- IT&Production - https://www.it-production.com -

Wie gelingt die Transformation?

Digitaler Wandel

Wie gelingt die Transformation?

Die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten aller Unternehmen und Branchen. Das stellt insbesondere die Industrie vor große Herausforderungen. Soll die digitale Transformation gelingen, gilt es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. So meistert die Industrie den digitalen Wandel.

Bild: DMK E-Business GmbH

Das Internet ist zu einem integralen Bestandteil unseres privaten und beruflichen Alltags geworden. Über soziale Online-Netzwerke verbinden sich täglich hunderte Millionen Menschen. Spätestens seit der Einführung von Smartphones, Tablets und Wearables ist der Zugriff auf das World Wide Web jederzeit und von überall aus möglich. Der digitale Wandel stellt Unternehmen vor die Herausforderung, Prozesse, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle an den Bedingungen einer vollständig vernetzten Welt auszurichten. Nicht nur Menschen sind zunehmend vernetzt; das ‚Internet der Dinge‘ ist in aller Munde. Die Zahl der Haushaltsgegenstände, Transportmittel und Maschinen, die mit dem Web verbunden sind, steigt rasant: intelligente Kühlschränke, selbstfahrende Autos, Maschinen, die sich gegenseitig steuern – das alles ist längst Realität. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 etwa 50 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein werden. Unter diesen Vorzeichen wird die IT zum Innovationsmotor, und zwar auch in traditionellen Wirtschaftszweigen wie dem produzierenden Gewerbe.

Wandel als Chance begreifen

Die Digitalisierung, getragen von exponenziell steigenden Speicherkapazitäten und Datenverarbeitungsraten, ist zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor geworden. Der technologische und gesellschaftliche Wandel bietet enorme Chancen, gleichzeitig verändert er nachhaltig Kundenbedürfnisse, Geschäftsbeziehungen und Wertschöpfungsketten. Eine digitale Agenda allein wird nicht genügen, denn schon heute überfordern Geschwindigkeit und Dynamik der technischen Entwicklung viele Industrie-unternehmen dabei, strategische Ziele operativ umzusetzen. Insbesondere etablierte Unternehmen, die auf kontinuierliche Verbesserungen vertrauen, ohne in diskontinuierliche Innovationsprozesse zu investieren, werden zukünftig noch stärker und wesentlich schneller als bisher durch digitale Wettbewerber bedroht. Bislang bilden radikale, disruptive Neuentwicklungen in der klassischen Industrie eher die Ausnahme. Die Unternehmen sind vor allem auf die Optimierung des Routineprozesses ausgelegt. ‚Bold Innovations‘ gewinnen aber immer mehr an Bedeutung, um neue Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Wollen die Unternehmen konkurrenzfähig bleiben, müssen sie die digitale Transformation angehen – aktiv und von innen heraus. Hier ist die Erfahrung digitaler Köpfe gefragt. Denn Innovationen können nur entstehen, wenn die Industrie hierfür die notwendigen Voraussetzungen schafft. Vier wesentliche Faktoren beeinflussen den Erfolg digitaler Innovationen:

Teamorientierung

Erfolgreiche digitale Transformationsprojekte benötigen eine konsequente Zusammenarbeit in cross-funktionalen Teams. Die neuen Vernetzungsmöglichkeiten verändern die Arbeitsteilung zwischen Marketing, Produktmanagement und Kundenservice. Dabei wird auch die projektbezogene Zusammenarbeit über frühere organisatorische Abteilungsgrenzen hinweg immer wichtiger. Die Experten der jeweiligen Bereiche müssen die Möglichkeit haben, ihr Wissen zu jedem Zeitpunkt in den digitalen Transformationsprozess einzubringen und damit die Wertschöpfung des Unternehmens zu steigern. Zudem sollten Teams auch über Unternehmensgrenzen hinweg agieren und den Innovationsprozess durch Austausch mit fachfremden Akteuren weiter befruchten.

