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Effizienzsteigerung im Lager durch Automatisierung

Fahrerlose Transportsysteme

Effizienzsteigerung im Lager durch Automatisierung

Manuell bediente Flurförderzeuge sind als besonders flexible Lösung vielerorts im Einsatz. Fahrfehler können jedoch schnell hohe Folgekosten und Schäden verursachen. Abhilfe versprechen fahrerlose Transportsysteme wie der Auto Pallet Mover von Jungheinrich: Je nach Anforderung können diese entweder abgeschottet im Automatiklager oder im Mischbetrieb mit Menschen ihren Dienst verrichten. Auf diese Weise können sich Betriebskosten einsparen und Betriebsunfälle reduzieren lassen.

Das fahrerlose Transportsystem Auto Pallet Mover (APM) von Jungheinrich ist konzipiert für die effiziente und prozesssichere Übernahme von innerbetrieblichen Transportaufgaben. Durch das umfangreiche Sicherheitssystem ist ein Einsatz im Mischbetrieb mit Fußgängern und manuell bedienten Fahrzeugen problemlos möglich. Bild: Jungheinrich

Der innerbetriebliche Transport zeichnet sich durch viele, sich regelmäßig wiederholende Aufgaben aus. Ladehilfsmittel werden vom Wareneingang ins Lager, von dort aus in die Produktion, wieder zurück und letztlich in den Warenausgang transportiert. Die Vorgabe ist, jederzeit die richtige Ware am richtigen Ort zu haben. Hier kommt auf Grund seiner Flexibilität zum überwiegenden Teil immer noch ein klassisches Flurförderzeug zum Einsatz. Der Fahrer wird meist direkt vom Warehouse Management System (WMS) durch ein Staplerterminal gesteuert und bestätigt durchgeführte Arbeiten. Durch die Prüfscans wird die Fehlerhäufigkeit zwar verringert, trotzdem sind die Prozesse an einigen Stellen alles andere als optimal. Beim Transport werden durch Fahrfehler häufig Schäden am Ladegut, an der Umgebung oder dem Flurförderzeug verursacht – teils mit erheblichen Kosten und weiteren Folgen, wenn Ware nicht rechtzeitig ausgeliefert werden kann oder in der Produktion fehlt. Insbesondere bei Kollisionen mit Regalen und sonstigen Lagereinrichtungen kann der durch einen Fehler verursachte Schaden schnell exponentiell anwachsen. Ein weiterer Nachteil dieser Art von Lagerorganisation betrifft die Lohnkosten. Diese stellen in den meisten Fällen den größten Kostentreiber dar, die die Anschaffungs- und Betriebskosten des Flurförderzeugs schnell übersteigt. Im Zuge des demografischen Wandels stellen viele Unternehmen zudem einen wachsenen Mangel an geeigneten Fahrern fest.

Sicherheit und Kosten in den Griff bekommen

Als Anwort auf das Problem stehen auf dem Markt Lösungen zur Verfügung, welche die Vorzüge von klassischen Staplern mit erhöhter Sicherheit bei geringeren Kosten vereinen wollen. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) können viele regelmäßig wiederkehrenden Aufgaben Technologie-gestützt erledigen. Durch fest hinterlegte Routen können Schäden an Lagereinrichtungen und Maschinen reduziert werden, da die Fahrzeuge ohne manuellen Eingriff ihre Routen meist nicht verlassen können. Um den Schutz beweglicher Objekte wie Stapler und Menschen sicherzustellen, sind FTS mit Sicherheitssystemen ausgestattet. Das Sicherheitssystem ermöglicht zudem die gemeinsame Nutzung der vorhandenen Fahrwege. Diese sind markiert, um den Fahrern von manuell bedienten Fahrzeugen zu zeigen, wo sie auf FTS achten müssen.

Abgeschottetes Lager oder im Mischbetrieb mit Menschen

Je nach nach Anwendungsfall bietet sich der Griff zu verschiedenen Fahrzeugen an: Automatische Schmalgangstapler lassen sich zum Beispiel ausschließlich in einem Automatiklager betreiben. Die Einheiten haben den Vorteil, Schmalgänge effizient bedienen zu können. Dazu muss allerdings ein Automatiklager eingerichtet werden, das durch ein Sicherheitssystem abgeschottet ist. Spitzen in der Produktion oder saisonal schwankende Nachfragen sind eher schwierig abzufedern. Wenn eine Lösung auch dies leisten muss, bietet sich ein System an, welches auch manuelles Eingreifen und Arbeiten im Lager erlaubt. Eine andere Lösung stellen klassische FTS dar, die für den Mischbetrieb mit manuellen Staplern und Personen ausgelegt sind. Diese Transportfahrzeuge bewegen sich auf festgelegten Wegen im Lager und arbeiten parallel zu den manuell bedienten Geräten ihre Aufgaben ab.

