Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Elektronikproduktion 2020

Zukunftsfähige IT-Konzepte

Eine Null-Fehler-Produktion ist die Vision aller Produktionsverantwortlichen. Das gilt in besonderem Maße für Elektronikproduzenten oder 'Electronic Manufacturing Services'-Dienstleister. Gefordert sind daher IT-gestützte Steuerungs-, Fertigungs- und Qualitätssicherungskonzepte, um bei extrem hohen Taktraten gesicherte Prozessergebnisse zu erzielen, Fehlerraten in den unteren PPM-Bereich zu reduzieren sowie bei minimalen Wartungs- und Stillstandszeiten zuverlässig und effizient zu produzieren.

Bild: TCW

Neue Produkte kommen in immer kürzeren Abständen auf den Markt. Globale Beschaffungswege und die mehrere Unternehmen übergreifenden Logistikketten werden von extremen Marktzyklen aus Spitzen und Tälern mit extremen Ausschlägen beeinflusst. Letztere machen im sehr volatilen Elektronikfertigungsmarkt Planungszyklen kürzer und schwieriger. Gefordert sind Steuerungs-, Fertigungs- und Qualitätssicherungskonzepte, um bei extrem hohen Taktraten gesicherte Prozessergebnisse zu erzielen, Fehlerraten in den unteren ‚Parts per million‘-Bereich (PPM) zu reduzieren sowie bei minimalen Wartungs- und Anlagenstillstandszeiten – etwa für das Umrüsten – zuverlässig und mit hoher Bestückungseffizienz zu produzieren; lückenlos über Jahre hinweg rückverfolgbar. Dies sind die zentralen Herausforderungen der Elektronikproduktion 2020. Dienstleister aus dem Bereich Electronic Manufacturing Services (EMS) benötigen daher nicht zuletzt leistungsfähige Software, um an Hochpreisstandorten wie Deutschland wettbewerbsfähig zu bleiben und qualitativ hochwertig zu produzieren.

Systemeinsatz in vier Exzellenzgruppen

An die Bedürfnisse der Elektronikproduzenten in besonderem Maße angepasste Manufacturing Execution-Systeme (MES) können durch die Unterstützung der beschriebenen Abläufe eine zentrale Rolle für die Elektronikproduktion 2020 spielen. Damit die Fehlerquote im zwei- oder gar einstelligen PPM-Bereich liegt, müssen vier zentrale Faktoren optimal zusammenpassen: Logistik, Prozess, Qualität und Test. Angesichts von Kundenanforderungen wie lückenloser Dokumentation und Rückverfolgbarkeit aller Prozesse, relevanter Prozessdaten und deren Ergebnisse nimmt die Bedeutung klassischer Qualitätsberichte, die nur eine Rückschau auf Vergangenes ermöglichen, deutlich ab.

MES bieten sich als Werkzeug für ein aktives Qualitätsmonitoring über die Produkt-, Prozess- und Lieferqualität an. Ziel ist es, hohe Qualität zu produzieren. Entscheidend hierbei: Prozesskenndaten müssen kontinuierlich in Echtzeit überwacht und analysiert werden, um bei Abweichungen frühzeitig eingreifen zu können. Durch den Einsatz produktionsnaher IT lassen sich dazu eine Vielzahl an Messdaten über den gesamten Fertigungsprozess hinweg verfolgen.

Anhand statistischer Datenanalysen lassen sich zum Beispiel frühzeitig Trends erkennen sowie Maschinen- und Bearbeitungsparameter nachführen. So wird etwa erkennbar, bei welchem Prozessschritt die meisten Fehler entstehen, wo Rüst- und Stillstandszeiten allzu häufig auftreten. Über die Software-Umgebung kann das Störungsmanagement so effizienter gestaltet werden: Mithilfe ausgefeilter Analysetechniken können Parameter, die aus dem Ruder laufen, frühzeitig erkannt werden. Entsprechend können rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, bevor ein Produktionsstopp unvermeidlich oder Ausschuss produziert wird. Eine über die MES-Ebene realisierte Closed-Loop-Steuerung kann auf diese Weise bei sich abzeichnenden Fehlern für ein sofortiges Gegensteuern im Fertigungsprozess sorgen – eine entscheidende Voraussetzung für eine Null-Fehler-Fertigung.

