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Energiesparmaßnahmen systematisieren

Der Gesetzgeber will durch das novellierte Energiesteuergesetz einen Anreiz dafür schaffen, Energiesparmaßnahmen zu systematisieren. Denn um im Jahr 2015 von Steuererleichterungen für energieintensive Unternehmen zu profitieren, müssen bereits ab 2013 Energieeinsparungen sowie die Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 belegt werden. Eine Kernaufgabe in solchen Lösungen übernimmt dabei das Monitoring-System. Daher sollten neben den Funktionen zur Datenerfassung die Datenanbindungen sowie Analysefunktionen im Fokus stehen.

Bild: Limón GmbH

Aktuell scheint sich bei vielen Produzenten und Herstellern ein Umdenken einzustellen: Waren es vor einiger Zeit noch Umstrukturierungen im Betrieb, die aus den höheren Anforderungen an das Qualitätsmanagement erwuchsen, nimmt inzwischen das Handlungsfeld ‘Energiemanagement’ zunehmend Fahrt auf. Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile des Ansatzes, ihre betriebliche Energieverwendung frühzeitig zu erfassen und zu analysieren, um den Handlungsspielraum für Sparmaßnahmen abzustecken. Voraussetzung dafür ist allerdings eine transparente und systematische Darstellung von Prozessen und Strukturen, um vielfältige energierelevante Informationen und Kennzahlen im Produktionsverlauf sichtbar machen zu können.

Der Unternehmensalltag sieht bisher jedoch oftmals anders aus. Häufig sind entscheidende Informationen bezüglich der Energieversorgung oder der entsprechenden Versorgungsstrukturen auf keinem aktuellen Stand, nicht dokumentiert oder lediglich im Gedächtnis einzelner Personen verankert. Dies kann dazu führen, dass entscheidende Informationen mit dem Ausscheiden des jeweiligen Mitarbeiters verloren gehen. Häufig ergibt sich auch das Problem, dass es keine einheitlich strukturierte Vorgehensweise bei der Ermittlung, Dokumentation und Bewertung von Energiedaten gibt. Während die eine Abteilung ihre Verbräuche monatlich handschriftlich aufzeichnet und diese Aufzeichnungen praktisch unverwertbar in Aktenschränken deponiert, erfassen andere Abteilungen ihre Daten täglich. Wenn dann die Informationen auch noch in unterschiedlichen Exceltabellen − dezentral vorgehalten − aufbereitet werden sollen, ist der Versuch oft schon gescheitert, die Fülle an Daten nutzbringend aufzubereiten.

Potenzial mit Hilfe von Monitoring-Systemen ausschöpfen

An dieser Stelle setzen Energiemanagementsysteme an: Diese Systeme sind darauf ausgelegt, Prozesse und Strukturen in einer übersichtllichen Form darzustellen und relevante Informationen und Kennzahlen den Projektbeteiligten zugänglich zu machen. Durch den Einsatz entsprechender Anwendungen können Unternehmen IT-Unterstützung dabei erhalten, sich dem übergeordneten, inhaltlichen Ziel der DIN EN ISO 50001 anzunähern: einen effizienten Energieeinsatz zu unterhalten, diesen zu dokumentieren und zu verwalten, um ihn langfristig weiter optimieren zu können.

Einen Beitrag bei der Erfassung der Energiedaten können viele aktuelle Monitoring-Systeme leisten. Ihr Funktionsspektrum ist häufig dazu geeignet, die zu untersuchenden Energieverbräuche detailliert zu erfassen, um Auswertungsmöglichkeiten hinsichtlich Treibergrößen und Abhängigkeiten zu erhalten. Doch gleichzeitig leiden viele derzeit angebotene Monitoringsysteme noch unter Einschränkungen im Hinblick auf die angebotenen Auswertungsmöglickeiten. Daher liegt der Fokus beim Systemeinsatz oft auf der reinen Datenerfassung.

Dokumente DIN-konform verwalten

Eine weitere Herausforderung betrifft den Umgang mit Dokumenten, Berichten und Kennzahlen, wie sie für die Zertifizierung eines Energiemanagementsystems (EMS) nach DIN EN ISO 50001 gewährleistet sein müssen. Denn die Anforderungen an ein DIN-konformes EMS-Tool sind recht hoch: Es soll zum Beispiel aus Nutzersicht möglich sein, die wesentlichen Informationen für ein zertifiziertes Energiemanagementsystem in übersichtlicher Form zu bearbeiten und auf diese Weise die Implementierung zu erleichtern.

Weiterhin sollte sich das System mit bereits vorhandenen Monitoring- Daten verknüpfen lassen, um die größten Einzelverbraucher sowie Statusberichte über Einsparpotenziale abrufen zu können − idealerweise zu jedem Zeitpunkt, für alle Beteiligten und in übersichtlicher Form. Die Analysemöglichkeiten, verbunden mit der übersichtlichen Darstellung der aktuellen Situation innerhalb des Energiemanagementsystems, sollen den Aufwand für die regelmäßige Berichterstattung reduzieren und deren Objektivität steigern. Die übergeordneten Managementebenen können von den verfügbaren Statusberichten ebenfalls profitieren, etwa indem sie als Grundlage dazu dienen, neue Sparpotenziale zu identifizieren, den Energiebedarf und -verbrauch zu planen und umgesetzte Maßnahmen zu kontrollieren. Auf diese Weise lassen sich alle Betriebsebenen in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess einbinden, der ebenfalls eine der Voraussetzungen für die Zertifizierung nach DIN 50001 ist. Ähnlich der betrieblichen Selbstverspflichtung zu ausgereiften Qualitätskontrollen könnte sich Energiemanagement bei konsequenter Umsetzung zu einem integralen Bestandteil der Unternehmenskultur entwickeln, der ebenfalls kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt werden sollte.

 

Energieeffizienz im Fokus


In dem Buch ‘Energieeffizienz mit System − Auf dem Weg zur CO²-neutralen Fabrik’ setzt sich Mark Junge mit der Frage auseinander, wie sich mit zeitgemäßen, umfassenden Ansätzen wirtschaftlich attraktive Lösungen rund um Energiemanagement und CO2-Reduktion entwickeln lassen. Das Werk soll den Leser zur Beschäftigung mit dem Thema einladen und Einblicke in Möglichkeiten zum Realisieren von Energieeinsparungen im Produktionsumfeld geben. Dabei steht für den Autor im Fokus, Theorie und Lösungsansätze möglichst praxisnah und anschaulich zu vermitteln. Das Buch ist im Verlag Log_X erschienen.


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