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Effizientes Zusammenspiel von Entwicklungs- und Geschäftsprozessen

Zukunftsthema Integration

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Von der Auftragserteilung bis zu Inbetriebnahme und Service einer Anlage fließt zwischen Enterprise Resource Planning- und Produktdatenmanagement-System eine Vielzahl von Daten hin und her. Bild: Contact Software

Änderungsmanagement – ein heißes Eisen

Was die Standardisierungsbemühungen so anspruchsvoll macht, sind die wachsenden Anforderungen an die Qualität und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Es sollen nicht nur Materialstammdaten und Stücklisten zwischen den Systemwelten ausgetauscht werden – was Stand der Technik ist – sondern auch Varianten-Informationen oder Projektdaten. Vor allem geht es um die Frage, wie Änderungen an diesen Informationen systemübergreifend kommuniziert werden können.

Eine besondere Herausforderung ist die Synchronisation von PDM- und ERP-Stücklisten nach Änderungen, da hier jedes Unternehmen unterschiedliche Anforderung hat. Manche behalten die Konstruktionsstückliste im ERP-System als Basisstückliste bei, andere entkoppeln beide Stücklisten nach der erstmaligen Übertragung, so dass sie nur noch manuell synchronisiert werden können. „Infolgedessen muss die Schnittstelle unterschiedliche Änderungsszenarien unterstützen, beispielsweise dadurch dass im ERP-System bestimmte Mechanismen des Änderungs-Managements angestoßen werden“, erläutert Kickstein.

Zu den neuen Anforderungen, die für die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau an Bedeutung gewinnen, gehört das systemübergreifende Varianten-Management. Die Merkmale und Regeln, die eine gültige Produktkonfiguration beschreiben, werden normalerweise im PDM-System angelegt. Man benötigt diese Informationen aber auch im ERP-System, um eine auftragsspezifische Ausprägung der Stückliste erzeugen zu können. Es ist also eine einheitliche Art und Weise erforderlich, wie diese Merkmale und Regelwerke zwischen beiden Systemwelten ausgetauscht werden.

Handlungsbedarf besteht außerden bei der Synchronisation des Projektmanagements, für das es in beiden Systemen Funktionen gibt. Üblicherweise projektiert der technische Vertrieb einen Auftrag im ERP-System und erzeugt davon ausgehend eine Cost-Breakdown-Struktur (CBS). Die Entwickler nutzen hingegen die Projektmanagement-Funktionen des PDM-Systems, um die Aufträge über eine Work-Breakdown-Structure (WBS) in einzelne Arbeitspakete zu untergliedern, die Termine zu definieren, die Ressourcen zuzuordnen und ihre Aufwände zu erfassen. Um das Projekt effizient zu steuern, müssen CBS und WBS miteinander verbunden und bei Änderungen synchronisiert werden.

Auf dem Weg zu sicheren und hochwertigen Abläufen

Eine PDM/ERP-Schnittstelle mit dem beschriebenen Funktionsumfang trägt zu einer höheren Sicherheit und Qualität der Fertigungsprozesse bei, da alle Beteiligten jeweils mit den aktuellen Informationen arbeiten. Gleichzeitig reduziert sich der Aufwand für die manuelle Erfassung und Prüfung der Daten und die Gefahr von Fehleingaben, was Kosten spart und zu einer deutlichen Beschleunigung der Prozessabläufe führt. Das Einsparpotential ist erheblich, wenn man sich vor Augen hält, was allein die Verwaltung eines neuen Artikels im ERP-System bei manchen Unternehmen kostet. Die Vereinheitlichung wesentlicher Schnittstellen-Funktionen unter Nutzung offener Standards wie XML, SOA, ESB, WebServices XMLRCP oder REST beschleunigt die Implementierung entsprechender Integrationen und vereinfacht ihre Administration, insbesondere in Anwendungsszenarien, in denen ein PDM-System mit verschiedenen ERP-Systemen oder -Instanzen gekoppelt werden muss. Auch die Systemlieferanten profitieren von der Standardisierung, weil sie weniger Aufwand für die Entwicklung Wartung von Schnittstellen zu unterschiedlichen Systemlösungen treiben müssen.


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