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Fahrzeugbau

Die Entwicklung vereinfachen

Die Zulassung von 'On Board Diagnose'-Systemen für die jeweiligen Märkte nahm bei der Audi AG in Ingolstadt immer mehr Zeit in Anspruch. So entschloss die zuständige Entwicklungsabteilung, die einzelnen Zulassungsprojekte mit einer eigenständigen Anwendung zu planen und steuern. Seit 2009 trägt eine zentrale Software für Projektmanagement dazu bei, dass der Hersteller seine Zulassungen termingerecht abschließt und prozesssicher dokumentiert.

Bild: Rillsoft

On-Board-Diagnose-Systeme (OBD) sind Fahrzeugdiagnosesysteme, die Informationen über abgasbestimmende Komponenten wie dem Katalysator sowie der kompletten Motorelektronik liefern und speichern. Die OBD-Entwicklungsabteilung bei Audi befasst sich nicht nur mit der ständigen Weiterentwicklung der eigenen Systeme, sondern ist auch für die Erstellung von Zulassungsunterlagen für die verschiedenen Märkte verantwortlich, in denen seine Fahrzeuge verkauft werden. Die jeweiligen Zulassungsbehörden prüfen die Beschreibungen auf Einhaltung der geltenden Landesgesetze, insbesondere den Vorschriften zu den Abgasemissionen. Die seit 1996 geltenden strengeren Vorschriften der OBD-2-Norm aus den Vereinigten Staaten von Amerika wurden im Jahr 2001 auch für Europa übernommen. Für jedes neu auf einen Markt kommende Fahrzeug beziehungsweise jede einzelne Motorvariante muss das Diagnosesystem neu zugelassen werden.

Modellvielfalt gewachsen

„Da die Modellvielfalt in den letzten Jahren stark zugenommen hat, nahm dieser Prozess in unserer Entwicklungsabteilung immer mehr Zeit in Anspruch“, erklärt Gerhard Miehling aus der OBD-Entwicklungsabteilung. 2009 entschlossen sich die Verantwortlichen bei Audi, die Projektmanagementsoftware Rillsoft Project mit dem Rillsoft Integration Server für die Planung und Steuerung der Zulassungsprozesse einzuführen. Die Anforderungen waren zu Projektbeginn klar beschrieben: Bereitstellung der geforderten Funktionalität für Projektmanagement und -controlling sowie Speicherung aller relevanten Projektinformationen und Unternehmensressourcen in einer zentralen Datenbank mit Netzwerk-unabhängiger Zugriffsmöglichkeit auf alle Planungsdaten und permanente Synchronisation mit den Projektplänen.

An der Projekteinführung, die rund neun Monate dauerte, waren neben den Beratern des Leonberger IT-Anbieters die Key-User in der OBD-Entwicklungsabteilung sowie Mitarbeiter der IT-Abteilung des Autobauers beteiligt. Basis der neuen Applikation ist ein zentraler Ressourcenpool des Unternehmens. Die Ressourcen werden anhand zahlreicher spezifischer Merkmale beschrieben. So ist im Mitarbeiterpool hinterlegt, welche fachlichen Qualifikationen der einzelne Mitarbeiter hat, wie dieser zeitlich für die verschiedenen Aufgaben und Projekte zur Verfügung steht und das auch unter Berücksichtigung seiner Urlaubstage. Ein Mitarbeiter kann in einem Projekt mehrere Rollen annehmen und dabei gleichzeitig einer Abteilung zugeordnet werden.

Rollenbasierte Benutzerverwaltung

Der Projektablauf für die Erstellung der Unterlagen ist in einzelne Arbeitsschritte zerlegt und zeitlich als Balkendiagramm in der Anwendung grafisch dargestellt. Der Ressourcenbedarf wird für anstehende Projekte ermittelt und mit den vorhandenen Kapazitäten unter Berücksichtigung der erforderlichen Qualifikationen der Bearbeiter abgeglichen. Die Aufgaben werden dann den verantwortlichen Personen gemäß ihrer Rolle und unter Berücksichtigung der freien Kapazitäten zugeteilt. Das System bietet einen Vorschlag für die Personaleinsatzplanung, wobei gleichzeitig noch die Priorität der Projekte Berücksichtigt wird. Engpässe werden sichtbar und vom System farblich angezeigt. Manuelle Eingriffe sind durch Projektverantwortliche immer möglich.

„Da in unsere Prozesse auch andere Abteilungen eingebunden sind, haben noch weitere Mitarbeiter Zugriff auf unsere Planungsübersicht“, schildert Herr Miehling. Die rollenbasierte Benutzerverwaltung mit Regelung der Zugriffsrechte ist in der Datenbank hinterlegt. Um jederzeit einen Gesamtüberblick über die einzelnen Projekte sicherzustellen, werden Protokolle, technische Unterlagen und andere Dokumente ebenfalls in der Datenbank auf dem Server gespeichert und sind für den berechtigten Personenkreis abrufbar. Die Kommunikation der Projektbeteiligten untereinander erfolgt durch E-Mail-Benachrichtigung, Notizen zu den Projektaufgaben und mit Links zu den hinterlegten Dokumenten. „Ferner stellen wir durch eine automatische Generierung der E-Mails auch sicher, dass kein Arbeitsschritt durch das Bearbeitungsraster fällt“, erläutert Gerhard Miehling.

Ressourcenauslastung verbessert

Die gleichzeitige Durchführung mehrerer Projekte und die gemeinsame Nutzung des Ressourcenpools hat die Ressourcennutzung insgesamt verbessert. Die Multiprojektfähigkeit der Lösung erlaubt in einem Portfolio die gleichzeitige Darstellung, Bearbeitung und Analyse der laufenden Projekte nach Themen oder involvierten Abteilungen und Mitarbeitern. Sie bietet die Möglichkeit, die Prioritäten jedes einzelnen Projektes während der laufenden Projektphase noch zu variieren, um flexibel agieren zu können, wenn die Marktsituation oder ein Ereignis eine andere Reihenfolge bei der Erstellung der Zulassungsunterlagen erfordert. „Ich selbst nutze den Abarbeitungsstatus der einzelnen Arbeitsgänge, um rechtzeitig eingreifen zu können, falls Terminverzug droht“, sagt Gerhard Miehling.

Seit der Einführung der Lösung hat sich die Transparenz bei der Bearbeitung der Zulassungsprojekte deutlich erhöht, was sofort zu einem verbesserten Arbeitsfluss führte. Die Erstellung der Zulassungsunterlagen erfolgt nun in kürzerer Zeit, denn für wiederkehrende Aufgaben lassen sich Arbeitsvorlagen erstellen, die in zukünftigen Projekten genutzt werden. Jedes Projekt und jeder Arbeitsschritt wird zusätzlich prozesssicher dokumentiert. Vor allem hat die OBD-Entwicklungsabteilung bei dem Ingolstädter Hersteller nun wieder mehr Zeit für die eigentliche Kernaufgaben: die Entwicklung und Weiterentwicklung der On-Board-Diagnosesysteme, denn an diese werden auch immer höhere Anforderungen gestellt.


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