Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Eine Heijunka-Tafel macht noch keinen schlanken Prozess

Klassische Lean-Instrumente wie Kanban-Karten und Heijunka stoßen bei stark IT-gestützten Prozessen wie z.B. in der Logistik oftmals an ihre Grenzen. Besonders Automobilzulieferer scheuen sich daher vielfach davor, ihre Lieferkette konsequent und durchgängig nach Lean Prinzipien zu organisieren. Die Grammer AG hat diesen Schritt gewagt und im Rahmen eines Projekts mit J&M Management Consulting Lean Funktionen in ihre bestehenden IT-Anwendungen und Logistikprozesse integriert. Mit Erfolg: Aufwände und Prozesszeiten in der Logistik konnte der Zulieferer deutlich reduzieren.

Bild: Grammer AG

Unter dem Stichwort ‘Lean’ halten schlanke Prozesse bereits seit Jahrzehnten Einzug in die Fertigungsindustrie. Richtig angewandt lässt sich die Verschwendung von Ressourcen damit auf ein Minimum reduzieren. Die Tools und Methoden sind flexibel einsetzbar. Dennoch tun sich gerade Automobilzulieferer eher schwer damit, Lean Prinzipien durchgängig einzuführen und einzuhalten. Wenn sie ihre Prozesse nach Lean-Management-Methoden aufstellen, dann oftmals ausschließlich in der Fertigung oder aber lückenhaft auf einzelne Teilbereiche beschränkt. Die Folge: Ineffizienzen werden z.B. aus der Produktion in die Logistik verschoben, aber nicht behoben. Die erhofften Erfolge bleiben aus.

Risiken durch Brüche im Informationsfluss vermeiden

Das Problem liegt oftmals darin, dass sich die Unternehmen zwar munter aus dem Methoden-Kasten der Lean-Philosophie bedienen und beispielsweise Kanban-Karten einführen oder Heijunka-Tafeln aufstellen. Die Anwendung der Tools erfolgt dann jedoch oftmals fragmentiert. Gerade in stark IT-gestützten Prozessen bringt das zwangsläufig Brüche im Informationsfluss und neue Ineffizienzen an den entstehenden Schnittstellen mit sich. Beispielsweise führt die Verwendung des Pull-Prinzips und kleinerer Losgrößen zu erhöhtem Aufwand in etablierten Logistikprozessen wie Bereitstellung, Wareneingang und Versand. Die Herausforderung besteht darin, die Prozesse von Anfang bis Ende schlank zu organisieren. Das erfordert Disziplin. Denn die Versuchung, die dafür erforderliche Standardisierung aufzuweichen, ist groß. Lean Management ist als eine Reihe von End-to-End Prozessen zu verstehen und nicht lediglich als eine Sammlung von Tools und Methoden.

Wichtige Prinzipien, die es bei der Abwicklung der Lean-Prozesse im Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) zu berücksichtigen gilt, sind Segmentierung, Berechnung nach dem ‘every part, every intervall’-Prinzip (EPEI), die Definition des Fahrplans, die Ermittlung des Sicherheitsbestands, die Nivellierung, Glättung und Pull-Materialversorgung. Automobilzulieferer benötigen deshalb ein Lean-Konzept, das die komplette Supply Chain umfasst und auch externe Partner wie Lieferanten und Third Party Logistics Provider einbezieht.

Lean-Methoden an die Abläufe vor Ort anpassen

Allerdings kann Lean als System nicht eins zu eins aus dem Lehrbuch kopiert werden. Stattdessen muss es an die spezifischen Bedingungen des jeweiligen Unternehmens angepasst werden. Das umfasst Lieferantenverträge, Infrastruktur und Automatisierungsgrad. Die Chance: Mit Lean-Prinzipien können Prozesse und ihre unterstützenden ITAnwendungen standardisiert und Aufwände entsprechend reduziert werden. Die meisten Prozesse, die verschlankt werden sollen, sind keine reinen IT-Prozesse. Umso wichtiger ist es, stabile Übergänge von und in die IT-Anwendungen zu schaffen, um Informationsbrüche zu vermeiden. Die Übertragung der integrativ relevanten Lean Prozesse in das ERP unterstützt die Transparenz und fördert die Produktionsglättung. Nicht nur bei Automobilzulieferern muss die IT schnell und exakt korrekte Ergebnisse für andere Funktionsbereiche zur Verfügung stellen und so deren Aktivitäten steuern. Trotz komplexer IT-Systeme kommt es darauf an, die Lösungen möglichst einfach zu halten.


