Anzeige
Anzeige

Energieeffizienz in Fabriken

Beitrag drucken

Potenzial in Kälte- und Wärmetechnik

In diesem Rahmen bietet es sich an, die Analyse des Produktionsprozesses auf konkrete Maßnahmen herunterzubrechen. Auf Basis der Analysen gilt es Vorschläge zusammenzustellen, wie sich in den verschiedenen Bereichen Energie sparen lässt. Ein Element auf dem Weg zur energieeffizienten Fabrik stellt dabei die Wärme- und Kältetechnik dar. Insbesondere Maschinen zur Erzeugung von Wärme und Kälte erfordern einen hohen Energieeinsatz. Probleme entstehen dann, wenn diese Maschinen laufen, aber nicht durchgängig benötigt werden. Als ein technisch geprägter Ansatzpunkt zur Effizienzsteigerung im Bereich Wärme- und Kältetechnik bietet es sich an, Isolationsstudien mit Infrarotkameras durchzuführen. Die Aufnahmen verdeutlichen Undichtigkeiten oder Isolationsschwächen, Fachfirmen oder die Hersteller der Maschinen können diese Schwachstellen daraufhin nachbessern.

Sensoren einsetzen, Antriebe austauschen

Auch im Bereich der Fördertechnik erweist es sich vielfach als sinnvoll, energieeffiziente Maßnahmen einzuleiten. So laufen in vielen Betrieben Transportbänder während der gesamten Produktionszeit, auch wenn gerade keine Produkte zu bewegen sind. Hier können Unternehmen den Energieeinsatz durch den Einbau entsprechender Sensoren mit relativ geringem Aufwand signifikant senken. Weitere Ansatzpunkte ergeben sich durch den verstärkten Einsatz energieeffizienter Antriebe: Der Wirkungsgrad gibt dabei als Indikator das Verhältnis der eingesetzten Energie zur ausgebrachten Energie an. Alte Antriebe weisen dabei oft nur einen Wirkungsgrad von rund 70 bis 75 Prozent aut. Als Resultat sind viele alte Antriebe der schlechtesten Energieeffizienzklasse EFF 3 beziehungsweise IE 1 zugeordnet. Moderne Nachfolgebaureihen aus dem Bereich der Hochwirkungsgradantriebe kommen hingegen auf Wirkungsgrade von 85 Prozent oder mehr. Im Lebenszyklus lassen sich demnach ohne aufwändige technische Veränderung allein zehn Prozent der Energie sparen. Zudem entfallen lediglich unter zehn Prozent der Kosten für einen Antreib auf die Anschaffungskosten, über 90 Prozent ihrer Kosten entstehen im Laufe der Nutzung.

Eine umfassende Energieanalyse erfasst verschiedene Bereiche eines Unternehmens – vom Blick auf die Antriebseffizienz bis hin zur Überprüfung der Prozessabläufe.

Vorteile dezentraler Dampferzeugung

Einen weiteren Betrachtungspunkt bildet der Bereich der Dampferzeugung: Dampf nutzen Fertiger zum Beispiel für die Erzeugung eines feucht-warmen Produktionsklimas oder für Reinigungszwecke. Die Erzeugung von Dampf gilt in der Regel als energieintensiv, weil zunächst Wasser durch Öl- oder Gasverbrennung den Siedepunkt erreichen muss. Dieser Dampf gelangt dann über Rohre und Leitungen zu den Verbrauchern.

Ein Ansatzpunkt für die Steigerung der Energieeffizienz liegt zunächst in der regelmäßigen Wartung von Dampfkessel und -leitungen. Leckagen an Dampfleitungen bereiten Unternehmen – das gilt auch für Druckluftleitungen – hohe Kosten. Zudem sollten Wärmetauscher entweder direkt an der Erzeugung oder an den Verbrauchern angebracht werden, um die Wärme des erzeugten Dampfes zu nutzen. Einen relevanten Ansatzpunkt bei einem Projekt verfolgte ein Hersteller von Tiefziehteilen: Er setzte statt mehrerer dezentral aufgestellter Dampferzeuger eine zentrale Dampferzeugung ein. Daraus ergaben sich zwei Vorteile: Zunächst weist die zentrale Dampferzeugung einen insgesamt geringen Energiebedarf auf als verteilt aufgestellte Kleindampferzeuger. Daneben gestattete die Zusammenlegung, eine konstantere Auslastung des Dampferzeugers sicherzustellen und damit Bedarfsspitzen bei Strom und Gas abzufangen. Allerdings kommen bei einer zentralen Aufstellung oft längere Rohrsysteme zum Einsatz, um dem Dampf zu den Verbrauchern zu leiten.