Langfristig liegt das Ziel darin, so genannte ‚Cyber Physical Systems‘ im Sinne autonomer Produktionseinheiten durch das Zusammenspiel von ‚Anlagenintelligenz‘ und Software dahingehend zu realisieren, dass Produktionsprozesse sich selbst organisieren und Probleme autonom gemeistert werden können. Der Einsatz von Produktionsmanagement-Software kann zudem das effektive, kosteneffiziente und dynamische Zusammenwirken der Logistik- und Prozessketten in der Elektronikbranche unterstützen. Dabei geht die Entwicklung weg von anwenderspezifischen Produktionssteuerungssystemen, die Produktionsabläufe und Maschinenbetriebszustände lediglich visualisieren, hin zu modularen Standardsystemen, die sich im Rahmen einer kurzen Implementierungsphase durch Parametrierung oder Modifikation auf viele Betriebsfälle und die steigenden Anforderungen der OEMs erweitern lassen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Konsolidierung großer Datenmengen, um damit KI-Anwendungen für Produktionsprozesse zu entwickeln, fällt vielen Unternehmen noch schwer. Im Projekt ExDRa sollen Lösungen entstehen, die diesen Prozess spürbar vereinfachen. Dieser Text ist der Auftakt zu einer Artikelreihe zu den produktionsbezogenen Initiativen des vom BMWi geförderten Technologieprogramms Smarte Datenwirtschaft.‣ weiterlesen

Rockwell Automation hat einen neuen CTO. Zum 1 Juli hat Cyril Perducat das Amt des Chief Technology Officers übernommen.‣ weiterlesen

Um schon vor der Lieferung einer Werkzeugmaschine Einblicke in ihre Leistungsfähigkeit zu ermöglichen, arbeitet die Schweizer Starrag-Gruppe mit der NC-Simulationslösung Vericut. Anhand der ermittelten Daten lassen sich die für später angedachten NC-Programme feinjustieren, noch bevor die Maschine ihr Werk verlässt.‣ weiterlesen

Viele Firmen befassen sich gerade mit der Neuausrichtung Ihrer Lieferketten. Dabei bietet das europäische Estland auf einer Fläche so groß wie Niedersachsen beispielhafte Digitalisierungs- und Fertigungsexpertise. Zusammen mit dem vergleichsweise einfachen Marktzugang, der räumlichen Nähe und dem Rahmen der EU-Gesetzgebung dürfte das kleine Land ein zunehmend wichtiger Partner der hiesigen Industrie bei ihrer digitalen Transformation werden.‣ weiterlesen

Änderungen in Personalzeitwirtschaft und Entgeltabrechnung gehören im HR-Management zu den oft ungeliebten, aber dennoch regelmäßig anstehenden Aufgaben. Jede Änderung in den Betriebsvereinbarungen, Gesetzesnovellen oder tarifliche Neuregelungen verlangen die Überarbeitung von Schemen und Regeln in den Personalabteilungen. Und auch Adhoc-Änderungen müssen unmittelbar umgesetzt werden.‣ weiterlesen

ERP-Branchenlösungen sollen Standardgeschäftsprozesse und Spezialfunktionen unter einen Hut bringen. Innovachem für mittelständische Chemieunternehmen verbindet den Systemkern aus Basis von SAP S4/Hana etwa mit Modulen zur Rezepturentwicklung und Compliance-Prüfung. Das erspart so manche Programmierarbeit und Schnittstellenpflege.‣ weiterlesen

Aras Software hat einen neuen Geschäftsführer. Peter Schoppe hat mit Wirkung zum 1. Juli die Leitung des Plattformanbieters übernommen.‣ weiterlesen

Er ist schnell, leicht und verbraucht wenig Treibstoff: Der Hochgeschwindigkeits-Helikopter Racer kann Fluggeschwindigkeiten von bis zu 400km/h erreichen. Die Schalenbauteile seiner Außenhaut werden mit einem neuartigen Fertigungsverfahren hochautomatisiert hergestellt. Ein Forscherteam des Fraunhofer IGCV hat die Methode gemeinsam mit Airbus Helicopters entwickelt.‣ weiterlesen

Dualis hat den neuen Hauptsitz des Unternehmens in Dresden bezogen. Der reguläre Arbeitsbetrieb begann am 19. Juli.‣ weiterlesen

Kawasaki Gas Turbine Europe plant, produziert, installiert und wartet Gasturbinen. In Bad Homburg befindet sich das europäische Zentrallager des Tochterunternehmens von Kawasaki Heavy Industries. Um dort fehleranfällige Prozesse abzulösen, hat das Unternehmen eine Lagerwirtschaftslösung eingeführt, die alle Transportbewegungen dokumentiert.‣ weiterlesen

Störungen in der Lieferkette können schnell zu Problemen führen. Jaggaer hat vier Tipps zusammengestellt, wie Unternehmen Schwachstellen in der eigenen Lieferkette identifizieren können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige