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Effizienz-Benchmark für kleine und mittlere Unternehmen

Ein Energieeffizienz-Benchmark, der vom Büro Wirtschaftsinformationen von Professor Wilhelm Riesner und der Hochschule Zittau/Görlitz entwickelt wurde, bietet kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit, ihre Energieeffizienz im Hinblick auf verschiedene Energieformen und die CO2-Emission zu bewerten.

Bild: Hochschule Zittau/Görlitz

Ein vom Büro Wirtschaftsinformationen von Professer Wilhelm Riesner in Zusammenarbeit mit der Professur Entwicklung von Unternehmensanwendungen von Professor Jörg Lässig entwickelter Energieeffizienz-Benchmark ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) des verarbeitenden Gewerbes eine Standortbestimmung hinsichtlich der erreichten Energieeffizienz. Diese wird dabei mit statistisch validen Werten der mittleren Energieeffizienz von Unternehmen des entsprechenden Wirtschaftszweigs verglichen. Dazu werden über ein Webformular die Jahreswerte für den Energieverbrauch nach Energieträgern sowie Umsatz, Bruttowertschöpfung (BWS) und die Anzahl der Beschäftigten angegeben. Der Vergleich basiert auf zwölf charakteristischen Energie-Kennziffern, die auf der Basis der Unternehmensdaten und Vergleichswerten von knapp 45.000 Unternehmen aus 245 Wirtschaftszweigen ermittelt werden. Durch die Wiederholung des Benchmarks können Anwender erkennen, ob sie mit ihrem Wirtschaftszweig Schritt halten.

Zentrale Kennziffern des Benchmarks

Vor dem Hintergrund des aktuellen Energiekonzepts der Bundesregierung ist mit zunehmenden Anreizen zu rechnen, die eine Reduktion der Verbräuche insbesondere bei KMU der Industrie zum Ziel haben. Darüber hinaus tragen sinkende Verbräuche zur Kostenreduktion in der Produktion bei, womit tendenziell steigende Strompreise kompensiert und die Wettbewerbsfähigkeit gestützt werden kann. Für die bessere Vergleichbarkeit der eigenen Position in diesem Umfeld werden etwa der Strom-, Fernwärme-, Erdgas-, Heizöl-, Steinkohle- und Braunkohleverbrauch sowie der Verbrauch von erneuerbaren Energien herangezogen. Damit kann bereits der Energiemix des einzelnen Unternehmens erste Informationen über mögliche Verbesserungspotenziale liefern. Zudem werden Gesamtenergieverbrauch, Brennstoffverbrauch, Stromverbrauch sowie die CO2-Emmission pro 1.000 Euro Umsatz, pro 1.000 Euro Bruttowertschöpfung und pro Beschäftigten ermittelt.

Ein Referenzunternehmen aus dem Bereich ‚Eisengießerei‘ könnte beispielsweise 32 Beschäftigte und einen Gesamtumsatz von 4,7 Millionen Euro, sowie eine Bruttowertschöpfung von 1,4 Millionen Euro, einen Stromverbrauch von drei Gigawattstunden, einen Erdgasverbrauch von 1,9 Gigawattstunden sowie einen Steinkohlenverbrauch von 464 Tonnen im Jahr haben. Die angegebenen Energieverbrauchswerte werden dann entsprechend mit der Anzahl der Beschäftigen, dem Umsatz oder der BWS normiert und bilden somit unter Berücksichtigung der Durchschnittswerte der Branche aussagekräftige Verhältniskennzahlen.

Verbräuche im Unternehmen besser verstehen

Für die ermittelten Verhältniskennzahlen entsprechen dann Werte kleiner als eins einem geringeren Energieverbrauch als der Branchenschnitt. Die BWS eines Betriebes ist dabei als Bezugsgröße für die Energieeffizienz besonders geeignet. Durch die unmittelbare Beziehung zum Energieverbrauch sollten diese Kennziffern die stärkste Beachtung finden. Die Verhältniszahlen bezüglich der Energieträgerstruktur sind in der Regel durch den Betrieb nur teilweise beeinflussbar. Freiheitsgrade hat das einzelne Unternehmen bei der Nutzung von Heizöl und Kohle und zunehmend von erneuerbaren Energien, bei letzteren durch Eigenerzeugung oder durch zertifizierten Strombezug aus erneuerbaren Energien.

Elektrizität als Produktivitätsfaktor

Die Kennzahlen machen insbesondere auch Aussagen über den Gesamtenergie- und den Brennstoffverbrauch des Unternehmens sowie den entsprechenden Einfluss auf die CO2-Emission. Die Berücksichtigung des Brennstoffverbrauchs lässt noch deutlicher den Einfluss der unterschiedlichen Energieverbrauchsstruktur zwischen Unternehmen und Wirtschaftszweig erkennen. Elektrizität hingegen ist nicht nur ein Träger von Energie, sondern oftmals wesentlicher Produktivitätsfaktor für ein Unternehmen. Das äußert sich vor allem in der positiven Wirkung moderner Elektrotechnologien sowohl auf den Gesamtenergieverbrauch als auch auf die Produktivität der Beschäftigten. Deshalb sind Verhältniszahlen für den Stromverbrauch merklich über eins dann positiv zu werten, wenn der Gesamtenergieverbrauch kleiner als 1 oder der Umsatz je Beschäftigtem größer als 1 ist. Bestätigt die Prüfung diese Erkenntnisse nicht, kann auf eine geringe Effizienz bei der Stromverwendung geschlossen werden, die es näher zu untersuchen gilt. Auf diese Weise kann das Benchmarking-System Transparenz bezüglich des Energiemixes und -verbrauch sowie bezüglich der CO2-Emission eines Unternehmens im Vergleich zur Branche bieten.

Investitionsentscheidungen absichern

Damit können auch Investitionsentscheidungen qualitativ und quantitativ begründet werden. So kann gezieltes Benchmarking zu einer besseren Wettbewerbsfähigkeit des einzelnen Unternehmens und damit letzlich auch des Wirtschaftsstandorts beitragen.


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