Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

ERP-Zufriedenheitsstudie

Flexibilität nicht so wichtig?

Die Elektroindustrie ist gekennzeichnet durch die Vielfalt ihrer Produkte. Daraus ergeben sich Anforderungen an die Enterprise Resource Planning-Lösungen in den Unternehmen. Eine Branchenauswertung der Trovarit-Studie 'ERP in der Praxis 2014/2015' zeigt, worauf es beim Einsatz solcher Lösungen in der Elektroindustrie ankommt.

Bild: Trovarit AG

Legt man die Zahl der Beschäftigten zugrunde, ist die Elektroindustrie nach dem Maschinenbau die zweitgrößte Industriebranche Deutschlands. Zu ihren wichtigsten Merkmalen zählt ihre Vielseitigkeit; die Branche umfasst unter anderem Hersteller von Automatisierungstechnik, Installationsgeräten und -systemen, Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik, Lichttechnik, Batterien, Sicherheitssystemen, Energietechnik, Medizintechnik oder elektronischen Komponenten und Systemen. Auch die Abläufe in vielen Firmen der Branche sind geprägt von einer großen Anzahl unterschiedlicher Artikel. Wie andere Industriezweige auch, hat es die Elektroindustrie mit steigendem Kostendruck und kürzeren Produktlebenszyklen zu tun. Dies schlägt sich erfahrungsgemäß unter anderem darin nieder, dass sich Geschäftsprozesse – und damit auch die Anforderungen an die Enterprise Resource Planning-Unterstützung (ERP) – immer schneller ändern. Vor diesem Hintergrund ist die Zufriedenheit der Branche mit ihren ERP-Anwendungen beachtlich.

Systeme bekommen ein ‚Gut‘

Bei der aktuellen Trovarit-Studie ‚ERP in der Praxis: Anwenderzufriedenheit, Nutzen & Perspektiven‘ bewerteten die fast 500 Teilnehmer aus der Elektroindustrie ihre Systeme insgesamt mit der Schulnote ‚Gut‘. Die Frage nach dem Nutzen des ERP-Einsatzes beantwortet die Elektroindustrie ganz ähnlich wie andere Industriezweige: Auf Platz eins der Liste liegt mit 57 Prozent die Beschleunigung und Vereinfachung von Prozessen. Die Beschleunigung und Vereinfachung des Informationszugriffs wird mit 52 Prozent am zweithäufigsten genannt, gefolgt von der durchgängigen Prozessunterstützung (43 Prozent). Einzig den Nutzen ‚Aussagekräftige Kennzahlen‘ billigen mit 21 Prozent weniger Teilnehmer aus der Elektroindustrie dem ERP-Einsatz zu, als aus anderen Industriezweigen (26 Prozent).

Zu viele Anpassungen

Auch bei den Bewertungen einzelner Zufriedenheitsaspekte, wie Funktionalität, mobile Einsetzbarkeit oder auch die Branchenkompetenz des Implementierungspartners, zeigt sich eine tendenziell etwas schlechtere Benotung im Vergleich mit dem Durchschnitt der Wertungen in anderen Industrien. Eine mögliche Ursache für die Abweichung ergibt sich aus den Antworten auf die Frage nach den größten Herausforderungen während der ERP-Implementierung: ‚Abbildung der Unternehmensprozesse‘ und ‚Zu viele Anpassungen‘ werden hier von jeweils fast einem Viertel der Befragten angegeben. In den anderen Industrien werden diese Punkte nur von 17 beziehungsweise 19 Prozent genannt. Offenkundig führt die Bandbreite unterschiedlicher Arten von Produkten und Abläufe häufig dazu, dass Anforderungen nicht mit einer Standardimplementierung einer ERP-Lösung abgedeckt werden, sondern spezielle Anpassungen erfordern. Anscheinend tun viele Anbieter sich immer noch schwer, universelle Lösungen für die Branche bereitzustellen.

Flexibilität als Problem

Die Folgen dieser Defizite zeigen sich auch bei den dringlichsten Problemen im ERP-Betrieb. Mehr als 15 Prozent geben ‚Anpassbarkeit/Flexibilität‘ als Schwierigkeit an. In den anderen Industrien sehen nur rund elf Prozent diesen Punkt als dringlich an. Auch die Themen Mobilität und Webfähigkeit, Schnittstellen und funktionale Unterstützung werden von den Befragten der Elektroindustrie jeweils deutlich stärker als Probleme wahrgenommen, als in der Vergleichsgruppe der anderen Industrien. Die ERP-Anwender in der Elektroindustrie stufen das Alter der eingesetzten Technologie zudem wesentlich häufiger als größtes Problem ein. Möglicherweise ist also das Alter der eingesetzten Lösungen ein Grund für die geringere Zufriedenheit der Befragten aus der Elektroindustrie in einigen Bereichen.