Voraussetzungen für fahrerlose Transportsysteme

Damit die Integration einer automatisierten Lösung in der Intralogistik möglich ist, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Zum Beispiel müssen Positionen der aufzunehmenden Lasten, etwa durch entsprechende Regalplätze, Übergabeplätze oder ähnliches, bekannt sein. Weiterhin müssen ausreichend breit Fahrwege angelegt sein, um vorgeschriebene Sicherheitsabstände einhalten zu können. In der Umgebung sollte zudem keine Kondensationsfeuchte auftreten und eine ausreichende Reibung des Bodens gegeben sein.

Der Auto Pallet Mover ist als Stand-Alone System oder mit übergeordnetem System inkl. Host-Anbindung einsetzbar. Neben der Installation seines FTS Systems bietet Jungheinrich auch die passende Infrastruktur an. Von WLAN bis zum WMS, von Flurförderfahrzeugen bis zum komplexen Regalsystem, alles aus einer Hand. Bild: Jungheinrich

Anpassbare Systeme mit Anbindung an die IT

Mit dem Auto Pallet Mover hat Jungheinrich automatisierte Fahrzeuge im Portfolio, welche auf den praxiserprobten Serienfahrzeugen basieren. Das FTS lässt sich im Zusammenspiel mit seinen Abnehmern aus der Industrie umfassend auf verschiedene Einsatzbereiche anpassen. So werden die Fahrwege und gewünschten Funktionen gemeinsam festgelegt. Zur Anbindung an ein kundeneigenes Lagerverwaltungssystem oder auch dem Jungheinrich WMS steht das Jungheinrich Logistik-Interface zur Verfügung. Neben der problemlosen Anbindung an Lagerverwaltungssysteme stehen durch das Logistik-Interface noch erweiterte Nutzungs- und Reportingmöglichkeiten zur Verfügung. Die automatisierten Fahrzeuge weisen auf Wunsch folgende Merkmale auf:

Bei der Einführung einer FTS-Lösung achtet der Hersteller darauf, dass geltende Normen eingehalten werden und vermittelt Betreibern gleichzeitig, was für den sicheren Betrieb der Anlage erforderlich ist. Für die Installation werden nach der Definition der Fahrwege lediglich Reflektoren geklebt und diese anschließend vermessen. Somit können Änderungen an den Fahrwegen oder das Verhalten etwa an neuen Fußgängerüberwegen mit vergleichsweise wenig Aufwand durchgeführt werden.

Manueller Betrieb jederzeit möglich

Bei unvorhergesehenen Ereignissen, wie einem kurzfristig nicht entfernbarem Hindernis auf dem Fahrweg, können Arbeiter das Fahrzeug jederzeit durch Ergreifen der Standard-Bedienelemente in den manuellen Modus überführen. Das Gerät lässt sich dann wie ein klassisches Flurförderzeug steuern. Nach Umfahren des Hindernisses spurt es nach Druck auf die Quittiertaste automatisch ein und setzt seinen Auftrag fort. Das System ist auch nach der Installation skalierbar, d.h. die Erhöhung der Transportleistung kann durch den Einsatz weiterer Auto Pallet Mover umgesetzt werden. Es ist ebenso möglich später weitere Anlagenteile mit dem bestehenden System zu erweitern. Um die maximale Kapazität zu ermitteln, kann der Fahrzeughersteller simulationsgestützt die Auswirkung von Veränderung vorab evaluieren. Wird ein Fahrzeug zur Wartung aus dem System genommen, so bleibt das restliche System voll verfügbar.

Amortisation über Betriebskosten und weniger Schäden

Im Vergleich zu einem manuellen System lassen sich FTS mit geringeren Betriebskosten betreiben. Zugleich lassen sich viele Schäden an Ladung, Umgebung oder Fahrzeug durch die Sensorik und vorausschauende Steuerung der Fahrzeuge vermeiden. In der Praxis hat sich gezeugt, dass bei einem Zweischichtbetrieb nach etwa zwei Jahren mit einem Return-of-Investment zu rechnen ist.