Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Uwe Bergmann von Cosmo Consult:

„Die Smart Factory ist vielerorts schon Realität“

ERP-Software muss funktional das Rad nicht neu erfinden. Als Datendrehscheibe zwischen Produktion, Entwicklung und Lieferkette werden den Systemen aber zunehmend neue Anforderungen abverlangt. Uwe Bergmann von Cosmo Consult berichtet, wie sich das Microsoft-Ökosystem dieser Herausforderung stellt – und welche Rolle Cloud Computing und die Microsoft Hololens dabei spielen können.

Uwe Bergmann ist Vorstandsvorsitzender der Cosmo Consult-Gruppe. (Bild: Cosmo Consult AG)

Uwe Bergmann ist Vorstandsvorsitzender der Cosmo Consult-Gruppe. (Bild: Cosmo Consult AG)

Es heißt oft, aktuelle ERP-Lösungen seien funktional auf so hohem Niveau, dass es kaum noch Neues gibt. Dennoch: Mit welchen funktionalen Verbesserungen können Benutzer in der kommenden ERP- und CRM-Generation rechnen?

Bergmann: Verbesserungen werden eher außerhalb der ERP-Systeme liegen. Die klassischen Funktionen werden zwar weiterhin eine zentrale Rolle in der Unternehmens-IT spielen, die Interaktionen ändern sich aber. Im Trend liegen Plattformen, die funktional und integrativ über unser klassisches ERP-Verständnis hinausgehen. Microsoft Dynamics 365 stellt eine solche Plattform dar, der ein einziges Datenmodell zugrunde liegt – und zwar für alle Anwendungen. Sie ist somit die Basis für ein End-to-End-Lösungsportfolio, also eine lückenlose Bereitstellung von Daten über die gesamte Wertschöpfungskette, und geht weit über ERP hinaus. Sie integriert CRM-Funktionsbausteine, Office 365 mit Kollaborationswerkzeugen, Power BI und Power-Apps sowie IoT, Augmented Reality und künstliche Intelligenz – also Zukunftstechnologien, die durch Initiativen wie Industrie 4.0 heute auch in Geschäftsprozesse Einzug halten.

Microsoft scheint sich im industriellen Umfeld mehr als je zuvor zu engagieren. Den größten Messestand fanden Besucher auf der Hannover Messe, nicht auf der Cebit. Was hat es damit auf sich?

Bergmann: Microsoft ist heute mehr denn je ein Lösungsanbieter. Neben den ERP- und CRM-Anwendungen Dynamics 365 und Dynamics NAV bietet Microsoft mit Produkten wie Power BI, Cortana Intelligence, Machine Learning, IoT Hub und Office 365 ein Portfolio, das die digitale Transformation im gesamten industriellen Umfeld unterstützen kann. Ich glaube, dass sich Microsoft mit der Priorität auf die Industriemesse klar als Teil dieser digitalen Transformation im industriellen Umfeld positioniert und zeigt, welch komplexe Lösungskompetenz hier gemeinsam mit unseren Partnern in den letzten Jahren aufgebaut wurde.

Wie kann Cosmo Consult sein industriespezifisches Know-how einbringen, um die Microsoft-Produkte nützlicher für Produzenten zu machen?

Bergmann: Aufgrund unserer Erfahrungen in Entwicklung und Aufbau branchenspezifischer Lösungen und unserem wohl einmaligen Know-how bei internationalen Lösungen im Microsoft Dynamics-Umfeld sehen wir uns als Branchenspezialisten. Die ERP-Systeme von Microsoft als flexible Basis und die von uns entwickelten Branchenlösungen als Ergänzungen bilden den Kern vieler branchenspezifischer IT-Gesamtlösungen. Die Weiterentwicklungen basieren stets auf Praxiserfahrungen, Kundenwünschen und auch auf unserer engen Kooperation mit dem Analystenhaus Gartner. Die ‚Smart Factory‘ im Sinn einer digitalisierten Automatisierung auf Fabrikebene ist heute vielerorts schon Realität. Vom Denken in Wertschöpfungsnetzwerken ist der Mittelstand aber noch ein Stück weit entfernt. Hier können wir neben Software auch Beratung leisten.

Haben Sie spannende Beispiele für den Einsatz von IoT-Technik in der Industrie?

Bergmann: Zurzeit realisieren wir Industrie 4.0- und IoT-Projekte mit Kooperationspartnern wie dem Fraunhofer IFF in Magdeburg oder großen Unternehmen wie Bosch. Dazu zählen Projekte wie die digitale Baustelle oder das Shutdown-Management einer großen Raffinerie. Diese Lösungen haben wir inzwischen auf die gesamte industrielle Wertschöpfungskette erweitert. Außerdem können wir bereits Augmented Reality-Technologie von Microsoft für Optimierungsprojekte einsetzen. Der Kieler Pumpenhersteller Edur etwa produziert eine Pumpe, die über eingebaute Sensoren Status-Meldungen liefert. Ein Objekt-Tracker übernimmt die laufende Statusverfolgung. Nach der Montage informieren die Sensoren den Pumpenhersteller über drohende Funktionsstörungen, die sich nun durch vorausschauende Wartung verhindern lassen. Vor Ort nutzt der Mechaniker die Augmented Reality-Brille ‚Microsoft-Hololens‘, um die defekten oder verschlissenen Teile darzustellen. Da können wir auch etwas Neues präsentieren: Für Anlagen- und Maschinenbauer haben wir den ‚Digitalen Zwilling‘ entwickelt. Dabei handelt es sich um virtuelle Abbilder realer Maschinen und Bauteile, die es ermöglichen, Planung, Produktion und Einsatz realistisch zu simulieren und zu überwachen.