Darauf deutet auch der Umstand hin, dass ‚Veraltetes System‘ mit fast 40 Prozent der mit Abstand meistgenannte Auslöser für ERP-Projekte in der Elektroindustrie ist. Zwar sind die Installationen im Schnitt nur knapp fünf Monate älter als in den anderen Industrien, doch während hier der Anteil moderner Installationen mit einem Alter bis zu drei Jahren bei fast einem Viertel liegt, sind es in der Elektroindustrie nur etwa 19 Prozent. An dieser Verteilung und den dadurch hervorgerufenen Defiziten bei den ERP-Anwendern in der Elektroindustrie dürfte sich in näherer Zukunft auch nicht allzu viel ändern. Schaut man nämlich auf die Investitionsschwerpunkte im ERP-Umfeld im Vergleich zur Vorgängerbefragung im Jahr 2012, so wird ersichtlich, dass die ERP-Investitionen der Elektroindustrie in fast allen Bereichen sinken.

 

Über die Studie

Die Untersuchung ‚ERP in der Praxis: Anwenderzufriedenheit, Nutzen & Perspektiven‘ der Trovarit AG ist eine herstellerunabhängige Anwenderstudie zum ERP-Einsatz. Die Feldphase der Online-Befragung fand von März bis Juli 2014 statt. Die wichtigsten Kennzahlen:

  • Fast 2400 Befragungen wurden ausgewertet, davon etwa 500 von Anwendern aus der Elektroindustrie.
  • Insgesamt wurden 53 ERP-Systeme bewertet, davon 13 in der Branche Elektroindustrie.
  • Etwa zwei Drittel der teilnehmenden Unternehmen gehören dem Mittelstand an.
  • Die Teilnehmer stammen überwiegend aus Deutschland (72 Prozent), Österreich (13 Prozent) und der Schweiz (12 Prozent).

Die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Studie steht zum kostenlosen Download bereit unter www.trovarit.com/erp-praxis


Das könnte Sie auch interessieren:

Für die Umsetzung von IoT-Projekten ist nicht nur eine präzise fachliche Planung des Anwendungsfalls von Bedeutung, sondern eine vorherige Überprüfung des Reifegrads der IT-Organisation sowie des Reifegrads der IT im Umgang mit Cloud-Technologien.‣ weiterlesen

Der Maschinenbauer Manz bündelt unter dem Namen Total Fab Solutions sein Angebot für die Automatisierung von Fertigungslinien. Im Paket abgedeckt sind Umsetzungsschritte von Automatisierungsprojekten von der Fabrikplanung über die Prozess- und Materialflusssimulation oder die Integration bestehender Fertigungsprozesse bis hin zu Aufbau, Hochfahren und Optimierung schlüsselfertig zu übergebender Produktionslösungen.‣ weiterlesen

Beim traditionellen Qualitätsmanagement werden gefertigte Bauteile analysiert, um die Qualität der nächsten zu verbessern. Beim Predictive Quality-Ansatz wollen Hersteller analysegestützt eine höhere Qualität erzielen, ohne in die Vergangenheit schauen zu müssen. Bereits verfügbare Lösungen für den Ansatz integrieren die erforderlichen Daten auf einer MES-Plattform.‣ weiterlesen

Der Aufbau einer kabelgebundenen Ortungsinfrastruktur auf großen Flächen wie Lagerhallen, Baustellen oder in der Prozessindustrie ist kostspielig und zeitaufwendig.‣ weiterlesen

KI-getriebene Convolutional Neuronal Networks in selbstfahrenden Autos sollen andere Verkehrsteilnehmer erkennen. Dabei gilt: Je selbstständiger das Auto, desto komplexer der Algorithmus und undurchschaubarer dessen Weg zur getroffenen Entscheidung. Ein Validierungs-Tool soll helfen, diesen besser zu verstehen.‣ weiterlesen

Erfolgreiche KI-Projekte kombinieren das Domänenwissen von Prozessbeteiligten mit der Expertise von Datenanalysten und IT-Spezialistinnen. Da nicht jedes Maschinenbauunternehmen über diese drei wichtigen Kompetenzfelder verfügt, sind Kooperationen wichtige Bestandteile von KI-Projekten.‣ weiterlesen

Extreme Networks hat die Verfügbarkeit des Wi-Fi 6E Access Point bekanntgegeben. Als Wireless-Plattform erweitert der Zugangspunkt den Einsatzbereich auf das 6GHz-Frequenzband. Das Gerät wurde für Umgebungen mit hohen Anforderungen an Bandbreite und Nutzerdichte entwickelt und zeichnet sich Anbieterangaben zufolge durch seine Perfomance, Funktionalität und Sicherheit aus.‣ weiterlesen

Die Ersatzteilversorgung in der Automobilindustrie besitzt einen sehr kurzfristigen Charakter. Anwendungen zum Abbilden solcher Prozesse sind S/4Hana Supply Chain Management sowie S/4Hana-Automotive-Ersatzteilmanagement. Die wichtigen Zielgrößen für die Versorgungsqualität sind Lieferservicegrad und Time-to-Delivery.‣ weiterlesen

Im Cloud-Projekt Gaia-X entstehen Infrastruktur-Angebote, mit denen Hersteller digitale und vernetzte Produkte entwickeln können, ohne in Abhängigkeit zu Technologiekonzernen zu geraten. Die Strukturen dafür sind bereits etabliert. Jetzt ist es an den Produzenten, durch ihre Mitwirkung aus dem Projekt eine europäische Erfolgsgeschichte zu machen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige