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Deutsche Industrie wächst weiter solide

Der Einkaufsmanager Index (EMI) des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik notiert im Juli trotz leicht gesunkener Auftragseingänge den 20. Monat in Folge über der 50-Punkte-Wachstumsmarke. Laut Dr. Ulrich Kater, dem Chefvolkswirt der Dekabank, entwickelt sich die Konjunktur „bemerkenswert robust“.

Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Dies signalisiert der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index, der zwar binnen Monatsfrist um 0,7 Punkte auf 53,8 nachgab, damit aber erneut über dem Langzeit-Durchschnittswert von 51,9 notierte. Das Industrie- und Konjunkturbarometer bewegt sich damit seit 20 Monaten über der 50-Punkte-Wachstumsmarke.

"Das robuste Wachstum der deutschen Industrie stimmt uns auch für die kommenden Monate optimistisch. Allerdings dürfen wir die globalen Risiken nicht aus den Augen verlieren", sagt Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Die internationalen Krisenherde belasteten zunehmend die Lieferketten und erschwerten insbesondere deutschen Einkäufern den Zugang zu ausländischen Beschaffungsmärkten.

Robust trotz Brexit-Votums

"Auch nach dem Votum der Briten, die EU zu verlassen, zeigt sich die deutsche Wirtschaft laut jüngstem EMI robust. Dies ist keine Überraschung, obwohl Großbritannien brutto unser drittwichtigster und netto sogar unser zweitwichtigster Handelspartner ist", sagt Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen. Großbritannien werde zwar voraussichtlich in oder an den Rand einer Rezession rutschen. "Unsere anderen Partner, inklusive der Eurozone sind aber relativ stabil, so dass sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr ein Wachstum von rund 1,5 Prozent wahrscheinlich ist", so Traud.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, "entwickelt sich die Konjunktur bei allen Belastungen bemerkenswert robust. Allerdings bilden die politischen Rahmenbedingungen weiterhin Störpotenzial für die Wirtschaft."

"Der Einstieg ins Sommerquartal ist gelungen. Die Wirtschaft wächst weiter, die Lage in den Betrieben ist gut. Die kommenden Monate werden allerdings schwieriger", kommentierte DIHK-Konjunkturexperte Dr. Dirk Schlotböller am Mittwoch die aktuellen EMI-Daten. Die Exporte nach Großbritannien würden seiner Ansicht nach kurzfristig allein schon durch die Pfundabwertung leiden. Das Wachstum der US-Wirtschaft habe sich abgeschwächt. "Auch andere Zielmärkte machen uns derzeit Sorgen", sagt Schlotböller.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

Industrieproduktion: Das Produktionswachstum beschleunigte sich im Juli zum fünften Mal hintereinander und fiel so stark aus wie zuletzt im April 2014. Ausschlaggebend hierfür waren die intakte Binnen- und Exportnachfrage, die Aussicht auf Mehr-Aufträge in der nahen Zukunft sowie die Abarbeitung der Auftragsbestände.

Auftragseingang: Der 20. Auftragszuwachs in Folge fiel im Berichtsmonat bei Global Playern und KMU zwar schwächer aus als im Juni, insgesamt lag das Plus jedoch über dem Langzeit-Durchschnittswert und war eines der höchsten der zurückliegenden zweieinhalb Jahre. Die Auslandsbestellungen legten im Juli den 12. Monat in Folge zu. Knapp ein Viertel der Befragten verbuchte Zuwächse – vor allem aus den USA, Asien und Österreich. Am höchsten fiel das Plus im Investitionsgüterbereich aus.

Beschäftigung: Der vierte Stellenaufbau in Folge blieb im Juli auch im historischen Vergleich stark, wenngleich er sich gegenüber Juni leicht verlangsamte. In allen drei von der Umfrage erfassten Bereichen wurden per Saldo neue Mitarbeiter eingestellt.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Vor allem wegen der Verknappung einiger Rohstoffe, aber auch der Verteuerung von Inputs, wie zum Beispiel Stahl, legten die durchschnittlichen Einkaufspreise im Juli erstmals seit genau einem Jahr wieder geringfügig zu. Der entsprechende Teilindex übersprang die Inflationsschwelle von 50 Punkten.

Die Verkaufspreise wurden erstmals in diesem Jahr wieder minimal angehoben. Die Firmen mit höheren Verkaufspreisen begründeten dies mit dem Anstieg der Einkaufspreise.

Der Index

Der Markit/BME Einkaufsmanager Index gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. Frankfurt. Er wird vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index.

(Quelle:Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME))


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