Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Energiemanagement

Ressourcenschonend Baustoffe produzieren

Der fränkische Baustoffhersteller Knauf Gips ist schon seit Jahren in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz tätig. Zum Einsatz kommt dabei auch ein Energiemanagementsystem. Die Lösung arbeitet mit einer Vielzahl an Steuerungen zusammen und misst Verbräuche kontinuierlich. Zudem wird es den System-Anforderungen im Sinn der ISO 50001 gerecht.

Bild: GTI-Control mbH

Das familiengeführte Unternehmen Knauf Gips KG mit Hauptsitz im unterfränkischen Iphofen ist spezialisiert auf die Herstellung von Baustoffen und Bausystemen für Trockenbau, Boden, Putz und Fassade. Das Unternehmen ist Teil der Knauf Gruppe Deutschland, welche weltweit mehr als 150 Werke betreibt und 2011 mit rund 25.000 Mitarbeitern etwa 5,7 Milliarden Euro erwirtschaftete. Das Unternehmen unternahm in den letzten Jahren große Anstrengungen in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz. Im Herbst 2012 begann Knauf Gips Iphofen mit der Auswahl eines Energiemanagementsystems, dass auf die Abhängigkeiten der unterschiedlichen Produkte und auf die Einflussfaktoren der Produktion zugeschnitten sein sollte.

Die Lösung sollte Energieverbrauch und Prozesse optimieren helfen und das Energiemanagementsystem sollte so aufgebaut sein, dass es den Anforderungen der ISO 50001 gerecht wird. Das System musste höchste Genauigkeit im Betrieb bieten, einen flexiblen Einsatz in einfacher und intuitiver Weise unterstützen sowie umfassende Reportingfunktionen zur Optimierung von Energieeinsatz und Reduzierung von CO2-Emissionen erfüllen. Die Überwachung und Analyse sollte das System weitgehend automatisiert erledigen. Das Unternehmen entschied sich für die Software ‚Resma‘ des HMI/Scada-Anbieters GTI-Control aus Marktheidenfeld.

Ein offenes System mit vielen Integrationsmöglichkeiten

Die Flexibilität der Lösung zeigte sich bei der Integration bestehender Systeme, sagten die Betriebsingenieure des Baustoffherstellers. Durch die einfache Maschinen- und Anlagenkopplung über den Connector des Systems werden Daten mit Auftragsbezug aus Steuerungen gelesen und ausgewertet. Der Connector nutzt dabei bevorzugt Standard-Netzwerkverbindungen und ist in der Lage, über unterschiedliche Protokolle verschiedene Steuerungssysteme anzubinden. Beispielsweise kommuniziert er über Modbus-TCP zu bestehenden Janitza-Zählern und Wago-Steuerungen oder RFC1002/1006 zu Simatic S5- und S7-Systemen.

Im Iphofener Werk der Knauf Gips KG arbeitet nun ein Energiemanagementsystem. Bild: GTI-Control mbH

Produktionskennzahlen zur energetischen Optimierung

Es war wichtig für den Baustoffhersteller, dass die Erzeugung aussagekräftiger Energiekennzahlen unter Einbeziehung von Produktionsparametern ermöglicht wird, damit möglichst energieeffizientes Produzieren erreicht werden kann. Mit Hilfe der Lösungkann eine automatische Auswertung der Energie- und Produktionsdaten und mit Bezug zu den SAP-Aufträgen chargen- und auftragsorientiert erfolgen. So lassen sich baugruppenspezifische Auswertungen, die neben dem Energieeinsatz auch die Mengen eingesetzter Rohstoffe und deren Qualitätsmerkmale beinhalten, über das System realisieren. Damit kann der Benutzer Informationen über die eingesetzten Materialien wie Gips, Faserstoffe und Wasser bezüglich Menge, Anteil, Durchschnittswert, Sollwert und Istwert einsehen. Über den Vergleich von Produktionsparametern mit den zugehörigen Energiedaten können nunmehr Rückschlüsse auf energetisch günstige Verfahrensweisen gezogen werden. Im Gegensatz zu punktuellen Maßnahmen können bei kontinuierlicher Anwendung verfahrenstechnischer Optimierungen die energiebezogenen Kosten gesenkt werden.

