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Disposition und Kommissionierung

Lagerauslastung und Mengentreue sichern

Die Jost-Werke AG ist in einer führenden Position bei der Fertigung von Systemen, Modulen und Komponenten für Nutzfahrzeuge. Zum Portfolio gehören Sattel- und Anhängerkupplungen, Stützwinden, Anhängerlenksysteme und Wegstreckenmesser. Für die effiziente Kommunikation und Überwachung der Logistikprozesse von Asien bis nach Europa setzt Jost auf eine Branchensoftware für den Automotive-Bereich.

Jost-Niederlassung in Jamshedpur, Indien: Endkontrolle Etikettierung und Erfassung erfolgen vor Ort, um die Waren zeitnah und lageroptimiert disponieren zu können. Bild: Jost Werke AG

Jost stellt Sattelkupplungen, Anhängerkupplungen und weitere LKW-Zubehörteile her, die bei führenden Nutzfahrzeug-Marken weltweit eingebaut werden. Die Zentrale sitzt in Neu-Isenburg bei Frankfurt, aber längst wird international an siebzehn Standorten für den Weltmarkt produziert. Auf den ersten Blick scheinen sich alle Sattelkupplungen zu gleichen. Doch der Schein trügt: Verschiedene Einsatzarten und Anforderungen erfordern unterschiedliche Größen, Bauarten und Materialien. Und auch bei Ausstattung und Handhabung der Sattelkupplungen lassen sich Unterschiede feststellen. Dabei kommt der Sattelkupplung und ihrem Gegenstück, dem Königszapfen, im Betrieb eine wichtige Aufgabe zu: Ihre Verbindung ist das Einzige, was Sattelzugmaschine und Auflieger zusammenhält. Ähnlich wie Bremsen, Achsen oder Lenkungen zählen Sattelkupplungen daher zu den sicherheitsrelevanten Fahrzeugteilen. Fehler oder schlechte Qualität müssen daher konsequent ausgeschlossen werden.

Globalisierte Kommunikation

Wie in keinem anderen Wirtschaftszweig ist die Automobilindustrie inzwischen vollständig globalisiert. Durch Einsatz von weltweit verbreiteten Nachrichtenformaten in der Datenkommunikation ist es möglich, die hohen Anforderungen an die Logistik über Zeitzonen und lange Transportwege hinweg zu erfüllen. Entscheidend hierfür sind eine bestmögliche Qualität der Kommunikation, die eindeutige Warenkennzeichnung und der fehlerfreie Datenaustausch. Daher setzt Jost auch intern auf Standards wie VDA und Odette, um den elektronischen Datenaustausch und die Etikettierung mit höchstmöglicher Prozesssicherheit zu kombinieren. Dies versetzt das Unternehmen in die Lage, auf Schwankungen und Änderungen der Bedarfssituation flexibel zu reagieren.

Sichere Prozesse

Dazu hat Thomas Garlich, Director Global Logistics bei Jost, einen Prozess definiert und mit der Software Yaveon Pro E-SCM umgesetzt, durch den die Qualitätsanforderungen eingehalten und Fehler vermieden werden. Eine zentrale Qualitätskontrolle der zwischengeschalteten Jost Trading in China überprüft alle im Raum Wuhan und Shanghai produzierten Waren, bevor sie nach Übersee verschifft werden. Da dies die letzte Kontrolle ist, muss sichergestellt werden, dass die Ware danach nicht mehr verwechselt oder verändert wird. Dazu hat jeder Mitarbeiter im Lager der Jost Trading bei der Kommissionierung einen mobilen Etikettendrucker dabei. Eine freigegebene Palette wird beim Scannen systemseitig geprüft, erfasst und dem Kommissionierer das entsprechende VDA-Etikett direkt zur Verfügung gestellt. Fehletikettieren und spätere Verwechslungen können so fast vollständig ausgeschlossen werden. „Dadurch sind wir in der Lage, direkt in den Auslieferungslagern in China oder Indien – und damit vor den langen Transportwegen – die Endkontrolle der Artikel vorzunehmen“, sagt Garlich.

Weltweit im Einsatz

Die eingesestzte Software basiert auf Microsoft Dynamics NAV und verbindet durch ihren hohen Automatisierungsgrad Komfort mit der Sicherstellung von Datenqualität. Die Sachbearbeiter bleiben dank der Reports und Fehlermeldungen informiert und können so schnell und sicher auf Veränderungen, Abweichungen oder Fehler reagieren. Die Abrufaufträge kommen als Delfor-Nachricht im Logistikzentrum in China an und werden dort automatisch für die beiden Produktionswerke in Wuhan und Shanghai disponiert. Durch eine einfache Abfragefunktion wird jede Abweichung von den Sollvorgaben im Lieferfortschritt erkennbar und es kann frühzeitig eingegriffen werden.

Desweiteren wird bei der Kommissionierung im System der DESADV-Lieferavis generiert und an den Disponenten des Kunden versendet, um bestmögliche Lagerauslastung und hohe Mengentreue zu sichern. Die Warenanhänger lassen dann die genaue Rückverfolgung der Transporte zu und, wenn nötig, beispielsweise eine Expressabholung im Hafen, da Container und Paletten sicher zu identifizieren sind. Auf Basis der Software-Plattform werden nicht nur Standardnachrichtenarten und Warenanhänger verarbeitet, es lassen sich auch andere Geschäftsprozesse wie zum Beispiel eine Ersatzteil-Streckengeschäft innerhalb der Standardfunktionalität abbilden. So können Ersatzteile oder Sonderaufträge in Neu-Isenburg bestellt und von China aus direkt an den Kunden geliefert werden, während die Rechnungsstellung in Deutschland erfolgt.

Um die Prozesssicherheit in der täglichen Praxis herzustellen, ist es auch wichtig, dass sich die Software weltweit einfach und sicher implementieren und parametrieren lässt. „Yaveon Pro E-SCM konnten wir in Indien einführen und einrichten, ohne dass ein Mitarbeiter von Yaveon vor Ort sein musste. Es reichte, dass der lokale Dynamics NAV-Partner für die sprachliche und rechtliche Lokalisierung sorgte“, sagt Garlich.


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