Anzeige
Anzeige

Effiziente Projektierung von Papiermaschinen

Beitrag drucken

Der Engineering-Aufwand für bestimmte Maschinenmodule konnte durch den standort- und disziplinübergreifenden Einsatz der Engineering-Software signifikant gesenkt werden. Bild: Voith Paper

Einheitliche Datenbasis für Hersteller und Zulieferer

Bei der Maschinenentwicklung arbeiten die Beteiligten mit dem gleichen Planungswerkzeug. Als Engineering-Tool wird dabei die Lösung Comos von Siemens verwendet. Diese objektorientierte Software basiert auf einer einheitlichen Datenbank und wird für die Erstellung von Rohrleitungs- und Instrumentierungsfließbildern (P&ID), zur Planung der Bereiche Elektrik, Messen, Steuern und Regeln (EMSR) und zur Integration von Hydraulik und Pneumatik verwendet. Außerdem wird mit der Software die technische Dokumentation der Maschine erstellt.

Per Schnittstelle ist eine Lösung für die 3D-Planung angebunden. Herzstück der Software ist eine einheitliche Datenbank, in der alle Stammdaten als Objekte abgelegt sind. Die Anlagenplaner bei Voith Paper arbeiten weltweit mittels Citrix-Servertechnologie und einer Virtual Private Network-Lösung (VPN) mit dieser SQL-Datenbank. Dadurch haben alle Beteiligten auf die aktuellen Daten und Versionen Zugriff. Im Vergleich zur Vergangenheit, als unterschiedliche Niederlassungen mit unterschiedlichen lokalen Datenbanken gearbeitet haben, konnte damit der Supportaufwand erheblich reduziert werden. Das Synchronisieren von Stammdaten, aber auch das Einspielen von Software-Updates wird deutlich erleichert.

Globales Entwicklungsnetz umspannt viele Disziplinen

Seit dem Jahr 1999 arbeitet der Maschinenbauer mit der Engineering-Lösung. Anfangs wurde die Software nur für Elektrik und Automatisierung verwendet, später kamen Hydraulik und Pneumatik sowie Prozessplanung hinzu. Allerdings war schon von Beginn an das Ziel des Unternehmens, ein einheitliches Planungswerkzeug für ein weltweit vernetztes Engineering zu implementieren. Entsprechend zählten zu den Anforderungen an die Software die Möglichkeit eines globalen Engineerings, eine offene Systemarchitektur, die Anbindung von Lösungen etwa für Enterprise Ressource Planning (ERP) sowie die Realisierung einer einheitlichen Dokumentation.

Zentrale Kriterien bei der Software-Auswahl bestanden allerdings darin, Freiheit und Flexibilität bei der Definition von Geschäftsprozessen zu haben. „Comos unterstützt uns bei der Prozessdefinition und gibt nicht wie andere Softwareprodukte Prozesse vor, an die wir uns anpassen müssen“, erläutert Thorsten Jankowski, Process-Manager CAE bei Voith Paper. Dadurch konnte der Maschinenhersteller seinen Engineering-Workflow kontinuierlich verbessern und die Effizienz der Maschinenplanung deutlich erhöhen.

Engineering-Aufwand signifikant gesenkt

Mittlerweile hat das Unternehmen über 1.350 Projekte mit Hilfe der Software realisiert. Die Projekte sind sowohl im Archiv als auch in einer produktiven Datenbank abgelegt. Auf diese Daten kann bei der Planung von neuen Maschinen jederzeit zurückgegriffen werden. Templates beziehungsweise Kopiervorlagen können in neuen Projekten wiederverwendet werden. Nach Angaben des Unternehmens konnte durch die Verwendung dieser Templates sowie vorhandener Planungsdaten der Engineering-Aufwand bei bestimmten Maschinenmodulen um bis zu 50 Prozent gesenkt werden.