Dokumentation schafft echten Mehrwert

Viele der vor Systemeinführung manuell erstellten Dokumentationen bei Knauf werden nun als automatische Reports bereitgestellt, was einiges an Verwaltungsarbeit abnimmt und den Zeitaufwand für die manuelle Datenverarbeitung reduziert. Auch die Möglichkeit, bei Auffälligkeiten oder Ereignissen Dokumentationen anzulegen und diese anderen Mitarbeitern innerhalb des Systems verfügbar zu machen, brachte dem Unternehmen Vorteile. Die Zusammenarbeit in dem verteilten Team als auch die Analyse der Energieverbrauchsdaten und das Beheben von Störungen wurden dadurch erleichtert. Weiteren Nutzen bietet die integrierte Unterstützung eines Plan-Do-Check-Act-Zyklus (PDCA), mit dessen Hilfe eine nachvollziehbare Struktur und prozesssichere Dokumentation aufgebaut werden konnte. Diese Struktur ermöglicht es einfach und schrittweise, Energieziele zu definieren, Maßnahmen zu dokumentieren und den aktuellen Energieverbrauch immer wieder neu zu bewerten. n


Das könnte Sie auch interessieren:

Ab und zu fehlte ein Schlüssel im Kloster der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung von Schwäbisch Gmünd. Beim letzten Mal gab das den Impuls, anstatt neue mechanische Zylinder in die rund 220 Türen des Komplexes einzubauen, die alte Technik durch das Bluesmart-System von Winkhaus zu ersetzen.‣ weiterlesen

Mit 100,5 Punkten hält sich das IAB-Arbeitsmarktbarometer im November stabil und liegt weiter im leicht über der neutralen Marke. Auf europäischer Ebene sank der Frühindikator allerdings erneut.‣ weiterlesen

In einer neuen Expertise des Forschungsbeirats Industrie 4.0 untersuchen das FIR an der RWTH Aachen und das Industrie 4.0 Maturity Center den Status-quo und die aktuellen Herausforderungen der deutschen Industrie bei der Nutzung und wirtschaftlichen Verwertung von industriellen Daten und geben Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Verbände, Politik und Wissenschaft.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt FabOS soll eine KI-Bin-Picking-Anwendung entstehen, die ein verbessertes Erkennen, Greifen und definiertes Ablegen von Blechteilen in der Produktion ermöglicht.‣ weiterlesen

Die Digitalisierung des Qualitätsmanagements stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Daher haben das Fraunhofer IPT und die FH Südwestfalen im Forschungsvorhaben 'Qbility - Quality 4.0 Capability Determination Model' ein datengetriebenes Reifegradmodell entwickelt, das die Anforderungen eines digitalisierten Qualitätsmanagements bei KMU adressiert.‣ weiterlesen

Im Gegensatz zu anderen Cyberangriffen bieten Attacken mit Ransomware auf den ersten Blick einen einfachen Ausweg: die Zahlung des geforderten Lösegelds.‣ weiterlesen

Nach 84,5 Punkten im Oktober kletterte der Ifo-Geschäftsklimaindex im November auf 86,3 Punkte. Die Unternehmen blicken demnach weniger pessimistisch auf die nächsten Monate.‣ weiterlesen

In Kombination mit einer Augmented-Reality-Brille bietet eine neue Software des Fraunhofer IGD digitale Unterstützung von Absortiervorgängen. Zusammengehörige Bauteile werden direkt im Sichtfeld der Beschäftigten an der Produktionslinie farblich überlagert. Anwender im Automotive-Bereich können so etwa durch beschleunigte Prozesse und eine minimierte Fehleranfälligkeit Kosten reduzieren.‣ weiterlesen

Edge Management, Digital Twin und Data Spaces bilden die Schwerpunkte einer Zusammenarbeit zwischen der Open Industry 4.0 Alliance und dem Labs Network Industrie 4.0.‣ weiterlesen

Wer im öffentlichen Sektor der USA künftig Software vermarktet, muss eine Software Bill of Materials (SBOM) über die verwendeten Komponenten mitliefern. Ist diese Executive Order 14028 der US-Regierung auch für deutsche Firmen relevant? Die IT-Sicherheitschefin von MongoDB, Lena Smart, ordnet das ein - und verweist dabei auf das IT-Sicherheitsgesetz 2.0.‣ weiterlesen

Das Angebot an cloudbasierter Infrastruktur für SAP Hana wächst rasant. Zudem haben sich durch die weitere Option auf die Software-as-a-Service-Version S/4Hana Cloud die Rahmenbedingungen für den Umstieg auf S/4Hana signifikant verändert. Doch insbesondere deutsche Unternehmen zögern laut einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens ISG weiterhin, auf die Cloud umzusteigen.‣ weiterlesen