Agilität

Erfolgreiche digitale Unternehmen nutzen intensiv agile Entwicklungsmethoden. Die klaren Vorteile iterativer Arbeitsprozesse liegen in der kostengünstigen Entwicklung und verkürzten Time-to-Market. Dabei entstehen in regelmäßigen Abständen bereits lauffähige und potenziell marktreife Teilsysteme. Weil Probleme frühzeitig erkannt werden, können Auftraggeber zeitnah Änderungen am Endprodukt veranlassen. Der Kunde hat zudem jederzeit kompetente Ansprechpartner, behält den Überblick dank transparenter Prozesse und kann bei Bedarf direkt Einfluss auf die Entwicklungsarbeit nehmen. Eine agile Organisation erfordert tiefgreifende Veränderungen in der Arbeits- und Rollenverteilung. Agile Entwicklungs-Frameworks wie Scrum und Lean Startup begegnen der digitalen Welt darum mit einem empirischen Ansatz: Entwicklungsteams werden befähigt, flexibel und schnell auf neue Erfordernisse einzugehen. Agile Teams sind interdisziplinär aufgestellt und zeichnen sich durch einen hohen Grad an Eigenverantwortung aus, operative Ziele werden gemeinsam verfolgt. Voraussetzung dafür ist ein Wandel der Unternehmenskultur – im Verhalten der Mitarbeiter der Organisation, sowohl untereinander als auch gegenüber Führungskräften. Typische Eigenschaften agiler Teams sind Verantwortungsbewusstsein, Fokus auf die Stärken Einzelner, Ergebnisorientierung, Experimentierfreude, flache Hierarchien und kontinuierliches Feedback.

Nutzerzentrierung

Neue Möglichkeiten der Mediennutzung haben das Verhältnis zwischen Menschen und Märkten grundlegend gewandelt. Sowohl für Kunden als auch für Unternehmen ist das Internet heute die zentrale Informationsschnittstelle. Mit modernen Tools können Unternehmen ihre Kunden mit gezielten Informationen entlang der gesamten Customer Journey begleiten, also an allen Berührungspunkten des Konsumenten mit dem Produkt oder der Dienstleistung. Erfolgreiche digitale Produkte, Services und Geschäftsmodelle richten die eigenen Angebote darum an den individuellen Anforderungen der Nutzer aus und überprüfen diese kontinuierlich. Angefangen beim Kennenlernen des Angebots, über den Kauf beziehungsweise die Inanspruchnahme der Dienstleistung bis hin zur Nachbetreuung – wenn alle Kanäle und Entscheidungsstufen zusammen gedacht und miteinander verzahnt werden, entsteht für den Kunden eine ansprechende und nützliche Erfahrung.

Wandlungsfähigkeit

Digitale Innovationen benötigen anpassungsfähige IT-Systeme, die sich potenziell ändernden Marktbedingungen angleichen lassen. Neben proprietären Systemen für spezielle Unternehmensanwendungen spielt Open Source auch im Kontext von Cloud-Anwendungen und Big Data eine immer wichtigere Rolle. Open Source-Technologien sind über offene Standards und Schnittstellen flexibel erweiterbar. Anbieterunabhängig und von einer Community getrieben, erreicht Open Source eine Entwicklungsgeschwindigkeit, die nur wenige kommerzielle Anbieter bieten können. Die digitale Transformation von Geschäftsprozessen, Produkten, Services und ganzen Geschäftsmodellen ist eine echte Innovationsaufgabe. Wenn Unternehmen zukünftig wettbewerbsfähig sein wollen, müssen sie die notwendigen technischen und personellen Ressourcen bereitstellen. Außerdem gilt es, eine Innovationskultur aufzubauen und Mitarbeiter und ihr Wissen zu vernetzen. Es ist Aufgabe der Unternehmensführung, traditionelle und digitale Erfahrungswelten im Unternehmen produktiv zu vereinen.