Das könnte Sie auch interessieren:

Lange organisierte Imes-Icore die Service-Prozesse mit Exceltabellen und selbstentwickelten Tools. Mit dem Unternehmenswachstum stieß dieser Ansatz an seine Grenze. Heute unterstützt ein Ticketsystem, die steigende Nachfrage nach Support zu bedienen.‣ weiterlesen

Wenn sich Kunden zum Kauf entscheiden, soll der Auftrag ohne Verzögerung und Rückfragen ausgelöst werden. Speziell für komplexe und variantenreiche Produkte setzt dies meist durchgängig digitale und automatisierte Angebots- und Auftragsprozesse voraus. Dabei gilt: Was per CPQ verkauft wird, muss ERP-seitig auch effizient produziert, geliefert und kaufmännisch abgewickelt werden. Ohne dieses Zusammenspiel geht es nicht.‣ weiterlesen

Digitale Werkzeuge für das Field Service Management helfen, den Erwartungen der Kunden gerecht zu werden. Virtueller und interaktiver Support mit etwa Augmented Reality-Technik könnte bald in vielen Firmen für noch bessere Ergebnisse sorgen. Zumal Service-Organisationen im Krisenjahr 2020 dazu gezwungen waren, etwaige Berührungsängste mit Technologie abzulegen.‣ weiterlesen

Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verzeichnen im Gegensatz zu globalen Konkurrenz niedrigere Margen und schwächere Wachstumsraten, so eine Bain-Analyse. Dieser Rückstand sei jedoch aufholbar.‣ weiterlesen

Nach dem globalen Umsatzeinbruch um voraussichtlich 7 Prozent in diesem Jahr, wird für 2021 im Maschinenbau ein Umsatzwachstum von 6 Prozent prognostiziert.‣ weiterlesen

Mit dem Ziel, seine Präsenz in der DACH-Region weiter auszubauen hat das US-Unternehmen Aptean die Modula GmbH übernommen.‣ weiterlesen

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im leicht positiven Bereich.‣ weiterlesen

Die nun veröffentlichte Normungsroadmap KI von DIN DKE sowie dem BMWi soll Handlungsempfehlungen für Standardisierung von künstliche Intelligenz geben. Die Roadmap ist online abrufbar.‣ weiterlesen

Produktkonfiguration ist für das österreichische Unternehmen Robotunits schon lange ein Thema. Als die selbstentwickelte Lösung für diese Aufgabe an ihre Grenze stieß, wurde die Configure Price Quote-Software von Acatec eingeführt. Das System sollte die Firma auf dem Weg zu ihrem ehrgeizigen Ziel unterstützen: Doppelter Umsatz in fünf Jahren.‣ weiterlesen

Unter der Leitung des Lehrstuhls Werkzeugmaschinen und Steuerungen an der TU Kaiserslautern (WSKL) startet das Projekt „5G – Einsatz in der Industrie“. Durch die Beteiligung der Lehrstühle Augmented Vision, Funkkommunikation und Navigation sowie der Technologie-Initiative SmartFactory-KL soll ein leistungsfähiges Netzwerk entstehen.‣ weiterlesen

Anlässlich des Digital-Gipfels der Bundesregierung präsentiert die Plattform Industrie 4.0 Anwendungen für eine nachhaltige Industrie 4.0. Anhand von Analysen haben die Plattform-Spezialisten dabei drei mögliche Entwicklungspfade identifiziert.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige