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Ergonomie

Die Maschine an den Menschen anpassen

Technik, Funktionalität und Design – die Messlatte für HMI- und Scada-Lösungen liegt hoch. Doch im Betrieb kommt es auf die Menschen an: Wie entscheiden sie? Wie und wie gut und gern nehmen sie ihre Aufgaben wahr? Software und Maschinen können hier gute Dienste leisten, wenn sie Arbeit für Menschen überschaubarer, sicherer, einfacher und damit ergonomischer machen.

Bild: Copa-Data GmbH

Ergonomie setzt sich aus dem Altgriechischen ‚ergon‘ und ’nomos‘ zusammen – Arbeit und Gesetz. Sie erforscht als Wissenschaftszweig die Gesetzmäßigkeit menschlicher Arbeit. Ursprünglich zielte der Begriff Ergonomie darauf ab, die Arbeitsumgebung so anzupassen, dass Menschen bestmöglich unterstützt werden und Wohlbefinden und Sicherheit gesteigert werden. Moderne Arbeitsabläufe beanspruchen allerdings immer mehr unsere intellektuelle Leistungskraft. Informationen müssen verarbeitet werden, Unwichtiges muss von Relevantem getrennt werden. Entscheidungen müssen schnell, richtig und sicher gefällt werden. Ergonomie kann Komplexität reduzieren, Überblick verschaffen, Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen und Unterstützung bei Entscheidungsprozessen und Handlungen bieten. Ergonomie in das Denken und Handeln einzubeziehen bedeutet, bestehende Strukturen zu dynamisieren, aufeinander abzustimmen und dadurch Freiräume zu erzeugen.

Funktionalität, Usability und Wirtschaftlichkeit

Dauerhafter Erfolg und nachhaltige Automatisierungslösungen erfordern umfassendes Denken und einen ganzheitlichen Ansatz. Funktionalitäten, Usability und Wirtschaftlichkeit sind so eng miteinander verknüpft, dass Unternehmen sehr genau auf die Wechselwirkungen und auf die Auswirkungen auf den Menschen achten sollten. Gerade wenn es darum geht, Ressourcen umfassend zu nutzen und Kosten zu reduzieren, gewinnen die Gestaltung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsumfelds an Bedeutung. Denn ein immer wichtigerer Faktor sind Kosten, die gar nicht erst entstehen, beispielsweise bei der Bedienung von Human Machine Interfaces (HMI) und im Fehlermanagement. Maschinenführer, die ihre Touchscreens so intuitiv wie ihr Smartphone bedienen und alle Informationen auf einen Blick wahrnehmen, können schneller und exakter reagieren. Werden Fehler verständlich angezeigt und mit Informationen aus der ‚Hilfe‘ unterfüttert, sind sie schnell behoben.

 

Ergonomie in der Industrie hat viele Ziele:

  • Mitarbeiter sind richtig und rechtzeitig informiert
  • Mitarbeiter können relevante Informationen zügig erkennen und auswählen.
  • Mitarbeiter können Informationen dort abrufen, wo sie benötigt werden.
  • Mitarbeiter werden bei der Vermeidung von Fehlern unterstützt.
  • Unternehmen können sich an veränderte Anforderungen anpassen.
  • Unternehmen gestalten Arbeitsabläufe so einfach und effizient wie möglich.
  • Unternehmen können die Anlagenleistung kontinuierlich verbessern.

Ergonomie in der Industrieautomation

In der Industrieautomation bedeutet Ergonomie, Maschinen und Arbeitsvorgänge optimal an Menschen anzupassen. Das betrifft den Bediener an der Maschine ebenso wie den Projektierer und den Unternehmer. Ergonomisches Denken und Softwaredesign können die Chancen, die unternehmerische Zukunft erfolgreich zu gestalten, vervielfältigen. Das kann zur schnelleren Projektabwicklung mit weniger Fehlern sowie zu besseren Produkten mit höherer Akzeptanz führen und kann Anwender dazu bringen, motivierter und produktiver zu arbeiten. Wer immer nur isolierte Teile eines Systems betrachtet, dem entgehen unter Umständen Auswirkungen von Änderungen auf das Gesamtsystem. Ein zentraler Begriff gelungener Ergonomie ist deshalb ‚Vernetzung‘. Gemeint ist die Vernetzung von und im Unternehmen, von der Prozessebene bis zum Enterprise Resource Planning (ERP). Ergonomisches Handeln gelingt erst, wenn sich alle Beteiligten ergänzen.

Jede Komponente, die nicht unterstützend handelt, kann den Erfolg des Unternehmens in Frage stellen. Ergonomie auf Anlagenebene kann durch umständliches Reporting oder proprietäres ERP ausgebremst werden. Sich zu vernetzen bedeutet mehr Übersicht, durchgängige, fehlerfreie Prozesse und einen Datenfluss ohne Barrieren. Durchgängige Kommunikation kann helfen, Fehler zu vermeiden. Beispiel Leitstand: Gut vernetzte Anlagen benötigen nur einen Leitstand, um auch verteilte Anlagen zu visualisieren und zu steuern. Statt zwischen mehreren Leitständen zu pendeln, sieht der Bediener mit einem Blick den Status aller Maschinen und Prozesse, kann auf Alarme sofort reagieren und dabei immer auch das Gesamtsystem im Auge behalten.

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