Steigende Bedeutung des Energieeinsatzes

Es steht zu erwarten, dass der Preis für Energie in Zukunft weiter steigen wird, so dass auch die geschäftliche Bedeutung des Energieeinsatzes weiter zunehmen wird. Damit gewinnen Ansätze wie das Energiemanagementsystem an Bedeutung, um Maßnahmen zur Kontrolle und Verbesserung von Verbräuchen einzuführen und zu etablieren.


Das könnte Sie auch interessieren:

Wie der IT-Security-Anbieter Kaspersky berichtet, wurden Unternehmen weltweit über zielgerichtete Phishing-Mails angegriffen, bei denen die Angreifer das Mimikatz-Programm nutzten. Kaspersky hat diese Angriffe analysiert.‣ weiterlesen

Heute suchen meist aufwendige Kamerasysteme nach Teilen im Werkstückträger, die der Roboter greifen kann. Mit der Smart-Task-Funktionalität Load Mapping des Sensorherstellers Sick lässt sich die Belegung von Werkstückträgern während der Zuführung in die Montagezelle erfassen und als digitales Sensorsignal an die Robotersteuerung ausgeben.‣ weiterlesen

Nach über 75 Jahren im Sensorgeschäft sollen künftig auch digitale Lösungen das Portfolio von Sick prägen. Christoph Müller, Senior Vice President für den Industrial Integration Space bei Sick, schildert, was Apps und Sensorik zusammen leisten und warum die Probleme der Anwender immer weniger die Automatisierungstechnik selbst betreffen.‣ weiterlesen

In einer 5. Blitzumfrage des VDMA zeigt sich, dass sich die Lieferketten der deutschen Maschinenbauer nach und nach erholen. Die Branche hat jedoich weiterhin mit Auftragseinbußen zu kämpfen.‣ weiterlesen

Mit Process Mining ermitteln Unternehmen, in welchen Prozessen Sand im Getriebe ist. Da die Methode zwingend datenbasierte Prozesse zur Analyse und Visualisierung voraussetzt, ist dieser Ansatz zwar im ERP-Umfeld zuhause, lässt sich aber hervorragend auf MES-unterstützte Produktionen anwenden.‣ weiterlesen

Immer häufiger werden industrielle Anwendungsfälle mit maßgeschneiderter Technik erprobt. Sven Pannewitz und Tobias Thelemann, Produktmanager bei Reichelt Elektronik, verweisen auf die Beliebtheit von Open-Source-Hardware in solchen Lösungen.‣ weiterlesen

Gesetzlichen Bestimmungen zufolge müssen Hersteller Unterlagen wie CE-Konformitätserklärungen, Atex-Zertifikate oder Werkstoffzeugnisse erstellen. Die Anwendung der im April erschienenen Richtlinie VDI 2770 Blatt 1 soll Prozessabläufe bei der Übergabe von Herstellerinformationen vereinfachen, indem sie einheitlich strukturiert bereitgestellt werden.‣ weiterlesen

Brigitte Falk verantwortet beim Industrie-4.0-Spezialisten Forcam die interne IT sowie das digitale Marketing zur Leadgenerierung. Als CIO/COO berichtet sie an Geschäftsführer (Co-CEO) Oliver Hoffmann.‣ weiterlesen

Nach dem Rückgang im vergangenen Monat legt der Ifo-Geschäftsklimaindex im Mai wieder zu. Dabei haben sich vor allem die Erwartungen für die kommenden Monate verbessert.‣ weiterlesen

Die Corona-Pandemie hat auch die wichtigen Absatzmärkte China, Indien und Brasilien getroffen, wobei aus China wieder positive Signale kommen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige