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Entwicklung

Cloud-gestütztes Prototyping

Mit seinen dreirädrigen Elektro-Scootern will das Startup-Unternehmen Floatility den Nahverkehr in Großräumen revolutionieren. Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Cloud-basierten Projekts spielen Design-Tools von Autodesk. Mit einer Cloud-basierten Lösung kann an unterschiedlichen Standorten gleichzeitig am Scooter gearbeitet werden.



Die ‚E-Floater‘ von Floatility transportieren in urbanen Zentren Personen schnell und umweltfreundlich zum Ziel. Die Scooter sind für Distanzen von bis zu zwei Kilometern ausgelegt. Bild: Autodesk GmbH

Smog-Alarm in Peking, Dauerstaus in Jakarta und Singapur, zu hohe Stickoxid-Werte in Hamburg und London – in vielen Metropolen gehören solche alarmierenden Erscheinungen zum Alltag. Ein wesentlicher Grund dafür ist das wachsende Verkehrsaufkommen. Hunderttausende von PKW, Lastwagen, Bussen und Motorrollern sorgen in Großstädten im wahrsten Sinne de Wortes für dicke Luft. Hinzu kommen die Verkehrsstaus, die nicht nur die Nerven strapazieren, sondern auch Kosten für Pendler sowie volkswirtschaftlichen Schaden verursachen. Ein weiterer Faktor, der viele Pendler davon abhält, statt des Autos öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, ist die weite Entfernung zur nächstgelegenen Bushaltestelle oder U-Bahnstation.

Bis zu zwei Kilometer

Das will Floatility ändern. Das Startup-Unternehmen wurde 2013 von Oliver Risse in Hamburg gegründet. Mittlerweile ist der Hauptsitz in Singapur. In dieser asiatischen Metropole lebte Oliver Risse neun Jahre lang – und erlebte am eigenen Leib, welch hohe Belastung der Individualverkehr für einen urbanen Großraum mit sich bringt. Risses Idee: Ein Elektro-Scooter, der Nutzer bis zur nächsten Haltestelle eines öffentlichen Verkehrsmittels bringt und mit dem sie sich umweltfreundlich in Innenstädten oder auf einem Campus bewegen können. „Unser E-Floater ist gewissermaßen für die ‚letzte Meile‘ ausgelegt“, sagt Risse. „Der Nutzer kann mit dem Elektroroller beispielsweise bis zu einer U-Bahn- oder S-Bahnstation fahren und ihn dort an einer Solartankstelle abstellen.“ Der Akku des Scooters wird dort mit umweltfreundlichem Solarstrom aufgetankt. Sollte keine solare Ladestation in der Nähe sein, kann der E-Floater auch an Fahrradständern im Free-Floating-Modus angeschlossen werden. Ähnlich den Car Sharing-Angeboten haben Nutzer die Möglichkeit, über eine App auf ihrem Smartphone den Standort eines E-Floaters zu ermitteln und zu buchen. „Auf diese Weise wollen wir Stadtbewohner dazu bringen, ihre Autos in der Garage zu lassen und dadurch die Umwelt zu entlasten“, sagt Risse. Der E-Floater besteht zu über 80 Prozent aus leichten, höchst widerstandsfähigen Verbund- und Kunststoffwerkstoffen von BASF. Daher bringt ein Scooter nur rund zwölf Kilogramm auf die Waage und vermittelt dem Benutzer das Gefühl, nahezu schwerelos unterwegs zu sein. Für ein sicheres Fahrgefühl soll der Aufbau des E-Floaters mit drei Rädern sorgen.

Tools von Autodesk

Floatility setzt eine Reihe von Tools von Autodesk ein, zum Beispiel 3DS Max für Modellierung, Animation und Rendering in 3D sowie Autodesk Alias. Diese Industriedesignsoftware enthält Werkzeuge zur Erstellung von Skizzen, für die Modellierung, die Flächengestaltung und die Visualisierung für das Industrie-, Produkt- und Automobildesign. Beide Lösungen kommen beim Design und der Weiterentwicklung des E-Floaters zum Zuge. „Bereits während des Design-Prozesses ist es wichtig, dass neue Produkte sichtbar werden“, sagt Oliver Risse. „Denn nur so lassen sich Partner, Investoren und auch die eigenen Mitarbeiter vom Erfolg eines Projekts überzeugen und motivieren.“ Zudem schätzen die Mitarbeiter des Startups die Software: „Durch die Zusammenarbeit mit Autodesk haben wir Zugang zu Design-Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen.“ Dies ist speziell bei Projekten wichtig, bei denen das Design eines Produkts eine maßgebliche Rolle spielt. Denn nicht nur die Funktionen einer Lösung wie E-Floater entscheiden laut Risse über deren Erfolg. Auch deren Bedienungsfreundlichkeit und das Aussehen spielen eine maßgebliche Rolle. Zudem sind moderne Design-Tools wichtig, um den Entwicklungsprozess zu verkürzen.