Microsoft steht wie kaum ein anderes Unternehmen für den weltweiten Erfolg von Cloud-Computing. Sie adressieren mit der Fertigungsindustrie eine Branche, die im Ruf steht, bei IT-Trends oft erst abzuwarten. Vermitteln Sie zwischen dem globalen Kurs von Microsoft und den Bedürfnissen ihrer produzierenden Anwender, gerade aus dem Mittelstand?

Bergmann: Für uns steht zunächst der Kunde im Mittelpunkt. Und der muss optimal beraten werden. Da helfen uns unsere komplexen Marktkenntnisse, aber auch unsere enge Zusammenarbeit mit Gartner. Klar ist: Die Cloud ist nicht nur ein Zukunftsmodell. Laut einer Bitkom-Studie setzen bereits heute 44 Prozent aller Unternehmen Cloud-Computing ein, weitere 24 Prozent planen oder diskutieren einen Einsatz. Da wird deutlich, dass man schnell ins Hintertreffen gerät, wenn man Cloud Computing ignoriert. Dem Sicherheitsbedürfnis vor allem der mittelständischen Kunden entspricht Microsoft heute mit der Microsoft Cloud Deutschland. Dort findet der Datenaustausch zwischen den Rechenzentren über ein vom Internet getrenntes Netzwerk statt, das den Verbleib der Daten in Deutschland sichert. Der Datentreuhänder T-Systems unterliegt deutschem Recht und die Daten werden durch Technologien nach modernsten, zertifizierten Industriestandards geschützt, die weit über den Standards im Mittelstand liegen. Auch Cosmo Consult hat inzwischen alle internen IT-Systeme in die Cloud transferiert. (ppr)


Das könnte Sie auch interessieren:

Google Cloud und Siemens wollen im Rahmen einer Partnerschaft und unter Einsatz von KI-Technologien Fertigungsprozesse verbessern.‣ weiterlesen

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom April 2021 um 5,9 Punkte und liegen damit bei 70,7 Punkten. Dies ist der erste Rückgang seit November 2020. Laut ZEW liegen die Erwartungen nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.‣ weiterlesen

Drei Viertel der Entscheider in deutschen Industrieunternehmen sehen ihren Markt im Prozess der digitalen Transformation. Die Hälfte der Unternehmen setzt dabei bereits auf den Einsatz von Industrial IoT-Technologien. Zu diesen Ergebnissen kommt eines Studie des IIoT-Spezialisten Relayr, die unter 200 Entscheidern aus der Fertigungsindustrie in Deutschland im Sommer 2020 vom Marktforschungsunternehmen Forsa durchgeführt wurde.‣ weiterlesen

Damit die anspruchsvollen Maschinen von Heidelberger Druckmaschinen nicht ungeplant ausfallen, bietet das Unternehmen die Software Maintenance Manager zur vorausschauenden Wartung an. Jetzt hat Tochterunternehmen Docufy das Tool hinter der Lösung als White-Label-Angebot auf den Markt gebracht.‣ weiterlesen

Im Rahmen einer Partnerschaft wollen T-Systems und GFT gemeinsame Lösungen für die Fertigungsindustrie anbieten, mit denen Fehler in der Produktion schneller erkannt werden können.‣ weiterlesen

John Abel wechselt von Veritas zu Extreme Networks, wo er künftig die Position des CIOs wahrnehmen wird.‣ weiterlesen

Nach fünf Messetagen ging am Freitag die Hannover Messe zu Ende. Insgesamt 90.000 Teilnehmer haben sich für die digitale Edition der Industrieschau registriert. Auch ohne Präsenzveranstaltung zog die Deutsche Messe ein positives Fazit. Ein Ersatz sei die digitale Messe jedoch nicht, so Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe. Die nächste Messe soll als Hybridveranstaltung teilnehmen.‣ weiterlesen

Produzierende Unternehmen brauchen Transparenz über Zusammenhänge, über Kosten und Erträge und die Prozessqualität. Business Intelligence ist die Antwort der Softwareanbieter für dieses Problem. Für SAP S/4Hana-Anwender könnte dafür insbesondere die SAP Analytics Cloud interessant sein.‣ weiterlesen

Seit gut eineinhalb Jahren betreibt Simus Systems eine Online-Plattform, auf der Auftraggeber und Auftragnehmer die Metallbearbeitung von Bauteilen kalkulieren - und das Interesse am Tool ist rege. Anwender laden ihr CAD-Modell hoch und erhalten eine valide Vorkalkulation des geplanten Bauteils.‣ weiterlesen

Erst die Interoperabilität von Maschinen und Anlagen ermöglicht Unternehmen die Teilhabe an neuen digitalen Strukturen und ist Grundvoraussetzung für neue digitale Geschäftsmodelle. Durch interoperable Schnittstellen können neue Maschinen effizienter integriert werden. Die VDMA-Studie ‘Interoperabilität im Maschinen- und Anlagenbau‘ zeigt die Relevanz von interoperablen Schnittstellen und dazugehörigen Standards in den Unternehmen.‣ weiterlesen

Im Gewerbebau gehört ein differenziertes Zutrittsmanagement zum Standard der meisten Ausschreibungen. Für Betriebe lohnt es, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Denn die Infrastruktur sollte später neue Anforderungen im Besuchermanagement ohne hohe Mehrkosten abbilden können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige