Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Effizienz der Anlagenbedienung steigern

Alarmmanagement fördert Sicherheit und Rentabilität

In der Prozessindustrie kann sich ein Bedienfehler in der Leitwarte negativ auf das gesamte Unternehmen auswirken. Verbessern können Unternehmen die Bedieneffizienz der Produktionssteuerung, indem sie bessere Arbeitsbedingungen schaffen – etwa durch klug konfigurierte Alarmsysteme und leistungsfähige Bedienoberflächen.

Bild: PAS

Vor der Zeit moderner Prozessleitsysteme (PLS) war jede Alarmierungsfunktion mit Kosten verbunden, sodass nur die wichtigsten Alarme installiert wurden. Heute erfodern PLS-Alarme minimale Konfiguration und lassen sich praktisch gratis einrichten. Das mag zwar Kosten sparen, führt aber bei fehlendem Alarmmanagement schnell zu einer immensen Anzahl konfigurierter Alarme pro Bedienplatz. Als Folge gehen nicht selten täglich tausende Alarme in einer Leitwarte ein. Diese Informationsflut überlastet die Bediener, die Effizienz am Steuerpult sinkt. Mangelhaft konzipierte Alarmsysteme werden immer wieder als Ursache schwerer Unfälle genannt. In diesen Fällen haben die Bediener bei der Alarmflut die kritischen Alarme schlichtweg übersehen. Zu den üblichen Problemen, vor dem die Anwender stehen, gehören Alarmschwälle, Flatter- und Fehlalarme, nicht mehr gültige Alarme sowie als Alarme fehlinterpretierte Wartungsinformationen. Solche Probleme lassen sich vermeiden, wenn bewährte Prinzipien des Alarmmanagements beim Konfigurieren des Leitstands befolgt werden.

Methoden zur Verbesserung des Alarmsystems

Für die Alarmsystem-Konfiguration steht eine erprobte Methodik zur Verfügung, die in der Regel den gleichen Schritten folgt:

  • Alarm-Philosophie – Ein Dokument erläutert die Anforderungen für die optimale Planung, Implementierung und Pflege von Alarmsystemen.
  • Vergleichsstudien – Die Leistung des aktuellen Alarmsystem wird im Vergleich zu bewährten Verfahren der Branche bewertet.
  • Schwerwiegende Alarme – Arbeitsanweisungen liefern Informationen für die schnelle Behebung der problematischsten Alarme.
  • Alarm-Dokumentation und ‚Verschlankung‘ – Das Alarmsystem wird auf Basis des Philosophie-Dokuments angepasst, sodass nur handlungsrelevante Alarme ausgegeben werden.
  • Echtzeit-Alarmmanagement – Verfahren wie wie Alarm-Zurückstellung, zustandsbasierte Alarmierung und Alarmschwall-Unterdrückung unterstützen dynamische Anlagenbedienung.
  • Ständige Überprüfung des Alarmsystems – Die Einhaltung der dokumentierten Einstellungen und Rationalisierungen bewahrt die Systemeffizienz.

Die Anwendung dieser Methoden kann für eine erhöhte Prozess- und Bedienereffizienz eines Alarmsystems sorgen. Neben dem Aufbau muss jedoch auch die Bedienerschnittstelle, das Human-Machine Interface (HMI) optimiert werden, um zuverlässige Bedienerführung zu erreichen.

Vom komplexen Schaubild zum Hochleistungs-HMI

Genauso wie schlecht konfigurierte Alarmsysteme wurden mangelhafte HMIs immer wieder als Faktoren genannt, die zu Industrieunfällen beitragen. Als Ende der 1970er-Jahre die ersten grafischen Bedieneranzeigen aufkamen, gab es noch keine Richtlinien für deren Gestaltung. Stattdessen wurden die Rohrleitungs- und Instrumentierungspläne (R+I) umgesetzt, also lediglich schematische Anlagendarstellungen. In diese Grafiken wurden dann dynamische Prozesswerte und Attribute wie Farbwechsel oder Animationen ‚gestreut‘, um Betriebsdaten anzuzeigen.

Als Ergebnis ist der Bildschirm in der Regel mit Rohdaten zu überfrachtet, um verfahrenstechnische Zusammenhänge zu erschließen. Das führt häufig dazu, dass Bediener nur auf Alarme reagieren, statt Probleme vor Auftreten eines Alarms anzugehen. Der Einsatz leistungsfähiger HMI kann hier die Situationseinschätzung der Bediener verbessern. Zu den Vorteilen zählen eine präzise Einschätzung des Prozesszustands, das unmittelbare Erkennen von Ausnahmebedingungen sowie eine verbesserte Erfolgsquote bei der Ausnahmen-Behandlung, die schnellere Eindämmung von Problemen und die Förderung aktiven Bedienverhaltens. Ein grundsätzlicher Vorteil leistungsfähiger Darstellung besteht außerdem darin, dass Werte nicht als Rohdaten, sondern in aussagekräftigem Kontext angezeigt werden. Dies wird durch die effektive Nutzung von Farben, Alarmdarstellungen und Mustererkennung erreicht.


Das könnte Sie auch interessieren:

In Halle 7, Stand G01 auf der Intralogistik-Fachmesse Logimat zeigt Logivations ein neues kamerageführtes System zur Steuerung von fahrerlosen Transportfahrzeugen und zum Tracking von Gütern.‣ weiterlesen

Cyber-Angriffe auf die Unternehmens-IT finden immer wieder statt. ERP-Umgebungen als Angriffsziel bilden hier keine Ausnahme. Die zunehmende Vernetzung und das Zusammenspiel von immer mehr Komponenten führen im Ergebnis zu mehr potenziellen Angriffszielen.‣ weiterlesen

In der Automotive-Branche liegt die Messlatte für die Qualität ganz oben: Eine Null-Fehler-Produktion wird über die gesamte Lieferkette hinweg erwartet. Als hundertprozentiger Automobilzulieferer hat sich Baier & Michels mit ihrer Produktpalette diesem Qualitätsanspruch verpflichtet. Dabei unterstützt seit dem Jahr 2015 eine integrierte Lösung für das Qualitäts- und Produktionsmanagement.‣ weiterlesen

Immer mehr mittelständische Unternehmen internationalisieren sich, vergrößern sich durch Zukäufe oder schaffen durch Aufteilungen der Unternehmensbereiche effizientere Strukturen. Jeder dieser Schritte bedeutet eine komplexe Abwicklung für das eingesetzte ERP-System.‣ weiterlesen

Nicht nur Cyberattacken von außen, sondern auch Insider-Angriffe stellen für Unternehmen nach eine Sicherheitsgefahr dar. Der Securityspezialist CyberArk gibt fünf Empfehlungen, wie Unternehmen derartige Angriffe erkennen bzw. verhindern können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige