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Energiecontrolling mit IT

Welche Software passt?

Um den Energieverbrauch in Gebäuden und Produktionsanlagen im Blick zu behalten, bietet sich für Unternehmen der Einsatz einer Energiemanagement-Software an. Vor der Anschaffung sollte ein exaktes Anforderungsprofil erstellt werden. Was soll die Lösung leisten?

Bild: IngSoft GmbH

Der Markt für Energiemanagement-Software ist unübersichtlich und es mag schwer fallen, relevante Kriterien zu benennen für den Einsatz solcher Software. Ein Entscheidungskriterium kann beispielsweise eine ansprechende Oberfläche sein, aber der optische Aspekt reicht allein nicht aus. Entscheidend ist auch, ob eine Software den Anwender bestmöglich unterstützt. Dabei kann ein komplexes Datenmodell mit intensiver Einarbeitung langfristig die Bedienung vereinfachen. Grundanforderung an eine Energiecontrolling-Software ist, dass sie korrekte und aussagekräftige Zahlen liefert. Mag das für einzelne Zähler noch trivial klingen, wird die Erfassung vieler Zähler und Objekte schnell zur Herausforderung. Relevante Daten über den Energieverbrauch und die ihn beeinflussenden Größen gehen meist zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein. Sekundäre Informationen wie der tatsächliche Brennwert des bezogenen Erdgases sind erst nachträglich verfügbar. Die Herausforderung liegt darin, zeitnah vorläufige Aussagen zu treffen, um sie rückwirkend auf Basis aktueller Erkenntnisse zu verfeinern. Voraussetzung dafür ist auch eine konsequente Historisierung der Strukturdaten.

Die tägliche Praxis

Für die tägliche Praxis des Energiemanagements sollten verschiedene Funktionen bereitstehen. So sollten beispielsweise gemessene Werte automatisch validiert werden. In einem Energiecontrollingsystem sind typischerweise hunderte bis tausende Zähler aufgeschaltet. Fehler können auftauchen bei der Messtechnik, der Erfassungstechnik und einzelnen Stufen der Datenübertragung. Zu prüfen wäre hier, wie lange es dauert, bis das System auf das Problem hinweist. Auch das Wiederanlaufverhalten der Datenerfassung ist von Bedeutung. Werden Zähler regelmäßig über einen Datenlogger abgefragt, sollten die Datenreihen der Zählerstände oder Zählerverbrauchswerte durch einen Ausfall bei der Datenübertragung vom Logger zur Software nicht unterbrochen werden. Ist die Kommunikation zwischen einem Datenlogger und der Energiemanagement-Software für längere Zeit gestört, erfasst der Logger die Daten weiter. Zu prüfen ist hier, ob auch nach der Wiederherstellung der Verbindung alle zwischenzeitlich erfassten Daten in der Energiemanagement-Software lückenlos einlaufen und korrekt berücksichtigt werden.

Bei kumulativen Messeinrichtungen sind Informationen über Zählerwechsel notwendig. Oft sind Angaben zum Ein- und Ausbaustand erst im Nachgang verfügbar. Zähler an Leitungen, durch die große Energiemengen fließen, werden über Wandler angeschlossen und messen nur einen definierten Bruchteil der geflossenen Energie. Bei geänderten Verbrauchsverhältnissen erfolgt gegebenenfalls auch eine Anpassung des Wandlers und des Wandlerfaktors. Das muss korrekt berücksichtigt werden. Wichtig ist hier die Frage, wie aufwändig es ist, sicherzustellen, dass die Software zu jedem Zeitpunkt exakte Ergebnisse liefert. Das gelieferte Erdgas ist unterschiedlicher Herkunft. Während Erdgas aus der Nordsee einen Brennwert von circa 12,5 Kilowattstunden pro Kubikmeter aufweist, liegt der Brennwert von Erdgas aus Russland oft nur bei 10,5 Kilowattstunden pro Kubikmeter. Hinzu kommen kann beispielsweise die Einspeisung von Biogas. Der Abrechnungsbrennwert an realen Ausspeisepunkten kann sich so monatlich um mehrere Prozentpunkte unterscheiden. Außerdem wird der für einen Monat gültige Abrechnungsbrennwert erst im Folgemonat vom Gasnetzbetreiber bestimmt. Zu prüfen ist hier: Wenn bei einem elektronisch erfassten Gaszähler bisher nur die Abrechnungsbrennwerte der vergangenen zwölf Monate vorliegen, kann der aktuelle Monat auf Basis des letzten bekannten Brennwertes vorläufig ausgewertet werden?


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