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Effizient Steuern mit Manufacturing IT

Tipps für die erfolgreiche Systemauswahl

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Auswahlphase: Vom Idealsystem zum Realsystem

Mit der Erstellung des Lastenheftes ist die Anforderungsaufnahme für das Ideal-System beendet und die Vorauswahl beginnt. Anhand einer Marktrecherche werden zunächst Anbieter ausgewählt und angesprochen, die im jeweiligen Industriesegment eine Referenz oder Branchenkompetenz mitbringen. Anschließend erfolgt der Abgleich der angebotenen Funktionen. So wird eine geforderte Funktionalität von Anbietern ’nicht‘, ‚teilweise‘ oder ‚vollständig‘ erfüllt. Aus diesen Informationen kann eine Anbieterbewertung in Form einer Punktzahl abgeleitet werden. Zusätzlich zu funktionalen Kriterien gilt es, technologische Informationen wie Schnittstellen zu vorhandenen Systemen, die Anpassungsfähigkeit der Systeme sowie Produktinformationen etwa zur Zahl der installierten Lösungen, Sprachenfähigkeit, Unternehmensgröße oder Frequenz und Kosten von Updates und Releases zu erfassen. So entwickelt sich aus dem beschriebene Idealsystem durch Anwendung zusätzlicher Kriterien ein Bild des potenziellen ‚Realsystems‘.

Beispiel für eine schrittweise Systemeinführung:?Zuerst werden MDE und BDE in einem Fertigungsbereich eingeführt. Anschließend wird die Installation je nach Bedarf entweder um neue Funktionen erweitert oder auf die nächste Linie ausgeweitet.

Klare Vorgaben für die Produktpräsentation

Die bis zu fünf Anbieter mit der höchsten Punktzahl sollten anschließend in einer rund einstündigen Präsentation ihre Systeme im Unternehmen vorstellen. Der Betrieb sollte dafür im Vorfeld geeignete Szenarien aus dem Lastenheft aufstellen, um die Vorstellung auf wesentliche Anforderungen zu beschränken. Dieses Vorgehen vermeidet, dass Anbieter ihre Präsentation auf MES-Module mit dem höchsten Funktionsumfang fokussieren. Gleichzeitig kommt der Einsatz identischer Szenarien der Vergleichbarkeit von Anbietern und IT-Lösungsansätzen zugute. Anschließend erfolgt die Lösungsbewertung anhand der Szenarien und maximal drei Anbieter werden für die Endauswahl eingeladen. Hier präsentieren die IT-Unternehmen in getrennten Workshops Ihre Softwarelösung im Live-Betrieb mit realen Daten aus der Produktion. Erneut gilt es, detailliert auf die Anforderungen aus dem Lastenheft einzugehen. Dabei sollten neben der Bewertung der Systemfunktionen auch der Implementationsaufwand – etwa durch Anpassungsprogrammierung der Software zur Umsetzung einer Anforderung – sowie die Kosten bei Einführung und Betrieb in Betracht gezogen werden, um eine umfassende Entscheidungsgrundlage für die Systemauswahl zu erhalten.

Roll-out-Phase: Vom Verhandlungstisch in die Halle

Die anschließende Verhandlung und Umsetzung das gewählten MES beginnt mit der Erstellung des Pflichtenhefts und einer detaillierten Roll-out-Planung. MES sind in der Regel modular aufgebaut. Bei der Festlegung der Implementierungsstrategie gilt es daher auch das Augenmerk darauf zu richten, welche Funktionen wann installiert werden. Die Einführung muss dabei eng mit dem Tagesgeschäft im Betrieb abgestimmt werden. Denn bei der Planung gilt es neben der Reihenfolge der einzuführenden Funktionsbausteine auch die Fertigungsbereiche zu bestimmen, in denen die ersten Pilot-Systeme eingerichtet werden. Eine bewährte Strategie ist die schrittweise Implementierung von BDE- und MDE-Modulen über alle Fertigungsbereiche hinweg, um das System anschließend um zusätzliche Funktionsbausteine etwa für Feinplanung und Qualitäsmanagement zu erweitern.


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