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Electronic Data Interchange (EDI)

Global denken, lokal handeln

Daten lokal zu verwalten ist insbesondere bei produktionssynchronen Prozessen wichtig. Deshalb bedient der Automotive-Zulieferer und Logistik-Dienstleister Schnellecke neben seinem zentralen Konverter in Wolfsburg noch weitere Instanzen in Leipzig, Glauchau und im slowakischen Bratislava. Lobster Data managt den gesamten EDI-Datenverkehr zwischen dem SAP-System und den Geschäftspartnern. Die dezentralen Instanzen wiederum fungieren als sogenannte ‘Datenpumpen’ und versorgen Schnelleckes eigenes JIT-System (SJS) mit den produktionssynchronen Abrufen.



Bild: Schnellecke Logistics

60.000 Konvertierungen pro Tag leistet Lobster Data bei Schnellecke, 10.000 über den zentralen Konverter in Wolfsburg und 50.000 dezentrale für die produktionssynchronen JIT/JIS-Abrufe. So kommunizieren die Standorte direkt mit den Automobilherstellern vor Ort, was bei der hohen Anzahl an zeitkritischen Prozessen unabdingbar ist. „Lobster ist nicht nur unser zentraler EDI-Konverter, sondern auch unsere ‘Datenpumpe‘, die Abrufe empfängt und zuverlässig an unser hauseigenes JIT-System weiterleitet“, sagt Tobias Streich, EDI-Experte bei Schnellecke Logistics. Mit dem Lösungsanbieter gelang Schnellecke die rasche Anpassung an den neuen Standard Edifact, etwa beim Hauptkunden Volkswagen. Arbeitete VW früher noch mit klassischen EDI-Formaten wie VDA4905 und VDA4915, sind es heute Edifact-Formate wie VDA4984 und VDA4938. Da viele Lieferanten jedoch noch nicht umgestellt haben, agiert Schnellecke nebenbei auch als EDI-Vermittler.

Abrufe im neuen Format

In der Praxis verläuft das wie folgt: Schnellecke erhält Lieferabrufe von VW im neuen Format VDA4984, die Lobster Data konvertiert und an Schnelleckes SAP-System sendet. Anschließend wird die Materialbedarfsrechnung gestartet. Die ausgehenden Lieferabrufe werden von Lobster – meist noch in das alte Format – umgewandelt und an die Lieferanten versendet. Diese liefern das Material und schicken gleichzeitig eine Lieferschein-DFÜ, die Lobster wiederum konvertiert und in das SAP-System überführt. „Wir sind also nicht nur Logistik-Dienstleister, sondern zusätzlich EDI-Dienstleister zwischen Lieferant und Hersteller“, sagt Streich. Schnellecke managt hoch komplexe Logistikprozesse. Dazu erklärt Streich: „Externe EDI-Dienstleister haben hier wenig Einblick, deshalb sind wir froh, dass wir mit Lobster Data unser Mapping-Know-how Inhouse aufbauen und halten können. Wir kennen unsere Prozesse am besten und können so schnell auf Anforderungen des Kunden reagieren.“ Denn gerade in der Logistik-Branche sind viele Prozesse kundenspezifisch. Hier ist Flexibilität gefragt. „Andere Softwareanbieter verkaufen einfach ihre Standard-Mappings. Das kommt für uns nicht in Frage“, sagt Streich. Die unterschiedlichsten Roh-Mappings hat Schnellecke mit dem Lösungsanbieter schon umgesetzt, die dann für jeden EDI-Partner nochmal individuell ausgeprägt werden können. Früher hat ein IT-Mitarbeiter fünf Tage für ein Mapping benötigt, heute sind es ein bis zwei.

Plattformunabhängiges EDI-System

Die EDI-Landschaft der Automobilindustrie durchlebt zurzeit eine ‘Erneuerungskur’. Moderne Protokolle wie OFTP2 oder Formate wie Edifact kommen heute zum Einsatz. Die alte Lösung konnte da nicht mithalten. Schnellecke kann zum Beispiel mit der neuen EDI-Software alle Datenbanken problemlos anbinden, unabhängig vom Betriebssystem. Firmen müssen heute global denken und dennoch lokal agieren können. ‘Glocalization’ ist das Schlüsselwort und das erwarten Automobilhersteller wie Volkswagen von ihren Partnern.


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