Über Grenzen hinweg

Neben 3DS Max und Alias setzt Floatility Fusion 360 vom selben Anbieter ein. Dieses 3D-CAD/CAM-Tool fasst den gesamten Produktentwicklungsprozess in einem Cloud-basierten Werkzeug zusammen. So lassen sich mit Fusion 360 mehrere Varianten einer Idee durchspielen, etwa mit Sculpting-Tools zum Erkunden von Formen und Modellierungswerkzeugen zum Herstellen von Oberflächenmerkmalen. Zudem können Entwickler fotorealistische Renderings und Animationen anfertigen und abschließend Werkzeugwege für die maschinelle Bearbeitung der Komponenten erstellen. Für das Startup war ein weiteres Merkmal wichtig: „Mithilfe dieser Lösung können wir die Arbeiten der Fachleute an vier Standorten nahtlos auf einander abstimmen“, sagt Oliver Risse. Denn neben den Büros in Hamburg und Singapur sind Designer in Stuttgart und Fertigungsstätten in Indonesien involviert. Entwickler, Designer, Formenbauer und Fertigungsspezialisten: Alle Experten nutzen die Lösung als zentrale Entwicklungs- und Kommunikationsplattform. „Alle Fachleute können parallel an dem Projekt arbeiten. Das war mit den zuvor verwendeten Lösungen nicht möglich“, sagt der Floatility-Chef. „Dank dieser Lösung können unsere Mitarbeiter quasi in Echtzeit zusammenarbeiten, und das trotz der räumlichen Trennung und über Zeitzonen hinweg.“

Vor allem das Testen von Komponenten wird durch die Lösung vereinfacht, sagt Alexander Cuhls, Verantwortlicher für die Urban Mobility Solutions bei Floatility: „Das Erstellen der Hardware für den E-Floater ist ein vielschichtiger Prozess. Dabei kommt es immer wieder vor, dass ein Testspezialist mit den Designern Rücksprache hält und Änderungen an einer Komponente anregt.“ Mit der Lösung lasse sich eine solche Optimierung schnell und unkompliziert durchführen. Gleiches gilt für die Feedback-Schleifen zwischen Entwicklern, Testabteilung und den Fachleuten in der Fabrik, in der die E-Floater hergestellt werden. Die Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller beschränkt sich nicht alleine auf die Nutzung von Tools. Das junge Unternehmen wird von dem CAD-Anbieter im Rahmen des Entrepreneur Impact Program gefördert. Das schließt den kostengünstigen Zugang zu den Software-Lösungen mit ein. Oliver Risse sagt: „Ebenso wichtig ist, dass wir im Rahmen des Programms mit anderen Unternehmen Erfahrungen austauschen können.“

Feldversuch in Singapur

Derzeit stehen erste Bewährungsproben für den E-Floater an. Ein Feldversuch wurde an der Singapore University of Technology and Design in Singapur gestartet. Dort kommen auf dem Campus bis zu 100 Scooter zum Einsatz. Studenten, Forscher und Mitarbeiter der Universität prüfen, wie sich der E-Floater in der Praxis schlägt. Ein vergleichbarer Test, allerdings unter ganz anderen Witterungsbedingungen, steht in Hamburg an. Dort soll untersucht werden, wie der Elektroroller mit Regen und Schnee zurande kommt. Im Lauf des Jahres 2016 will Floatility seinen mobilen Mittelstrecker auf den Markt bringen. Chancen für dieses neue Transportkonzept sieht der Hersteller in Städten in Europa und den Metropolen in Asien. Dort könnte das Fortbewegungsmittel in Kürze dazu beitragen, dass die Luft eine bessere Qualität hat und der urbane Raum an Lebensqualität gewinnt.

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Cloud-gestütztes Prototyping
Die 'E-Floater' von Floatility transportieren in urbanen Zentren Personen schnell und umweltfreundlich zum Ziel. Die Scooter sind für Distanzen von bis zu zwei Kilometern ausgelegt. Bild: Autodesk GmbH



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