Weitere Vorteile umfassen die durchgängige Datenhaltung und die Möglichkeit, gewerkeübergreifend auf einer Plattform zu arbeiten: „Ändert eine Fachabteilung ein Objekt, wie etwa eine Pumpe, dann wird diese Änderung für alle weiteren Gewerke bei ihren speziellen Planungen automatisch übernommen und sofort sichtbar. Die Qualität steigt und die Bearbeitungszeit sinkt. Zudem wird damit auch der Teamgedanke innerhalb unseres Engineerings gefördert“, kommentiert Jankowski. So könne auch die komplette technische Dokumentation automatisch erstellt werden. Die Nutzung des Systems auch während des Betriebes der Papiermaschine gewährleiste, dass Daten konsistent und aktuell vorliegen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Telefónica Tech erwirbt BE-terna und will damit seine Position als Technologie-Dienstleister stärken.‣ weiterlesen

Tim van Wasen tritt die Nachfolge von Stéphane Paté an und wird Geschäftsführer von Dell Technologies Deutschland.‣ weiterlesen

Überwachungssysteme, die vor Einbrüchen schützen sollen und sich per Smartphone-App steuern lassen, sollen die Nutzer in Sicherheit wiegen. Dass dieses Gefühl trügen kann, haben Studierende aus dem Studiengang Informatik an der Hochschule Emden/Leer im Rahmen eines Forschungsprojektes aufgedeckt.‣ weiterlesen

Das IT-Unternehmen Checkmarx hat das Tool Supply Chain Security vorgestellt. Das Programm zielt aber nicht auf die physische Lieferkette eines Produktionsunternehmens ab, sondern überwacht im Zusammenspiel mit Checkmarx Software Composition Analysis (SCA) den Health- und Security-Status von Open-Source-Projekten mit Blick auf mögliche Anomalien.‣ weiterlesen

Unternehmen haben bezüglich der Digitalisierung ihrer Qualitätsprozesse heute mehr Möglichkeiten denn je. Beim Blick auf klassische Produktionsunternehmen und deren Systemlandschaften kommen ERP- und CRM-Systeme, MES-Software und CAQ-Lösungen zum Vorschein, die durch offene Schnittstellenkonzepte wie OpenAPI in Summe wesentlich mehr Integrationsmöglichkeiten als früher mitbringen.‣ weiterlesen

Mit der weltgrößten Spaltrohrmotorpumpe mit Explosionsschutz konnte Hermetic-Pumpen für Aufsehen sorgen. Um bei der Entwicklung und Fertigung der Spezialpumpen erforderliche Normen und Vorgaben möglichst effizient umzusetzen, setzt der Hersteller aus Gundelfingen auf ein Integriertes Managementsystem.‣ weiterlesen

Mit einem Manufacturing Execution System (MES) können mittelständische Fertigungsbetriebe ihre Produktion digitalisieren und sie so auf komplexere Marktanforderungen ausrichten. Auf welche Funktionalitäten Fertiger achten sollten, zeigt der folgende Beitrag.‣ weiterlesen

Das Maschinenbauunternehmen Schenck Process hat die serverlose, modulare IoT-Plattform Coniq Cloud auf den Markt gebracht. Das System ist als IoT-Backbone für die eigenen Maschinen gedacht und bietet Anwendungsprogramme etwa zu Optimierung von Produktionszeiten und für Datenauswertungen.‣ weiterlesen

Komplexe Fertigung in Kombination mit hohem Termindruck führten beim Maschinenbauer Knoll dazu, dass lediglich 53 Prozent der Liefertermine zu halten waren. Nach der Einführung der PPS-Lösung von LF Consult liegt die Termintreue bei über 90 Prozent - bei kürzeren Durchlaufzeiten.‣ weiterlesen

Wenn sich am 30. Mai die Hallentore zum Flagschiff der Deutschen Messe öffnen, kann das als Startschuss für das postpandemische Messegeschehen gelten. Denn die Hannover Messe nimmt traditionell eine Sonderrolle unter den Industrieausstellungen ein. Grund dafür ist auch das hochkarätige Begleitprogramm, das diesmal mit 600 Vorträgen auf sechs Bühnen die Angebote der 2.500 Aussteller einrahmt.‣ weiterlesen

In diesem Jahr findet die Intralogistikmesse Logimat wieder in Präsenz statt. Und laut Veranstalter bewegen sich die Buchungen wieder auf Vor-Pandemie-Niveau. 1.500 Aussteller werden vom 31. Mai bis zum 2. Juni in Stuttgart erwartet.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige