertigen Werkstattaufträge werden automatisch im Hintergrund in die Feinplanung übertragen.
  2. Im zweiten Schritt startet der Planer im Modul Feinplanung die Terminierung, in der die beste Vorgangsreihenfolge in Bezug auf Ressourcen wie Personal oder Maschinen ermittelt wird. Das System betrachtet dabei unter anderem auch Rüstzeiten, etwa für Werkzeugwechsel, sowie Materialverfügbarkeit unter Berücksichtigung von Engpässen. Nach Abschluss dieser Berechnung kann die Effizienz der Planung mithilfe von Kennzahlen oder ‚Key Performance Indicators‘ (KPI) auf eventuelle Lücken hin überprüft werden.
  3. In der dritten Phase wird dann das Ergebnis der automatischen Planung vom Anwender beurteilt und gegebenenfalls korrigiert. Die Software verfügt dazu über einfach Anzeige- und Simulationsfunktionen. Für aussagekräftige grafische Auswertungen stehen außerdem unterschiedliche Ganttdiagramme etwa pro Auftrag oder pro Maschine, Ressourcen- und Auslastungsdiagramme zur Verfügung.

Abschließend wird der erstellte Plan veröffentlicht. Erst dadurch werden die Planungsergebnisse in das Produktionsmodul des IT-Systems übertragen. Die weiteren Schritte des Feinplanungsprozesses werden durch die Unternehmenssoftware übernommen: Disposition, Materialbeschaffung und Fertigung werden über das ERP-System gesteuert, während Rückmeldungen wie beispielsweise Auftragszeiten und Fertigmeldungen von Werkstattauftragspositionen vom Nutzer unbemerkt zurück in die Feinplanung fließen, wo sie für den nächsten Planungslauf zur Verfügung stehen.

IT-Unterstützung für die Werkstattsteuerung

Zielsetzung einer effektiven Werkstattsteuerung ist es, Informationen über Arbeitsgänge, Material, Kapazität und Personal jeweils dort zur Verfügung zu stellen, wo sie benötigt werden, sowie die Werkstatt bei der Auftragsbearbeitung zu unterstützen. Sowohl die Prozessketten der Produktion als auch die Tätigkeiten für den Mitarbeiter in der Fertigung lassen sich dazu softwaregestützt über den Status des Arbeitsganges steuern. Der Disponent gibt dabei die Werkstattaufträge zur Fertigung explizit frei. Ihm stehen dann die Informationen der Kapazitätssituation und die Verfügbarkeit des benötigten Materials zur Verfügung. Der Mitarbeiter in der Fertigung sieht anschließend an seinem Terminal alle auszuführenden Tätigkeiten und erhält die Informationen, welche Materialien für welche Arbeitsschritte benötigt werden. Somit kann in der Regel auf den aufwendigen und teuren Belegdruck etwa von Lohnscheinen verzichtet werden.


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